Do., 14.01.2016

Neue Vitrine zur Archäologie Grevens 4800 Jahre alter Angelhaken

Sie sind maßgeblich daran beteiligt, dass die neue Vitrine im Rathausfoyer einen fachlich fundierten Querschnitt durch die Grevener Geschichte präsentiert (v.l.):LWL-Archäologe Dr. Christoph Grünewald, Prof. Dr. Michael M. Rind, Chefarchäologe des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Bürgermeister Peter Vennemeyer und Hermann-Josef Drexler, Vorsitzender des Grevener Heimatvereins.

Sie sind maßgeblich daran beteiligt, dass die neue Vitrine im Rathausfoyer einen fachlich fundierten Querschnitt durch die Grevener Geschichte präsentiert (v.l.):LWL-Archäologe Dr. Christoph Grünewald, Prof. Dr. Michael M. Rind, Chefarchäologe des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Bürgermeister Peter Vennemeyer und Hermann-Josef Drexler, Vorsitzender des Grevener Heimatvereins. Foto: Hans Lüttmann

Greven - 

Bei der Einweihung einer neuen Vitrine zur Geschichte Grevens wurde ein neuer Fund bekannt: Die Archäologen haben einen Angelhaken gefunden, der aus der Zeit um 2800 vor Christus stammt.

Die neueste Nachricht ist ausgerechnet eine schrecklich olle Kamelle, passte aber punktgenau zur Eröffnung der neuen Vitrine des Heimatvereins im Rathausfoyer: Von einem Angelhaken berichtete Prof. Dr. Michael M. Rind, Chefarchäologe des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), und erklärte den interessiert zuhörenden Eröffnungsgästen, dass er just heute erfahren habe, dass der Haken, auf Grevener Emsgebiet gefunden, aus der Zeit um 2800 vor Christus stamme.

„Ja“, sagte Rind und blickte in ein Rund erstaunter Gesichter, „was hier aus dem Boden kommt, das interessiert die Menschen.“ Wenn auch nicht unbedingt die jungen; die seien ja meist lieber im Internet unterwegs anstatt über die Äcker zu laufen und nach Fundstücken aus der Grevener Geschichte zu suchen. „Aber vielleicht hilft die Vitrine, neues Interesse daran zu wecken.“

Das hat Bürgermeister Peter Vennemeyer offenbar schon entdeckt – bei seinen Kindern, „die plötzlich tatsächlich Plattdeutsch lernen wollen“. Vennemeyer erzählte noch ein bisschen darüber, warum die alte Vitrine weichen musste, wie und von wem die neue konzipiert worden ist; er dankte pflichtgemäß auch den Sponsoren, vor allem aber den Fachleuten, die für eine fachlich fundierte Darstellung der Fundstücke gesorgt haben. Aber so viele Mitwirkende das Werk auch immer wieder in Augenschein genommen haben, ein Schreibfehler ist ihnen dennoch unterlaufen. Vennemeyers lakonischer Kommentar: „Wer ihn findet, darf ihn behalten.“

Aufgelesen haben Wissenschaftler und Laien im Laufe der Jahre aus mehr als 250 Fundstellen viele kleine und große beredte Zeugnisse der Grevener Geschichte. Dass sie vor nicht ganz 30 Jahren erstmals in der alten Vitrine zur Schau gestellt wurden, war übrigens eine der ersten Arbeiten Dr. Grünewalds, der auch die Konzeption der neuen Vitrine fachlich begleitet hat.

Und der Greven dieses Lob schenkte: „Was hier gefunden wird, hat nicht jede Stadt zu bieten.“ Einige Fundstücke seien sogar so interessant, dass sie auf Reisen gehen und durch die archäologischen Museen der Weltgeschichte tingeln.

Blieb dem Vorsitzenden des Heimatvereins nur noch, Dank zu sagen allen Helfern und die Grevener zum Besichtigen einzuladen, „zum Beispiel, wenn sie auf ihren Termin im Bürgerbüro warten. Und glauben Sie mir,“ sagte Hermann-Josef Drexler, „alle, die sie bisher gesehen haben, sind von der Vitrine begeistert.“

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