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Do., 14.01.2016

Magazin in der Alten Hauptschule Viel los – aber von Chaos keine Spur

Zwei Helferinnen verrichten Fleißarbeit: Sie holen aus den Regalen des Magazins die benötigten Artikel und bringen sie nach vorne zur Ausgabe – viele Male während der Öffnungszeiten.  

Zwei Helferinnen verrichten Fleißarbeit: Sie holen aus den Regalen des Magazins die benötigten Artikel und bringen sie nach vorne zur Ausgabe – viele Male während der Öffnungszeiten.   Foto: ros

Reckenfeld - 

Die Nachfrage ist enorm: Im Magazin der Flüchtlingshilfe in der Alten Hauptschule stehen die Kunden regelmäßig Schlange. Trotzdem läuft alles sehr geregelt ab – dank durchdachter Planung und ehrenamtlichem „Security“.

Von Rosemarie Bechtel

Gar nicht so einfach, im Magazin der Flüchtlingshilfe zu Ilja Kryszat durchzukommen. Dicht gedrängt stehen am Mittwochnachmittag Männer, Frauen und Kinder vor dem Eingang und warten darauf, eingelassen zu werden. Victor Arent achtet als freiwillige „Security“ darauf, dass alles geordnet abläuft und sich die Leute nicht zu dicht vor dem Tisch am Eingang zum Magazin drängen. Victor ist Umschüler zum Altenpfleger und spricht neben Deutsch auch Englisch und Russisch. Den Dienst macht er an seinem freien Nachmittag. „Mir macht es Spaß, mich sozial zu engagieren“.

Ilja Kryszat begrüßt an ihrem Tisch fast alle mit Namen und hakt die Liste ab. Auch wenn manche Flüchtlinge schon recht gut einiges auf Deutsch vorbringen können, gibt es immer wieder Sprachbarrieren. Doch man hilft sich. „Wir haben für fast alle Sprachen jemanden, der Englisch und eben zusätzlich arabisch und andere Sprachen spricht.“ So wie der Syrer Ahmed Altaher. In Syrien arbeitete er als Englischlehrer. Er steht neben Ilja Kryszat und springt sofort ein, wenn etwas ins Arabische übersetzt werden muss.

So wie beim Neuankömmling Haikra, der nur wenige Worte Englisch beherrscht. „Welcome“ begrüßt ihn Kryszat freundlich, trägt seinen Namen in die Liste ein und übergibt ihm eine Karte, mit der er fortan Kleidung und andere benötigte Dinge bekommen kann. Die freundlichen Helfer, darunter auch einige Flüchtlinge, bringen auf Anfrage, Hosen, Jacken und vieles mehr nach vorn zum Tisch im Foyer. Das Magazin dürfen die Flüchtlinge selbst nicht betreten. Chaos wäre programmiert.

Die kleine Feben ist mit Mutter Senayit und Schwester vom Middelbrink in Greven nach Reckenfeld gekommen und sucht ein paar warme Wintersachen. Freundlich hilft Bettina Drechsel weiter, am Ende wandern neben einem hübschen rosafarbenen Pullover weitere Sachen in die Tasche der Familie aus Eritrea. So geht es über zwei Stunden. Ganz schön viel los – doch die ehrenamtlichen Mitarbeiter lachen und erzählen, dass es heute doch entspannt zugehe. In der letzten Woche seien spontan 30 Neuankömmlinge gekommen, die erst einmal eine Grundausstattung bekamen.

Dass die Versorgung aus dem Magazin so gut funktioniert, liegt vor allem an den vielen Spendern. Denen gilt der herzliches Dank von Ilja Kryszat. „Viele Menschen machen sich Gedanken, wie sie den Flüchtlingen helfen können. So packte eine Schulklasse der Gesamtschule aus Nordwalde zu Weihnachten Tüten mit Hygieneartikeln, die wir dann ausgeben konnten. Biederlack spendete bereits zweimal wärmende Decken. Die Flüchtlinge nehmen die Dinge mit großer Dankbarkeit an.“ Manche verabschieden sich nach der Ausgabe mit einem „Tschüss, Mama Ilja“.

„Die Sachen, die wir hier nicht brauchen, gehen ins Sozialkaufhaus der Caritas. Die Spender können sicher sein, dass alles gut angenommen wird.“ Flugs packen ein paar junge Männer zu und helfen die Säcke ins Auto der Caritas zu tragen.

Jeder, der zum Magazin kommt, erhält einen Flyer, der demnächst auch in der Öffentlichkeit ausgelegt wird. Hier finden sich Angebote für die Flüchtlinge neben Englisch und Deutsch auch in arabischer Sprache. Das Angebot umfasst Sprache und Bildung, Alltag und Beratung, Begegnung und Freizeit.

Nach zwei Stunden im Magazin ist man allein vom Zuschauen geschafft. Doch die Helfer kann hier offensichtlich nichts aus der Ruhe bringen. Allen voran Ilja Kryszat, die schon wieder los muss.

So „nebenbei“ hilft sie zum Beispiel, eine Praktikumsstelle zu finden, Papiere für die Arbeitsvermittlung auszufüllen und vieles mehr.

Wer die Arbeit der Ehrenamtlichen mit weiteren Spenden unterstützen möchte, kann die Waren jeden Freitag von 16 bis 17 Uhr direkt im Magazin (ehemalige Hauptschule, Emsdettener Landtraße 2) abgeben. Bei Rückfragen sollte die Rufnummer ✆ 0152/ 3479 13 25 gewählt werden, auch per E-Mail an die Adresse Magazin@hiff-greven.de gibt es Auskunft.

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