Fr., 15.01.2016

Weniger Ertrag, geringere Boni, wachsende Geschäfte Zinspolitik und Draghi trotzen

Präsentierten aktuelle Zahlen: Die Volksbank-Vorstände Andreas Hartmann und Dietmar Dertwinkel.

Präsentierten aktuelle Zahlen: Die Volksbank-Vorstände Andreas Hartmann (rechts) und Dietmar Dertwinkel. Foto: res

Greven - 

Die Laune der Volksbanker ist glänzend, wenn sie die Bilanz des Jahres 2015 betrachten – obwohl die Gewinne zurück gegangen sind.

Von Ulrich Reske

„Unser Erfolg ist auch der Erfolg der Region“, bilanziert Volksbank-Vorstand Dietmar Dertwinkel die Bilanz von 2015. Gemeinsam mit dem Vorstandskollegen Andreas Hartmann wartet er mit äußerst positiven Zahlen auf. Ein Kundengeschäftsvolumen von 1,1 Milliarden Euro, das die Volksbank nochmals um 2,4 Prozent steigern konnte, eine Bilanzsumme, die um 7,6 Prozent auf 565 Millionen Euro angewachsen ist, satte Zuwächse beim Einlagenbereich und, und, und.

Den Dämpfer allerdings verhehlten die Banker nicht: Die Ertragslage bewegt sich mit fünf Millionen Euro zehn Prozent unterm Vorjahresniveau, was die Kämmerer zu spüren bekommen. Mit 850 000 Euro überweist die Volksbank 100 000 Euro weniger an Gewerbesteuer an Greven, Altenberge und Nordwalde. Und auch die Gewinnausschüttung für die Genossen schrumpft ein wenig: Zwar bleibt die Dividende mit vier Prozent unverändert, der ausgeschüttete Bonus allerdings halbiert sich auf ein Prozent. Dass die Marge drückt, ist für die Banker angesichts dauerhafter Niedrigzinsen kein Wunder. Trotzdem hält Andreas Hartmann fest: „Zinspolitik, Draghi, Regulierungswut – es ist nicht gelungen, uns die Laube zu verderben.“ In allen Geschäftsbereichen sei ein klares Wachstum zu verzeichnen.

Geradezu euphorisch berichten die Banker von der heimischen Wirtschaft. Die enorm guten Zahlen im Einlagenbereich – 26 Millionen Euro mehr bedeuten ein Plus von 7,7 Prozent – sind offensichtlich getrieben von Sondereinlagen, die vorzugsweise aus dem gewerblichen Bereich gespeist wurden.

Viel Bewegung gab es auch auf dem Kreditmarkt. Dass der lediglich um ein Prozent gewachsen ist, begründeten die Banker mit einer hohen Kredittilgung, die den neuen Investitionsdarlehn gegenüberstehen. Gestiegene Eigenkapitalquoten, „Fettpolster“ eben, bewerten die Bankvorstände als weiteres Indiz für eine boomende regionale Wirtschaft. Immerhin aber sind 50 Millionen Euro zugesagte Neukredite absoluter Volksbankrekord.

Rosig präsentiert sich auch der Privatkundenbereich. Ein um elf Prozent um fast zehn Millionen Euro gestiegenes Fondsguthaben ist für Andreas Hartmann Ausdruck eines Beratungsschwerpunktes weg vom unrentablen Tages- und Termingeld hin zu renditestärkeren Investmentfonds. Dass dies auch mit Risiken behaftet ist, zeigt ein extrem schwankender Dax, der sich zwischen 9350 und 12 390 Punkten bewegte.

„Vorsichtig optimistisch“ bewertet Andreas Hartmann das bereits begonnene Jahr. Er wäre froh, wenn sich die Ertragslage für sein Haus stabilisieren würde.  

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