So., 17.01.2016

LOV-Neujahrsempfang Türen öffnen für Image-Gewinn

LOV-Vorsitzender Matthias Langkamp freute sich über die große Aufmerksamkeit bei der Premierenveranstaltung, zu der man den Zukunftsforscher Dr. Manfred Kern eingeladen hatte.  

LOV-Vorsitzender Matthias Langkamp freute sich über die große Aufmerksamkeit bei der Premierenveranstaltung, zu der man den Zukunftsforscher Dr. Manfred Kern eingeladen hatte.   Foto: Stefan Bamberg

Greven - 

Den Biologen und Zukunftsforscher Dr. Manfred Kern hatten Landwirte, Landfrauen und Landjugend zur Premiere ihres neuen Formates „Agrarkultur“ eingeladen.

Von Stefan Bamberg

Tim Mälzer und Frank Plasberg kamen alles andere als gut weg. Als Deutschlands vielleicht berühmtester Fernsehkoch und der Talkmaster sich vor einigen Wochen auf die Spuren des Rindfleischs begaben, dürfte auch dem einen oder anderen Grevener Landwirt schlecht geworden sein. Wenn auch aus anderen Gründen als Tim Mälzer, der vor laufender Kamera ein Stück Fleisch als „ungenießbar“ bezeichnete und angeekelt in den Müll spuckte. Im Anschluss debattierte die „Hart-aber-fair“-Runde über das „elende Leben der Steaks“ und darüber, was dem Verbraucher die Qualität seiner Lebensmittel noch wert sei. Wer zur besten Sendezeit nicht mitdiskutieren durfte: die Landwirte selbst.

Nur eines von vielen Beispielen, die den Biologen und Zukunftsforscher Dr. Manfred Kern resümieren lassen: „Es wird meistens über die Landwirte geredet, aber nicht mit ihnen“. Zumindest vor Ort – wo derzeit immerhin rund 230 landwirtschaftliche Betriebe das Stadtbild prägen – soll sich das ändern: Am Freitagabend wurde das Ballenlager zum Schauplatz des Neujahrsempfangs des Landwirtschaftlichen Ortsverbands (LOV), der Landfrauen und der Landjugend.

Unter dem Titel „Agrarkultur“ öffneten Grevens Landwirte die Pforten – erstmals im größeren Rahmen speziell für interessierte Bürger sowie Vertreter aus Lokalpolitik und Wirtschaft, die dieses Angebot sehr zahlreich wahrnahmen. „Wir möchten mit den Verbrauchern ins Gespräch kommen und erklären, wie Landwirtschaft funktioniert“, erläuterte LOV-Vorsitzender Matthias Langkamp. Gemütlich, unterhaltsam, vor allem aber informativ geriet die erste Ausgabe dieses Agrar-Forums schließlich.

Unterhaltsam, weil die Hubertusbläser, die Trompeter Jan Drees und Jonathan Debus sowie der wunderbar-witzige „Agrar-Slam“-Gewinner Hendrik Ruwisch das vergnügliche Rahmenprogramm gestalteten. Informativ, weil die Organisatoren mit Dr. Manfred Kern einen international bekannten Referenten eingeladen hatten.

Unter dem Titel „Zukunft satt – kann uns die Erde noch ernähren?“ berichtete Kern über seine Langzeitstudie zur Zukunft der Landwirtschaft bis 2050. „Freude bereiten, Mut machen, Perspektiven aufzeigen“, wolle er, sagte Kern. Das gelang ganz sicher – wenngleich er auch Informationen lieferte, bei denen das Lachen im Halse stecken blieb und die insbesondere das fachfremde Publikum an der einen oder anderen Stelle etwas überfordert haben könnten. Die Essenz seines Vortrags: Die deutsche Landwirtschaft sei bei weitem nicht so schlecht, wie sie in den Medien häufig dargestellt werde. Im Gegenteil: „Sie ist die vielleicht beste der Welt – die meisten Menschen wissen es nur nicht“.

Weniger Empörung, dafür mehr Sachlichkeit forderte Kern bei brisanten Themen wie Massentierhaltung oder Hygiene-Standards: Klar gebe es auch in Deutschland einzelne schwarze Schafe unter den Produzenten, die von Kern präsentierten Schock-Bilder aus anderen Teilen der Erde zeigten allerdings ganz andere Dimensionen.

Keine Frage: Nicht alle der fundierten Meinungen, zu denen der Forscher gelangte, muss man genau so teilen – wohl aber sollte man sie sich anhören. „Es ist oft Nichtwissen, das zu Vorurteilen führt“, fasste Kern zusammen.

Das Problem: Landwirte seien schlecht repräsentiert – in politischen Entscheidungsgremien, in der Öffentlichkeit, auf lokaler Ebene. Sein vielleicht wichtigster Rat an die anwesenden Landwirte lautete daher: „Machen Sie Ihre Türen auf, nur so kann es sich verändern“. Ein Anfang ist zweifellos gemacht.

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