So., 17.01.2016

Kuhn-Abend mit Tobias Sudhoff Hommage an den Mann am Klavier

Willy Ketzer und Paul G. Ulrich, die einst mit Paul Kuhn zusammen spielten, wurden von Tobias Sudhoff begleitet.

Willy Ketzer und Paul G. Ulrich, die einst mit Paul Kuhn zusammen spielten, wurden von Tobias Sudhoff begleitet. Foto: axe

Greven - 

Das Heimspiel geriet zum Selbstläufer: Tobias Sudhoff (wohnt in Greven), Willy Ketzer und Paul G. Ulrich überzeugten mit ihrer Hommage an den großen Paul Kuhn die Liebhaber des feinen Jazz.

Von Axel Engels

Neue Jazz-Konzertreihen haben es oftmals etwas schwer, sich zu etablieren. Aber wenn man so exquisite Musiker hören kann wie Tobias Sudhoff, Willy Ketzer und Paul G. Ulrich, wird so ein Abend mit Kult-Potenzial wahrlich zu einem Selbstläufer.

Es war schon schwer, am Freitagabend im Beat-Club-Keller überhaupt einen Platz zu ergattern, so groß war die Resonanz bei den Liebhabern feinsten Jazz‘, auf die Hommage an den großen Paul Kuhn mit der Präsentation der gerade von dem Trio veröffentlichten CD „Lieber Paul...“.

Tobias Sudhoff, der sich vor einiger Zeit kurz vor den Toren Grevens niedergelassen hat, ist in der Szene sicherlich als Entertainer und Musiker bestens bekannt. Paul Kuhn hat er persönlich kennen und schätzen gelernt und dessen Musik begleitet ihn seit Jahrzehnten, hat sein musikalisches Fühlen und Denken sicherlich stark beeinflusst. Wohl keine passenderen Weggefährten bei diesem swingenden Jazzabend hätte er sich wünschen können als den Schlagzeuger Willy Ketzer und den Kontrabassisten Paul G. Ulrich, die selber im berühmten Paul Kuhn Trio mitgespielt und so die unsterbliche Musik von Paul Kuhn gleichsam „aus erster Hand“ mitgestaltet haben. Für den Abend im Beat Club Keller hatten sie ein facettenreiches Programm mit alten Swingnummern zusammengestellt, das mit eigenen Versionen aus der Feder von Tobias Sudhoff bereichert wurde.

Mit „Bye bye blackbird“ von Ray Henderson startete das Trio auf eine musikalische Reise durch die Zeit. In bestens aufeinander abgestimmtem Dialog erklang dieser Standard aus dem Jahre 1926 vom Staub der Zeit befreit in einem ganz lebendigen Gewand. Kunstvoll schuf der Kontrabassist Paul G. Ulrich den Grund, setzte Willy Ketzel mit seinem punktgenauen Spiel die adäquaten Akzente und bei solch versierten Musikern konnte Tobias Sudhoff wie bei „Girl from Ipanema“ und „Papermoon“ seine ganzen Qualitäten als Entertainer entfalten.

Mit kleinen humoristisch eingefärbten Anekdoten würzte er den Abend, erzählte aus seinen Zeiten als Barpianist und Conférencier. Das schuf ein persönliches Band zum begeisterten Publikum, das natürlich die ausgewählten Songs alle kannte. Wenn dann noch Latin und Swing sich bei den mit Texten von Tobias Sudhoff veränderten Songs wie „Halbes Hähnchen“ nach Matt Bianco und „Bechamelsauce“ nach Consuelo Velasquez vereinten, war das Vergnügen ganz auf der Seite der Liebhaber des von Tobias Sudhoff bekannten Humors.

Bei dieser Hommage waren seine Eigenkompositionen wie „Jetzt bin ich ein Star“ an den Stil von Paul Kuhn angelehnt, gingen die Musiker sehr respektvoll mit der Musik des großen Paul Kuhn um.

Wer diese Reise durch die Jahrzehnte des Jazz zu Hause weitermachen möchte, für den sei das neue Buch von Willy Ketzer „Am Grab gibt‘s keine Steckdose“ zu empfehlen. Da plaudert der Weggefährte von Paul Kuhn, Klaus Doldinger, Helge Schneider, Tom Jones, Liza Minelli und José Carreras ganz süffisant aus dem Nähkästchen.

Zum Thema

Willy Ketzer mit Peter Demant: „Am Grab gibt‘s keine Steckdose – ein unverhüllter Blick hinter die Kulissen des Live-Musikgeschäftes“, Erschienen im Quadratkreis Autorenverlag, ISBN 978-3-941533-18-9

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