Mo., 18.01.2016

Beinbruch im Grevener Krankenhaus falsch behandelt? „Da kann man doch kein Vertrauen mehr haben“

Mit der medizinischen Behandlung  im Krankenhaus war eine 77-jährige Patientin gar nicht zufrieden.

Mit der medizinischen Behandlung  im Krankenhaus war eine 77-jährige Patientin gar nicht zufrieden. Foto: pbe

Greven - 

Mit einem dreifachen Beinbruch kam eine 77-Jährige ins Grevener Krankenhaus. Weil sie sich dort nicht adäquat versorgt fühlte, wechselte sie schließlich nach Münster ins Franziskus-Hospital.

Von Ulrich Reske

Dass mit Franziskus und dem Maria-Josef-Hospital zusammenwachse, was zusammen gehöre, nein, das sieht die 77-jährige Grevenerin gar nicht so. Und zwar in doppelter Hinsicht: Mit einem dreifachen Beinbruch nach einem Sturz war sie um den 10. Oktober herum ins Grevener Krankenhaus eingeliefert worden. Mit einem Nagel hatten die Operateure die Bruchstellen wieder zusammengeführt. Ihre Skepsis, dass dies nicht wieder richtig zusammenwachsen werde, bestätigte sich. Zwar wurde die Patientin nach drei Wochen wieder entlassen. Doch starke Schmerzen waren auch weiterhin ihr Begleiter. Letztlich lautete auch die Diagnose des Chefarztes: „Das wird nicht wieder.“ Ein neuer OP-Termin wurde angesetzt. Früh am Morgen sei sie schon im Krankenhaus gewesen, habe stundenlang warten müssen, bis ihr um 11.30 Uhr erklärt worden sei, dass die richtigen Schrauben für eine neue Operation nicht zur Verfügung stünden. „Da kann man doch kein Vertrauen mehr haben“, sagt die 77-Jährige. Sie wechselte das Krankenhaus und ließ sich kurz vor Weihnachten im Franziskus-Hospital in Münster operieren.

Für Dr. Christoph Wegmann, Chefarzt der chirurgischen Abteilung, stellt sich die Situation gänzlich anders dar. Zwar räumt er ein, dass sich eine verzögerte Bruchheilung eingestellt habe. Angesichts des Alters der Patientin sei dies aber durchaus normal, ergänzt Wegmann. Deswegen habe man einen neuen OP-Termin anberaumen müssen. Da üblicherweise ein Krankenhaus aber nicht sämtliches Equipment vorhalten könne, habe man entsprechende Nägel, die zur Operation notwendig waren, bestellen müssen. Dieses Material sei eben auch zum anberaumten Termin noch nicht da gewesen. „Eine Verzögerung, die aber rein gar nichts mit der wirtschaftlichen Situation des Krankenhauses oder der Übergangszeit zu tun hat“, macht der Grevener Arzt deutlich. Sämtliche Operationen seien jederzeit korrekt ausgeführt worden.

Trotz ihrer Kritik an der Behandlung im Grevener Krankenhaus bestätigt die Patientin eines ganz deutlich. Am Krankenbett selber habe man von der Übernahme durch die Franziskus-Stiftung nicht gemerkt. „Schwestern und Pfleger waren freundlich und zuvorkommend.“

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