Fr., 22.01.2016

BI Block D „Es ist sinnlos“

Der Straßenausbau im Block D sorgte immer wieder für Konflikte zwischen einigen Anwohnern, Rathaus-Mitarbeitern und bauausführenden Firmen. Nun haben die BI-Sprecher erklärt, ihre Tätigkeit beenden zu wollen.  

Der Straßenausbau im Block D sorgte immer wieder für Konflikte zwischen einigen Anwohnern, Rathaus-Mitarbeitern und bauausführenden Firmen. Nun haben die BI-Sprecher erklärt, ihre Tätigkeit beenden zu wollen.   Foto: oh

Reckenfeld - 

Die Bürgerinitiative, die den Straßenausbau im Block D begleiten will, steht seit Anfang des Jahres ohne Sprecher da, will dennoch die Arbeit fortsetzten - zumindest auf Sparflamme.

Von Oliver Hengst

„Wir haben nicht aufgegeben“, sagt Reinhard Laqua. „Wir sind zu der Einsicht gekommen, es lohnt sich nicht.“ So oder so: Die „Bürgerinitiative Block D“ steht seit Jahresanfang ohne Sprecher da. Laqua hat gemeinsam mit Norbert Schortemeyer seine Ankündigung wahr gemacht, die Tätigkeit als Sprecher nach rund fünf Jahren aufzugeben. Dennoch steht die BI nicht ganz vor dem Aus. „Die lassen wir weiter laufen bis die Baumaßnahme beendet ist“, stellte Laqua auf Nachfrage klar. „Wir wollen die Leute weiter informieren.“

Aber künftig eben ohne Laqua und Schortemeyer als „Vorkämpfer“ und Vertreter der Bürgerschaft gegenüber Verwaltung und Politik. Es fehle am nötigen Rückhalt, die Sorgen und Probleme der Anlieger würden nicht ernst genommen, beklagt Laqua. Daher haben die bisherigen Sprecher die Bürger im Block D nun per offenem Brief darüber informiert, dass sie aufhören. Man sehe sich einem „Kombinat aus Verwaltung und Politik“ gegenüber, so dass man die Ziele zur Gestaltung der Verkehrsflächen in Block D „nur teilweise“ habe umsetzten können. Mehr noch: Eine „Bürgerbeteiligung nach demokratischen Vorstellungen“ sei ganz offenbar „nicht gewollt“.

Im Kern gehe es darum, dass die Anlieger in Block D „viel Geld“ für den Straßenausbau bezahlt hätten, aber „keine Qualität“ geliefert werde, so Laqua. Ganz im Gegenteil: Es gebe „Schmuh“ und „Pröddel“. Und das trotz intensivster Bemühungen der BI, die Verwaltung und die bauausführenden Firmen (Laqua: „immer dieselben“) auf vermeintliche Mängel aufmerksam zu machen. „Sie können machen, was Sie wollen. Es passiert einfach nichts.“

In manchen Fällen ist nach Laquas Darstellung (selbst Straßen- und Tiefbauer) das Material ungeeignet, mal die Bauausführung mangelhaft und mal die Absicherung der Baustelle nicht fachgemäß. „Das sind Dinge gelaufen, das packt man sich nur noch an den Kopf.“ Und zudem gebe es systematische Planungsfehler – vor allem die Höhenlage der neuen Straßenoberflächen. „Es gibt etliche Häuser, die vorher trocken waren und jetzt ein Problem haben. Die Hausbesitzer bekommen das Wasser einfach nicht mehr weg“, hat sich Laqua von Nachbarn berichten lassen. Für ihn kein Wunder: Manche Straßenoberflächen lägen nun 30 Zentimeter höher als zuvor und wiesen somit ein starkes Gefälle Richtung Grundstücke auf. Das gelte auch für eine Trafostation, die im Falle eines Starkregens „abzusaufen“ drohe. „Wenn das passiert, ist das ganze Viertel ohne Strom, und die Leute können nicht mal ihre Pumpen benutzen.“ Wer dann einen solchen Wasserschaden zu tragen habe, sei völlig unklar. In ihrem offenen Brief sprechen Schortemeyer und Laqua gar davon, dass „der gesamte Block D zu einem Regenrückhaltebecken umfunktioniert wurde“.

Auch von der Politik sind die scheidenden Sprecher enttäuscht. Mit der CDU habe es „kein einziges Gespräch“ gegeben, die SPD habe einen Vertreter geschickt, der herablassend aufgetreten sei und die Fraktion „Reckenfeld direkt“ – lange einziger „Verbündeter“ – habe sich irgendwann „verabschiedet“.

Wie es nun mit der BI – zuletzt erschienen rund 40 Teilnehmer bei einer Versammlung – weitergeht, ist offen. Es gebe durchaus Engagierte, sagt Laqua, aber zu neuen Sprechern werde sich wohl niemand wählen lassen. „Wozu auch? Es ist ja sinnlos“, sagt er.

Die Kommunikation der BI mit dem Rathaus war von Anfang an schwierig, ein gedeihliches Miteinander im Grunde seit Jahren nicht möglich. Zwischenzeitlich hatte Bürgermeister Peter Vennemeyer Norbert Schortemeyer nach verbalen Attacken rechtliche Schritte angedroht und quasi ein Umgangsverbot mit städtischen Mitarbeitern ausgesprochen. Die Bau-Fachleute aus dem Rathaus hatten zuletzt meist betont, dass man den direkten Austausch mit den Anwohnern (etwa bei Anliegerversammlungen) vorziehe.

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