Do., 21.01.2016

Flüchtlingskinder an Grevener Schulen Drei Klassen, 51 Kinder, 15 Nationen

Immer mehr Flüchtlingskinder besuchen in Greven die Schulen. Allein an der Hauptschule sind inzwischen drei Eingliederungsklassen gebildet worden.

Immer mehr Flüchtlingskinder besuchen in Greven die Schulen. Allein an der Hauptschule sind inzwischen drei Eingliederungsklassen gebildet worden. Foto: dpa

Greven - 

107 Kinder aus Flüchtlingsfamilien, die in Greven leben, sind zwischen sechs und 16 Jahren alt und damit schulpflichtig. Das stellt die Stadt und die jeweiligen Schulen vor einige Herausforderungen.

Von Peter Beckmann

In Greven leben zur Zeit 208 Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien. Das berichtete Frank Hänel, Fachdienstleiter Bildung, Jugend, Kultur und Sport, den Mitgliedern des Schul- und Sportausschusses. 86 Kinder sind jünger als sechs. 61 besuchen einen Kindergarten. „Die anderen Kinder sind zwischen null und zwei Jahren alt“, sagte Hänel und machte deutlich, dass man Wert darauf lege, zunächst einmal die älteren Kinder unterzubringen.

107 Kinder sind zwischen sechs und 16 Jahren alt und damit schulpflichtig. „Unser Ziel ist es natürlich, für die Erfüllung der Schulpflicht aller Kinder zu sorgen.“ Die Integration der Kinder in den Schulen stelle Kommunen und Schulen vor große Herausforderungen, machte Hänel deutlich. Besonders, da Grundlagen für eine vernünftige Planung fehlen würden.

An der Hauptschule sind inzwischen drei Eingliederungsklassen gebildet worden – mit 51 Kindern aus 15 Nationen, erzählte der kommissarische Schulleiter Timo Donnermeyer. Zum 1. Februar sollen Vorbereitungsklassen an der Anne-Frank-, der Gesamtschule und am Gymnasium eingerichtet werden.

Derzeit wird im Schulamt ein strukturiertes Aufnahmeverfahren erarbeitet. Ziel: Die Flüchtlingskinder gerecht auf alle Schulen zu verteilen. Denn die müssen trotz der enormen Mehrbelastung mit dem Personal auskommen, was vorhanden ist. „Der Markt für Lehrer ist leer gefegt“, berichtete Christel Heißler, Leiterin der Erich-Kästner-Grundschule. An ihrer Schule gibt es inzwischen 24 Flüchtlingskinder. „Allein am Montag standen neun neue Kinder vor der Tür.“ Die Ausschreibung einer Lehrerstelle für ihre Schule habe eine frustrierende Resonanz ergeben. „Es hat sich niemand beworben.“ Die Schulen seien mit den Aufgaben, die auf sie zugekommen seien, überrollt worden.

Beate Tenhaken, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Jugend, Sport, Arbeit und Soziales, machte den Schulleitern aber wenig Hoffnung. „Wir müssen mit dem klar kommen, was realistisch ist“, sagte sie. „Wir müssen uns an einem Minimum entlanghangeln. Mehr geht zur Zeit leider nicht.“

Zumindest werde die Stadtverwaltung künftig dafür sorgen, dass Kinder, die eingeschult werden sollen, vorher amtsärztlich untersucht werden. Und: Auch das Thema OGS stelle die Stadtverwaltung vor große Probleme. „OGS-Plätze fehlen für alle Kinder, nicht nur für Flüchtlingskinder“, sagte Heißler. Diese Plätze seien, so Ernst Reiling (Reckenfeld direkt), aber besonders für Flüchtlingskinder wichtig. „Diese Kinder müssen so lange wie es geht aus der Situation der Notunterkünfte heraus.“

Reiling forderte die Stadtverwaltung auf, realistische Prognosen zur weiteren Entwicklung der Flüchtlingssituation für Greven zu erstellen und daraus ein Konzept zu entwickeln. „Das ist allemal besser, als den Ist-Zustand zu verwalten.“ Das alles werde sehr viel Geld kosten.

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