Sa., 23.01.2016

Närrisches Interview Rosenmontag 30 Grad im Schatten

Machen auch in zivil eine gute Figur: Michael Bruland (Michael III) und Nina Fundke (das Püntenmariechen)

Machen auch in zivil eine gute Figur: Michael Bruland (Michael III) und Nina Fundke (das Püntenmariechen) Foto: res

Na klar, Treffpunkt Residenz. Bislang kennen wir Prinz und Pünte nur vermummt (vor der Proklamation) oder in vollem Ornat. Jetzt steht Michael III. Bruland hinterm Tresen der Josefsklause. Doppelbelastung für die Versicherungsangestellte und den Sanitärfachmann. Und jetzt auch noch dieses Interview mit Redaktionsleiter Ulrich Reske.

Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust. . . Wer hat´s gesagt?

Prinz und Pünte: Keine Ahnung.

Das sagte Dr. Faust in Goethes Faust. Und zwei Herzen schlagen ja tatsächlich in ihrer Brust. Gibt es da Platz für Stadtkaiser- und Prinzenseele?

Prinz: Das sind zwei verschiedene Geschichten. Das hat miteinander nichts zu tun. Die Menschen verhalten sich an Karneval anders als beim Schützenfest.

Gibt es denn Gemeinsamkeiten?

Prinz und Pünte: Die Geselligkeit und die Leute.

Schützen feiern Karneval. Karnevalisten sind Schützen. Da muss es doch noch mehr Gemeinsames geben?

Prinz: Man sieht sich immer zweimal im Leben.

Pünte: So wie wir auch: An Karneval und an Schützenfest.

Sie sind auch bei den Schützen aktiv?

Pünte: Ja, in der Ehrengarde bei den Bahnhofsschützen.

Wo liegen die Unterschiede zwischen Schützen und Karnevalisten?

Prinz: Eigentlich nur in den Pappnasen und der Jahreszeit.

Pünte: Das Kind muss einen Namen haben.

Josefsklause, die Residenz, man sieht´s. Wird hier jetzt jeden Tag bis Aschermittwoch gefeiert?

Prinz (er steht auch ab und an hinter den Tresen und hilft Wirtin und Ehefrau Angelika): Nein, nicht jeden Tag. Aber natürlich ist schon ein bisschen mehr los.

Ihre Ehefrau wird´s freuen, ist doch die Prinzregentschaft durchaus verkaufsfördernd. Wie aber sieht es mit Ihrem Job aus? Gas, Wasser, Sch. . . 

Prinz: Die Kunden wollen mich derzeit ärgern. Ich habe weniger Zeit und mehr zu tun.

Und wie sieht es an den Hochtagen des Karnevals aus. Bereitschaft auf dem Prinzenwagen?

Prinz: Nein, nein, da spielt der Innendienst schon mit. Mein Mitarbeiter übernimmt.

Pünte und Job, wie harmoniert das? (Nina Fundke arbeitet bei der LVM in Münster)

Pünte: Ohne den wirklichen Grund zu nennen, habe ich Urlaub eingereicht.

Geheimniskrämerei?

Pünte: Ja, das musste sein.

Wie haben die Kollegen denn darauf reagiert, ein Püntenmariechen in den Reihen zu haben?

Pünte: Die waren jetzt richtig erstaunt.

Herr Bruland. Sie sind nun Prinz. Was prädestiniert Sie für diesen Job?

Prinz: Ja, das frage ich mich manchmal auch. Doch ehrlich. Schon zu Stadtkaisers Zeiten habe ich gesagt: Den Prinzen mache ich auch noch mal.

Was ist für Sie das Besondere am Amt?

Prinz: Schon als Stadtkaiser habe ich versucht, den Kontakt zwischen den Vereinen zu stärken. Das werde ich jetzt fortsetzen. Vielleicht klappt das.

Und was prädestiniert Sie als Pünte?

Pünte: Im Freundeskreis sind zwei Ex-Pünten, Brassband-Mitglieder, Elferrats-Freunde. Schon als Kind war der Traum da, mal oben auf dem Wagen zu stehen.

Einer Gleichstellungsbeauftragten müsste der Pünten-Job ja eigentlich ein Graus sein. Immer im Schatten des Prinzen.

Pünte: Nein, bei uns steht nicht immer der Prinz im Vordergrund. Da sind wir beide sehr offen. Da komme ich klar mit.

Trotzdem kann man schon sagen, dass Sie in einer Männerdomäne unterwegs sind?

Prinz: Die Brassband ist gut bestückt mit Frauen.

Trotzdem ist es eine Männerdomäne: Elferrat, Prinzengarde.

Prinz: Die Pünte ist sicher aufgehoben.

Pünte: Die Ex-Pünten versuchen jetzt stärker in den Vordergrund zu treten. Sie sind auf dem Prinzenwagen mit dabei.

Was war denn der schlechteste Herrenwitz, den Sie bisher hören mussten?

Pünte: Bisher waren die alle noch sehr nett zu mir. Anmachsprüche hat es nicht gegeben.

Wenn wir den ganzen Reigen der Karnevalstage sehen – was sind für Sie die wichtigsten Tage?

Prinz: Die meiste Anspannung hatten wir vor der Prinzenproklamation, der schönste Tag wird der Umzug sein, aber ich glaube, der Prinzenball wird auch etwas Besonderes werden.

Pünte: Und erst einmal der Rathaussturm.

Ihr Vorgängerpaar hatte sich die Nachhaltigkeit als Motto auf die Fahnen geschrieben. Wo wollen Sie Ihre Akzente setzen?

Pünte: Wie du schon sagtest: Die Kommunikation zwischen den Vereinen.

:

Golfkrieg vor 25 Jahren: Da wurde in Greven der Karnevalszug abgesagt. Auch in diesem Jahr zeichnen sich Probleme ab. In Rheinsberg fällt der Zug aus, weil ein Sicherheitskonzept fehlt, der Zug zudem am Flüchtlingsheim vorbeiführt. Könnte es auch in Greven Probleme geben?

Prinz und Pünte: Das glauben wir nicht.

Angelika Bruland ( Ehefrau des Prinzen setzt sich dazu): Ich hörte gerade Flüchtling. Die wohnen bei uns gegenüber. Gäste fragten, Angelika, wie willst du dich schützen? Das muss man gar nicht, habe ich geantwortet. Ganz witzig – Vorgestern hatten wir den ersten Flüchtlingsgast bei uns. Da kam sofort das ganze Helfersyndrom. Der brauchte seine Cola nicht bezahlen. Die Gäste unterhielten sich auf Englisch mit ihm. Die Flüchtlinge sind sehr nett, grüßen. Bis jetzt: Toi, toi, toi.

Freuen Sie sich als Chefin der Residenz, dass ihr Mann Prinz geworden ist?

Angelika Bruland: Ja, jetzt ja. Er hätte es nie gemacht, wenn ich es nicht gewollt hätte. Aber es war schon immer sein Traum. Aber wir haben zwei Berufe. Und da war schon die Frage, ob wir das schaffen. Dann wurde er auch noch krank, kam ins Krankenhaus. Da kamen schon Zweifel. Dann habe ich ihm gesagt: Wenn es Dein Wunsch ist, mach es.

Was ist Ihr größter Wunsch für die nächsten Wochen?

Prinz: Rosenmontag 30 Grad im Schatten.

Das hört sich so an, als ob Sie nicht mehr hier wären.

Prinz: Doch, schon.

Brauchen Sie denn Urlaub nach den tollen Tagen?

Prinz und Pünte: Nein. Wir sind geübt

Pünte: Mal haben wir es bis 6 Uhr, mal bis 7 Uhr ausgehalten. Ich brauch dann nur jemand, der mir die Augen streichelt.

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