Fr., 22.01.2016

Andrea Weiß wird Feuerwehrfrau „Nie zu alt, etwas Neues zu wagen“

Andrea Weiß ist von Kindesbeinen an vom Feuerwehrwesen fasziniert. Nun, da die eigenen Kinder groß genug sind, erfüllt sie sich den Wunsch und tritt in den aktiven Feuerwehrdienst ein.  

Andrea Weiß ist von Kindesbeinen an vom Feuerwehrwesen fasziniert. Nun, da die eigenen Kinder groß genug sind, erfüllt sie sich den Wunsch und tritt in den aktiven Feuerwehrdienst ein.   Foto: sba

Reckenfeld - 

Andrea Weiß aus Reckenfeld ist Feuerwehr-Anwärterin, nach der Grundausbildung wird sie sich offiziell „Feuerwehrfrau“ nennen dürfen. Für sie geht damit ein Kindheitstraum in Erfüllung.

Von Stefan Bamberg

Wer Andrea Weiß zurzeit auf Facebook begegnet, ahnt, dass in diesen Tagen etwas Besonderes ansteht. Außerhalb des sozialen Netzwerkes, wohlgemerkt. Im richtigen Leben. Ohne leiseste Zweifel kann man sagen: Mehr richtiges Leben geht eigentlich nicht.

Doch zunächst zurück in die virtuelle Welt: „Meine Mama ist Feuerwehrfrau“ – ein Pixi-Buch-Cover mit diesem Schriftzug ziert das Profil der Reckenfelderin seit ein paar Wochen. Ihre beiden Töchter Janina und Annika können genau das bald über ihre Mutter berichten. Nach der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr am Freitagabend ist schon amtlich: Andrea Weiß ist jetzt Feuerwehr-Anwärterin, nach der Grundausbildung wird sie sich offiziell „Feuerwehrfrau“ nennen dürfen. Und die Geschichte, wie und weshalb es dazu kam, ist durchaus bemerkenswert: witzig, aber auch ein bisschen rührend. Denn wenn Andrea Weiß von der Feuerwehr redet, erzählt sie von einer Faszination, die sie schon immer begleitet. „Mit der Aufnahme in den Löschzug Reckenfeld erfüllt sich für mich ein Kindheitstraum“, sagt Weiß.

Doch von vorn: Aufgewachsen ist Weiß in Emsdetten – direkt neben der städtischen Feuerwache. „Damals gab es noch die klassische Sirene“, erinnert sie sich. „Sobald der Alarm losging, rannten auch wir sofort aus dem Haus“. Die Feuerwehrleute kurbelten die Fensterscheibe runter, teilten der kleinen Andrea, ihren Geschwistern und Freundinnen mit, wo der Einsatz war. „Ganz oft sind wir dann mit dem Fahrrad hinterher“, lacht Weiß. Schräg? Verrückt? Vielleicht ein bisschen, das streitet auch Andrea Weiß nicht ab. Aber es war eben auch der Anfang einer Leidenschaft. Die rasanten Radtouren endeten im Laufe der Jahre, die Begeisterung für feuerlöschende Lebensretter nicht.

Ihr heutiger Ehemann Olaf passte da perfekt ins „Beuteschema“: Seit 1992 gehört Olaf Weiß dem Reckenfelder Löschzug an, aktuell als stellvertretender Löschzugführer. Auch Andrea Weiß war seitdem immer engagiert rund um das Gerätehaus an der Bahnhofstraße – allerdings nicht am Einsatzort, sondern als Ehrenamtliche hinter den Kulissen. „Bei uns zu Hause ist die Feuerwehr so natürlich immer ein wichtiges Thema gewesen“, erzählt sie. Doch warum, fragt man sich, ist Andrea Weiß dann nicht schon früher Teil des Löschzugs geworden? Eine reine Männer-Domäne ist die Feuerwehr schließlich schon länger nicht mehr, wie Olaf Weiß bestätigt. „Ich wollte abwarten, bis unsere Kinder groß sind“, erklärt Weiß. Soweit ist es nun: Mittlerweile könnten Annika und Janina ihre Mama kurz entbehren, falls die plötzlich ausrücken müsste.

Voraussichtlich ab Herbst kommt sie für jeden Einsatz in Frage, vorher steht noch die Grundausbildung auf dem Programm. Mit allem Zipp und Zapp – Extrawürste gibt es für Frauen keine. „Auf dem Lehrgang werde ich mit ziemlicher Sicherheit die Älteste sein“, vermutet Andrea Weiß. Wenn sie die Ausbildung – hoffentlich – erfolgreich abgeschlossen hat, wird sie 46 Jahre alt sein.

Oder, wer Andrea Weiß erlebt, würde sagen: 46 Jahre jung. Das ist es nämlich, was sie sich selbst beweisen und anderen vermitteln möchte: „Man ist nie zu alt, um etwas Neues zu wagen!“

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