So., 24.01.2016

Karneval des Ka-Ki-V Der Sportler, der zum Narren wurde

„Atemlos durch das Haus“ – sehr frei nach Helene Fischer sind die tanzenden Kfd-Putzfrauen unterwegs.

„Atemlos durch das Haus“ – sehr frei nach Helene Fischer sind die tanzenden Kfd-Putzfrauen unterwegs. Foto: Stefan Bamberg

Reckenfeld - 

Ausgelassen feierten die Reckenfelder Karnevalisten am Samstagabend des Karneval des KaKiV. Die durchweg Reckenfelder Akteure hatten wieder ein tolles Programm zusammengestellt. Prinz Günter IV. Behrla und Prinzessin Sabine übernahmen die Regentschaft.

Von Stefan Bamberg

So viel Sport gab‘s wohl noch nie beim KaKiV: Dass, wer unter dem rasanten Sessionsmotto „Das wird ein Tanz auf dem Vulkan – der KaKiV fährt Achterbahn“ das Zepter schwingt, keine Couch-Potatoe ist, war ja abzusehen. Mit Günter IV. (Behrla) und Prinzessin Sabine hievten die Reckenfelder Karnevalisten am Samstagabend jedoch zwei Regenten ins Amt, denen in Sachen Bewegung nun wirklich niemand etwas vormacht.

„Der Prinz kann Judo“ – hätte Präsident Dirk Wenselowski diesen Tipp im Vorfeld gegeben, hätte wohl keiner lange überlegt. Doch so blieben den Rätselfreunden neben ein paar Hinweisen, die auf fast jeden im Saal hätten zutreffen können, nur das Foto einer Sportschuhsohle und das „geheime Geräusch“ auf der KaKiV-Homepage. „Der Aufprall eines Körpers auf einer Gymnastikmatte“, löste Wenselowski auf. Ein Geräusch freilich, das Günter IV. in seiner sportlichen Laufbahn schon ziemlich oft gehört haben dürfte – er besitzt den schwarzen Judo-Gürtel.

Wenig erstaunlich also, dass sein Vorgänger Erwin I. Reichhardt es nicht auf ein Kämpfchen um die närrischen Insignien ankommen ließ. Das „umwerfende Jahr“ (Reichhardt), das er mit seiner Gattin Karin erlebte, hätte sonst in letzter Sekunde womöglich noch eine ganz andere Bedeutung bekommen können.

Auch Prinzessin Sabine ist eine Sportskanone: Vorsitzende des Emsdettener Judo-Vereins, Aqua-Fitness-Trainerin und beim KaKiV als Tänzerin bei den „Recki-Tecki-Girls“ bekannt. Sie war es, die ihren Ehemann für die Narretei begeisterte. So sehr, dass der sich beim KaKiV mittlerweile „als Teil einer großen Familie fühlt“, wie Günter IV. in seiner Antrittsrede verkündete.

Womit er auch gleich den Reiz der Veranstaltung auf den Punkt brachte: Beim KaKiV machen Reckenfelder Karneval für Reckenfelder. Keine für teures Geld eingekauften Büttenredner, stattdessen Musik, Tanz und Gags mit lokalem Charme. Keine Frage: Als Zuschauer (insbesondere als Karnevals-Laie) muss man nicht jeden Programmpunkt zum Brüllen lustig finden, doch es ist das Konzept dahinter, das jedes Jahr aufs Neue überzeugt.

Da muss Pastor Klaus Lunemann als „Aufnahmeprüfung“ zum neuen KaKiV-Präses – er löst Martin Frohnhöfer ab – erst drei gewürzte Schnäpse kippen, dann in die Bütt steigen und zum Schluss noch gekonnt die Ablösung des alten sowie die Inthronisierung des neuen Prinzenpaares vornehmen.

Da ist Ex-Prinz Erwin Reichhardt als fachsimpelnder Rentner mit Thermoskanne und „Apotheken-Umschau“ unterwegs, da hüpfen die Kfd-Frauen als frustrierte Putzfrauen (inklusive Meister Proper) über die Bühne. Die „Tanzbande“ von der befreundeten ReKaGe mischt graziles Ballett mit feurigen Latino-Moves, die „Flying Angels“ begeistern mit einer Grusel-Choreographie, die „Recki-Tecki-Girls“ (mit Prinzessin Sabine) bieten „Rock around the clock“ im 50er-Jahre-Style.

Absoluter Höhepunkt des Abends ist ganz sicher der Moment, in dem das Landhaus Rickermann zum berühmten „Studio eins“ der ZDF-Hitparade wird: Kreative KaKiVer stürmen als Bata Ilic, Mireille Mathieu, Costa Cordalis, Roberto Blanco, Heino und – nach dem Motto „schlimmer geht immer“ – sogar als Rex Gildo die Bühne. Hossa! Das ist tolle Unterhaltung, die mit einem Udo-Jürgens-Double am Klavier ihren krönenden Abschluss findet.

Krönender Abschluss? O weh, da war doch was. Für einen solchen sorgen seit Jahren die „Hupfdohlen“: Das KaKiV-Männerballett tritt diesmal als Bauarbeiter-Trupp in Blaumann und Feinripp-Hemd auf und „steigert das Bruttosozialprodukt“. Tänzerisch gewohnt limitiert, was aber sicher nicht an Ina Wenselowski, der engagierten Trainerin der Männer, liegt. Die holte sich völlig zu Recht ein Dankeschön-Präsent ihrer Schützlinge ab – für ihre unendliche Geduld bei den Proben.

Leserkommentare

Wie bewerten Sie diesen Artikel?

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Nur eine Abstimmung möglich!

Ihre Bewertung wurde geändert.

  • Derzeit 0 von 5 Sternen.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertung: 0/5

1 Stern = überhaupt nicht gut; 5 Sterne = hervorragend

Google-Anzeigen

Mehr zum Thema

Anzeige

immomarkt.ms Anzeigen

Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3757586?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F