So., 24.01.2016

Neues „Ausbildungszentrum Feuerwehr gründet Fahrschule

Zahlreiche Feuerwehrmänner wurden im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr geehrt oder wurden befördert.

Zahlreiche Feuerwehrmänner wurden im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr geehrt oder wurden befördert. Foto: Jannis Beckermann

Greven - 

Die Grevener Feuerwehr gründet jetzt eine eigene Fahrschule. In diesem „Ausbildungszentrum“, wie es offiziell heißt, absolvieren ehrenamtliche Feuerwehrkräfte in Zukunft den für Löschfahrzeuge nötigen Führerschein der Klasse C. Als Lehrer fungiert ein hauptamtlicher Feuerwehrmann, der von der Bundeswehr die entsprechende Lizenz nach Greven mitbringt.

Von Jannis Beckermann

Gewissermaßen ist es ein Novum für eine Stadt der Größe Grevens. Eine feuerwehrinterne Fahrschule – so etwas haben vorwiegend Berufsfeuerwehren in Großstädten. Greven mit seiner freiwilligen Wehr steigt nun in diese Liga auf. „Ab sofort bilden wir selbst mit einem Übungs-Lkw aus“, bestätigte Wehrführer Matthias Wendker bei der Generalversammlung am Freitag die Gründung einer eigenen Fahrschule.

In diesem „Ausbildungszentrum“, wie es offiziell heißt, absolvieren ehrenamtliche Feuerwehrkräfte in Zukunft den für Löschfahrzeuge nötigen Führerschein der Klasse C. Als Lehrer fungiert ein hauptamtlicher Feuerwehrmann, der von der Bundeswehr die entsprechende Lizenz nach Greven mitbringt.

Bisher mussten Ehrenamtler bei Privatanbietern üben und – trotz Zuschusses der Stadt – einen Eigenanteil von bis zu 600 Euro für die Ausbildung aufbringen. „Das hat viele Kollegen abgehalten, den Schein zu machen“, sagt Wehrchef Wendker. Die Sorge, auf Dauer zu wenig qualifizierte Fahrer in der Truppe zu haben, überzeugte letztlich auch den Bürgermeister von dem Projekt, das privaten Fahrschulen in Greven aber keine Konkurrenz machen solle, so die Aussage bei der Versammlung im Ballenlager.

Dort zogen die Löschzüge zugleich ihre Jahresbilanz (siehe Infokasten). „Unverändert hoch“ bewertete der Feuerwehrchef die Arbeitsbelastung, die 2015 für einen deutlichen Anstieg auf insgesamt 361 Einsätze (2014: 292) sorgte. Der Rettungsdienst rückte sogar 2996-mal aus, fuhr also durchschnittlich 8,2 Einsätze pro Tag – ein Höchststand.

Probleme im Feuerwehr-Alltag bereiten vor allem vermeintlich eingeschlossene Personen. In 80 Prozent der Fälle breche man Türen auf, hinter denen überhaupt niemand warte, mahnte der Wehrführer mehr Zurückhaltung beim 112-Ruf an. Darüber hinaus kostet bisher die Beseitigung von Ölspuren viel Zeit. „Eine Zumutung“, findet Matthias Wendker, der zumindest beim Öl-Entfernen auf Besserung durch eine Gesetzesnovelle bei den Feuerwehraufgaben in NRW hofft.

Positiv bewertet die Feuerwehr zudem die aufgestockten Investitionen der Stadt in die technische Ausrüstung, die Bürgermeister Peter Vennemeyer gar als „mustergültig“ pries. Kritisch hingegen, das gab auch Vennemeyer zu, ist die Lage bei den Gerätehäusern in Gimbte und in Greven-West.

Im Golddorf räumte der Löschzug seinen Tagungsraum für die Kita und ist momentan auf Container angewiesen. Im Josefsviertel dauert derweil die Standortsuche für ein zusätzliches Gerätehaus an, das mittelfristig ein Provisorium an der Kerkstiege ablösen soll. Man verhandle mit Grundstückseigentümern, versicherte der Bürgermeister. „Vorerst jedoch“, so sein Appell, „müssen wir mit den Übergangslösungen leben.“

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