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Do., 28.01.2016

Sprungtum im Hallenbad Sicherheit geht vor

Verlockend: Ein Sprung ins kühle Nass? Die Grevener Sprunganlagen erfüllen die DIN-Normen und können – im Gegensatz zu Münsters Anlagen – weiter genutzt werden.

Verlockend: Ein Sprung ins kühle Nass? Die Grevener Sprunganlagen erfüllen die DIN-Normen und können – im Gegensatz zu Münsters Anlagen – weiter genutzt werden. Foto: Ulrich Schaper

Greven - 

Viele Sprungtürme in münsterischen Bädern entsprechen nicht der EU-Norm - und sind daher vorerst stillgelegt. In Greven hingegen ist alles in Butter. Das beschert dem Bad Anfragen aus dem Umland. Eine Trainings-Gruppe wollte gar ihr eigenes Sprungbrett mitbringen und montieren. Doch daraus wurde nichts.

Von Ulrich Schaper

Bädertourismus gibt es ja spätestens seitdem das Schwimmbad Coburg in Münster seinen Badegästen mitunter eisige Temperaturen diesseits der 20°C-Marke zugemutet hatte. Der jüngste Fall von Bädertourismus aber ist schon kurios: Weil die Sprunganlagen in Münsters Bädern in ihrem derzeitigen Zustand nicht den aktuellen EU-Richtlinien entsprechen, hat die Bäderabteilung im Sportamt bis auf Weiteres den Großteil der Anlagen gesperrt.

Konkret handelt es sich um die genormten Abstände, die die Bretter zum Beckenrand haben müssen, die Neigungswinkel der Treppen und – wahrscheinlich der entscheidende Punkt – die Geländerkonstruktionen.

„Die Geländer müssen seit Inkrafttreten der Norm vertikale Streben haben“, erklärt Martin Schröder, der zuständige Mann im Grevener Bäderbetrieb. Die Münsteraner Bäder haben überwiegend horizontale Streben. „Über die kann man leicht hinübersteigen, was natürlich die Verletzungsgefahr erhöht“, sagt Schröder.

Nun ist konkret nichts passiert. Auch habe es in Münster keine offizielle Aufforderung gegeben. Nach interner Prüfung aber hat die Stadt Münster entschieden, die Sprung-Anlagen zu schließen, um Sicherheit und Rechtslage zu prüfen.

Wie der Radiosender Antenne Münster gestern berichtete, wollen nun einige Vereine nach Greven ausweichen. Martin Schröder bestätigt eine entsprechende Anfrage eines münsterischen Wassersportvereins.

„Denen musste ich leider absagen“, erklärt Schröder. Warum? Nicht etwa, weil es auch in Greven Sicherheitsmängel gibt. Mitnichten. „Die wollten ihre eigenen Bretter mitbringen und unsere Sprungtürme für ihr Training umrüsten“, erklärt Schröder, nicht ohne sich über die speziellen Wünsche zu wundern. Im Wasserspringen gibt es für den Leistungssportbereich extra dafür konstruierte Bretter. Eben diese wollten die Sportler im Grevener Bad kurzerhand montieren. „Das konnten wir natürlich nicht zulassen. Unsere Turmvorrichtungen sind für diese Art von Sprungbrettern nicht ausgerüstet. Das Sicherheitsrisiko wäre außerdem zu hoch.“

Sprunganlagen sind nicht nur für die Wassersportler vonnöten, sondern auch für den Erwerb des Schwimmabzeichens in Gold und des Rettungsschwimmer-Scheins. Es bleibt abzuwarten, ob der Bädertourismus noch zunimmt. Vieles wird davon abhängen, wie schnell die münsterischen Anlagen wieder geöffnet werden.

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