Do., 28.01.2016

Ölpreis-Tief sorgt für Nachfrage Einmal vollmachen bitte

Einmal vollmachen bitte: Überall werden derzeit die Heizöltanks befüllt. Denn die Preise sind so niedrig wie seit Jahren nicht mehr.

Einmal vollmachen bitte: Überall werden derzeit die Heizöltanks befüllt. Denn die Preise sind so niedrig wie seit Jahren nicht mehr. Foto: dpa

Greven - 

Es ist ein Pokerspiel: Sinkt der Heizölpreis noch weiter ist ist die Talsohle erreicht? Vielen Verbrauchern ist das offensichtlich egal: Sie nutzen die aktuell supergünstigen Preise, um die Tanks vollzumachen.

Von Peter Beckmann

Es gibt Gewinner, es gibt Verlierer – das ist halt so im Leben. Verlierer sind im Moment die Gaskunden. Die zahlen im Vergleich recht hohe Preise für die mollige Wärme und das warme Wasser. Und: Verlierer sind die, die schon vor Wochen und Monaten den Tank haben voll machen lassen. Absolute Gewinner dagegen sind die, die noch Platz haben im Heizöltank. Denn: Selten war der Preis für Heizöl so niedrig, wie im Moment.

„Bei einer Bestellung von 3000 Litern kostet der Liter Heizöl im Moment 32 Cent netto“, erzählt Kurt Degener, Leiter des Bereichs Mineralöl bei der Firma Ahlert. Und das hat zur Folge, dass Kunden, die jetzt bestellen, zwischen einer Woche und zehn Tagen auf ihr Heizöl warten müssen – obwohl die Auslieferungsfahrzeuge ununterbrochen im Einsatz sind.

Aber die Wartezeit ist den meisten egal. „Der Großteil derjenigen, die jetzt bestellen, müssten jetzt nicht unbedingt tanken, sondern wollen den niedrigen Preis nutzen und lassen die Tanks bis oben hin füllen“, so Degeners Erfahrung. Da gebe es nur eine Device: „Voll machen.“

32 Cent – das ist schon eine Hausnummer. Vor zwei Jahren kostete das Heizöl das Doppelte, Ende 2012 gar 81 Cent netto je Liter.

Und wie geht es weiter? Da will sich Degener nicht aus dem Fenster lehnen. „Das voraus zu sagen ist wie das Zocken an der Börse“, sagt er und liefert gleich einen Beweis. Denn er, der ja wohl als Experte zu bezeichnen ist, hat sich privat auch verzockt und im Oktober für 45 Cent getankt. „Ich dachte, es geht nicht weiter runter.“

Stefan Wranick von der Heizöl-Firma Kölker ist da schon mutiger. „Ich persönlich glaube, dass die Talsohle beim Preis erreicht ist“, lässt er sich zu einer Prognose hinreißen. Aber: Sicher ist er sich natürlich auch nicht. „Es gibt Experten, die glauben, dass es sogar noch weiter runter geht.“

Aber auch für Degener und Wranick hat die momentane Situation etwas Gutes. „Das Geschäft macht momentan deutlich mehr Spaß. Die Kunden, mit denen man telefoniert, sind sehr entspannt“, erzählt Degener.

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