Do., 28.01.2016

Stiftung der evangelischen Kirche Sportlich, aber machbar

Frank Sabrowski (links) und Heinz-Jürgen Schölzke machen sich für eine bessere finanzielle Basis der Stiftung stark, um so langfristig beide Kirchstandorte (Greven und Reckenfeld) erhalten zu können.

Frank Sabrowski (links) und Heinz-Jürgen Schölzke machen sich für eine bessere finanzielle Basis der Stiftung stark, um so langfristig beide Kirchstandorte (Greven und Reckenfeld) erhalten zu können. Foto: oh

Greven/Reckenfeld - 

Eine gewaltige Kapitalerhöhung plant der Stiftungskreis der evangelischen Kirche. Das Ziel: Beide „Kirchtürme“ sollen auf Dauer finanziell gesichert werden.

Von Oliver Hengst

Frank Sabrowski (Reckenfeld) und Michael Hirsch (Greven) verstärken seit Kurzem den Stiftungskreis der evangelischen Kirchengemeinde Greven. Diese Stiftung – existent seit 2007 – soll besser ausgestattet werden. Aktuell stehen 50 000 Euro Kapital zur Verfügung. Die Erträge (das Kapital selbst bleibt unangetastet) werden für Gemeindezwecke verwendet. Bei der derzeitigen Zinslage ergibt das jedoch nur Mini-Beträge. Ziel daher: Das Stiftungskapital auf 500 000 Euro aufstocken. Sportlich, aber machbar, finden die engagierten Stifter, die sich damit letztlich für den Erhalt der beiden Kirchstandorte Greven und Reckenfeld stark machen.

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Derzeit ist kein Standort akut bedroht, eine Schließungs-Diskussion wird nicht geführt. Doch man will gerüstet sein für den Fall, dass man sich irgendwann der Frage stellen muss.

„Die zwei, die hier am Tisch sitzen, die kämpfen für den Erhalt des Kirchturmes in Reckenfeld. Davon können Sie ausgehen“, sagt Presbyter Heinz-Jürgen Schölzke aus Reckenfeld mit Blick auf den neuen Mitstreiter Frank Sabrowski. „Unsere Devise: Es soll irgendwann mal nicht an den Finanzen scheitern, wenn es um die Frage geht: Kann hier das Gemeindezentrum erhalten bleiben?“

Von den rund 7000 Grevener Protestanten leben rund zwei Drittel in der Kernstadt und ein Drittel in Reckenfeld. Der prozentuale Anteil an der Bevölkerung liegt somit in Reckenfeld deutlich höher (28 Prozent) als in der Kernstadt (16 Prozent). Derzeit gehören 2300 Reckenfelder der evangelischen Kirche an. „Wenn diese Zahl irgendwann auf wenige Hundert zusammenschrumpfen würde, wäre ich der letzte, der fordert: Dafür muss man ein eigenes Gemeindezentrum mit Kirche vorhalten. Aber solange wir nicht nennenswert unter die 2000er-Marke fallen, lohnt sich das immer“, ist Schölzke überzeugt. „So ein Gemeindezentrum unterstützt und fördert ja auch das Ortsleben. Das finde ich einen ganz wichtigen Aspekt“, sagt Sabrowski, der von Schölzke (man kennt sich unter anderem vom SCR) beim wöchentlichen Marktbesuch angesprochen wurde.

Beide richten bei ihrem Engagement für den Stiftungskreis ihren Blick vor allem auf Reckenfeld – aber nicht nur. „Sollte es eines Tages tatsächlich mal zu einer Schließung kommen müssen, würde die Gesamtgemeinde stark leiden. Und andererseits: Wenn der Teilstandort Reckenfeld prosperiert, lebt und Aktivitäten entwickelt hilft das der Gesamtgemeinde“, ist Schölzkes These. Insofern könne nur der Erhalt „beider Kirchtürme“ das Ziel sein.

Dabei könnte ein deutlich aufgestocktes Stiftungskapital helfen. Werfen die 50 000 Euro bei „normaler“ Verzinsung rund 2000 Euro Erlös pro Jahr ab, so wären es bei einer halben Million entsprechend 20 000 Euro im Jahr – Geld, das langfristig prima für die Unterhaltung oder Sanierung der Gebäude eingesetzt werden könnte – und ebenso für die aktive Gestaltung des Gemeindelebens, Jahr für Jahr. Aktuell wird zum Beispiel der Kinderchor aus dem Stiftungserlös unterstützt. „Man muss es wie eine langfristige Anlage sehen, die sich auszahlt“, wirbt Sabrowski.

Ziel ist es, Zustifter zu finden, die einmalige oder jährliche Geldbeträge zur Verfügung stellen. Dass 500 000 Euro nicht unerreichbar sind, rechnet Schölzke vor: „Wenn jeder der rund 2000 Haushalte im Jahr 30 Euro zahlen würde, wären das 60 000 Euro im Jahr. Macht in fünf Jahren 300 000 Euro.“

Sabrowski will helfen, die Stiftung in eben diese Richtung zu entwickeln. „Es geht um Nachhaltigkeit. Gemeinde ist Leben. Das wollen wir aufrecht erhalten. Und dabei möchte ich mithelfen“, begründet Sabrowski sein Engagement. Jeder Zustifter trage so letztlich mit dazu bei, das Angebot aufrecht zu erhalten, von dem man wiederum selbst profitieren könne.

Schölzke geht gar noch einen Schritt weiter: Wenn Menschen eine Stiftung unterstützen, setzten sie letztlich eine Marke, die über den Tod hinausgeht. Stifter machen kirchliches Leben möglich und wirken auch noch dann positiv, wenn sie längst gestorben sind.“

► Am 13. März finden in beiden Kirchstandorten spezielle Gottesdienste statt, in denen die Stiftungsidee näher vorgestellt wird.

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