Do., 28.01.2016

Füchtlingsunterkunft an der Wentruper Mark Ein Ja mit viel Bauchweh

Greven - 

Dezentral, stadtnah, in funktionierenden Nachbarschaften: Das waren bisher die Leitlinien der Grevener Asylpolitik. Diese Grundsätze wurden nun, der Not gehorchend, aufgegeben. Der Hauptausschuss gab grünes Licht für den Standort Wentruper Mark, wo 250 Flüchtlinge in fünf Containern ein Dach über dem Kopf bekommen sollen.

Von Monika Gerharz

Die Unterkunft für Flüchtlinge an der Ecke Mergenthaler Straße / Wentruper Mark kommt: Am Mittwoch hat der Hauptausschuss dem Vorschlag der Verwaltung, dort Container für bis zu 250 Menschen aufzustellen, mit Mehrheit zugestimmt – allerdings mit Bauchweh. Denn dass ein Standort am Stadtrand, ohne Nachbarn, mit weiten Wegen in die Stadt, der Integration nicht förderlich ist, sahen sowohl die Stadtverwaltung als auch alle Fraktionen als Problem. Aber bis auf die Grünen, die Linken, die Fraktion Reckenfeld direkt und Michael Zweihaus von der SPD haben dennoch alle Ausschussmitglieder zugestimmt. Wilfried Roth (FDP) fasste die Stimmung zusammen. „Wir wollen eigentlich die dezentrale Unterbringung. Aber im Leben ist es manchmal so, dass bestimmte Dinge nicht gehen.“

Der Abstimmung vorausgegangen war eine Präsentation durch die zuständige Fachbereichsleiterin Beate Tenhaken. Der Knackpunkt: In diesem Jahr werden, sogar bei vorsichtiger Schätzung, etwa 800 zusätzliche Plätze für Flüchtlinge gebraucht. Und ob die Zahl am Ende ausreicht, weiß angesichts der verworrenen Lage in Nahost und Europa sowieso niemand.

Eine gute Botschaft brachte Tenhaken mit: Für einige Wochen wird Greven keine neuen Zuweisungen bekommen. Denn zunächst sind jene Städte gefragt, die bisher ihre Quote nicht erfüllt haben. Die Verwaltung will die Atempause nutzen, die geplanten Standorte zu entwickeln – neben der Wentruper Mark weitere Containerstandorte, Doppelhäuser und angemietete Objekte (WN berichteten). Tenhaken deutete auch an, dass mit der DJK über eine Weiterbelegung der Vereinsräume verhandelt werden müsse und auch die Sporthallen und das Jugendzentrum im Hansaviertel nicht so schnell wie gewünscht ihren alten Nutzungen zugeführt werden können.

Der Abstimmung im Ausschuss vorangegangen war eine leidenschaftliche Debatte. Insbesondere die Grünen versuchten, andere, zentrumsnähere Standorte für Container ins Gespräch zu bringen – unter anderem das Hallenbad und den Parkplatz am Rathaus. Den letztgenannten Standort allerdings will Aloys Wilpsbäumer von den Technischen Betrieben als Reservefläche für den Tag, da die Not ganz groß werden könnte, zurückhalten, um dort Zelte aufzustellen. „Die Fläche eignet sich dafür. Wir dürfen deshalb einen solchen Standort nicht verbauen.“

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