Fr., 29.01.2016

Die neue soziale Bewegung in der Stadt Helfer kommen aus den unterschiedlichsten Gruppen

Unterstützung hat viele Gesichter:  Meik Kröger und Wolfgang Klaus machen mit ihrer Fahrradwerkstatt Flüchtlinge mobil

Unterstützung hat viele Gesichter:  Meik Kröger und Wolfgang Klaus machen mit ihrer Fahrradwerkstatt Flüchtlinge mobil Foto: Peter Sauer

Greven - 

Seit Juli gibt es in Greven eine Steuerungsgruppe, die die Aktivitäten von Haupt- und Ehrenamtlichen koordiniert und auch ehrenamtliche Aktivitäten vernetzt. Ulrike Penselin von der Stabsstelle Ehrenamt ist Geschäftsführerin. „Wir stehen vor einer ganz neuen Situation, denn das gab es wohl noch nie, dass haupt- und ehrenamtliche Arbeit so intensiv miteinander verflochten sind“, sagt Penselin. Es werde sehr produktiv gearbeitet und – durchaus auch kontrovers – diskutiert. „Die Ehrenamtlichen, die sich jetzt kennenlernen, werden sich auch in zehn Jahren noch kennen und eventuell zusammenarbeiten. Das stärkt das soziale Netz einer Kommune“, sieht Sozialamtsleiter Torsten von Düllen auch einen langfristigen Effekt. Das besondere dieser neuen sozialen Bewegung: Sie geht über politische und konfessionelle Grenzen hinweg. „Es ist nicht mehr das traditionelle Ehrenamt, das die Flüchtlingshilfe trägt“, weiß Heinz Kues. Zwar stehe rechtlich die Martinus-Gemeinde hinter der Flüchtlingshilfe, sie unterzeichnet Spendenbescheinigungen und garantiere für die ordnungsgemäße Verwendung der Mittel. Aber die Aktiven kommen aus allen Schichten – von der muslimische Gemeinde bis zu Grünenpolitikern. „Greven hat für eine solche Bewegung die richtige Größenordnung“, ist Dr. Bernhard Hülsken überzeugt. „Es geht viel über persönliche Bekanntschaften.“ Und Ulrike Penselin meint, dass auch die Größe der Verwaltung optimal sei, um Netzwerke zu knüpfen. „Man kennt die Kollegen noch alle – aber wir sind doch schon so groß, dass wir Fachleute für viele Bereiche haben.“ Eine Einschätzung, die Heinz Kues voll unterschreibt und zu der er ein kleines Beispiel erzählt, wie Dinge laufen können: In den Containern an der Biederlackstraße ist an einem Wochenende der Strom ausgefallen. Leute von der Flüchtlingshilfe alarmierten die Stadtwerke – aber die erklärten, dass sie die Gebäude nicht betreten dürften. Was also tun? „Ich habe gedacht: Dann rufst du eben den Peter Vennemeyer an“, sagt Kues. Er hat den Bürgermeister auch erwischt – in Wien. Und der wiederum hat dafür gesorgt, dass das Gebäudemanagement die Sache geregelt hat.

Von Monika Gerharz

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