Mo., 01.02.2016

Theo Reckers wird 90 „Muss wissen, was los ist in der Welt“

 

  Foto: Monika Gerharz

Greven - 

Theo Reckers wird heute 90 Jahre alt. Den gebürtigen Grevener kennen Zeitungsleser aus der Rubrik „Greven vor 25 Jahren“, die er jahrzehntelang betreut hat. Überdies war er als Pflanzenfotograf der Lokalzeitung bekannt.

Von Monika Gerharz

Theo Reckers ist ein Mann mit weitem Horizont: Fest verwurzelt im katholischen Glauben, jahrzehntelang prägend für die Grevener Kolpingfamilie, aktiv in der Marienbücherei, war er doch weltoffen wie wenige seiner Generation: Er hat gleich nach dem Krieg aktiv für die deutsch-französische Verständigung geworben – bis heute.

Theo Reckers wird heute 90 Jahre alt. Den gebürtigen Grevener kennen Zeitungsleser aus der Rubrik „Greven vor 25 Jahren“, die er jahrzehntelang betreut hat. Überdies war er als Pflanzenfotograf der Lokalzeitung bekannt: „Ich habe die Pflanzen beschrieben – und er hat sie fotografiert“, berichtet Frau Lore von den aktiven Zeiten. Wunderschöne Schwarz-Weiß-Abzüge, handgefertigt, zeugen noch heute im Wohnzimmer von diesem Steckenpferd. Eine Periode war Reckers im Rat, und neben all diesen Aktivitäten war der große Gemüsegarten sein Hobby. „Doch damit ist es vorbei“, bedauert Reckers. Ein Schulterbruch setzt ihn derzeit ein bisschen außer Gefecht, darum wird der 90. in kleinerem Rahmen gefeiert als geplant. Umso mehr Zeit hat er, sich täglich ausgiebig der Zeitungslektüre zu widmen. „Man muss doch wissen, was los ist in der Welt“, scherzt er.

Reckers, am 1. Februar 1926 in Greven geboren, wurde kurz vor Kriegsende zum Arbeitsdienst nach Frankreich eingezogen und geriet dort für drei Jahre in Kriegsgefangenschaft. „Auf dem Hof, wo ich war, hatte ich es aber sehr gut“, erinnert er sich. Bis heute steht er mit den Nachfahren seines ehemaligen „Patrons“ in telefonischem Kontakt. Kein Wunder, dass er begeisterter Unterstützer war, als Greven die Partnerschaft mit Montargis in die Wege leitete.

1948 wurde Reckers entlassen – und am Tage seiner Rückkehr lernte er seine spätere Frau Lore kennen. Die beiden hatten eine Tochter und einen Sohn. Zwei Enkelinnen und zwei Urenkel sind dazu gekommen. Mehr als 40 Jahre war Reckers Mitarbeiter bei Fiege. „Das war schon die schönste Zeit, als man so aktiv sein konnte“, meint Reckers. Aber er ist niemand, der Trübsal bläst, weil er es nun langsamer angehen lassen muss. „Ich bin zufrieden – es nützt ja alle nichts.“

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