So., 31.01.2016

Johnny Ketzel in der Schmiede Ein bisschen Melancholie, ein wenig Augenzwinkern

 

Als versierter Entertainer hatte Johnny Ketzel so manche Anekdote mitgebracht.   Foto: Axel Engels

Greven - 

Johnny Ketzel ist in Münster längst zum Kult geworden. Aber nicht nur dort kennt und liebt man diesen etwas schrägen Typen. Das wissen auch Programmmacher der Kulturinitiative zu schätzen, die ihn am Freitag in die Kulturschmiede geladen hatten.

Von Axel Engels

Ein Abend mit Johnny Ketzel ist immer ganz persönlich, spontan und sicherlich ein mitreißendes Erlebnis. Der Münsteraner Künstler, dessen bürgerlichen Namen Wolfgang Scherbening wohl nur die wenigsten Musikliebhaber kennen, ist in der Domstadt längst zum Kult geworden. Aber nicht nur dort kennt und liebt man diesen etwas schrägen Typen. Das wissen auch Programmmacher der Kulturinitiative zu schätzen, die ihn am Freitag in die Kulturschmiede geladen hatten.

Johnny Ketzel ließ es sich nicht nehmen, jeden einzelnen Besucher persönlich zu begrüßen, dadurch hatte er die Sympathien im Sturm erobert. Aber es dauerte erst einige Zeit, bis er sich musikalisch betätigte. Denn als versierter Entertainer hatte er so manche Anekdote mitgebracht. Da wusste man direkt, dass dieser Abend nicht ein oberflächlicher Ausflug in die Welt der locker in Musik gefassten Lyrik sein würde.

„Schluss mit lustig“ war als Eröffnungsnummer sicherlich passend gewählt, denn platte Unterhaltung gibt es bei Johnny Ketzel nicht. Johnny Ketzel schaut mit scharfem Verstand hinter die Dinge. Mit Selbstironie durchtränkt präsentierte er seinen „Letzten Willen“, wobei er dem begeisterten Publikum einen ganz tiefen Blick in sein Innerstes offenbarte. Längst hat er sich von dem Klischee des „Johnny Cash aus Münster“ entfernt, auch wenn seine musikalischen Wurzeln in der Countrymusik jederzeit spürbar sind. Seine unkonventionellen Lieder bestechen durch authentische Inhalte, die er in ein passendes musikalisches Gewand kleidet. Seine Bühnenpräsenz – schließlich hat er als Frontmann diverser Formationen über Jahrzehnte Erfahrungen gesammelt – setzte er in der Kulturschmiede gekonnt ein, um das Publikum zu fesseln. Natürlich kokettierte er mit dem leichten Irrsinn, den viele von ihm erwarten. Aber er machte dies auf eine natürliche Art, nichts wirkte aufgesetzt. Er entführte in die Welt der kleinen Leute mit all ihren Sorgen und Nöten, aber auch mit ihren intimen Glücksmomenten. Melancholie und abgeklärte Weisheiten zogen sich wie ein roter Faden durch all seine Lieder, ohne dass er dabei in Tristesse versank. „Ohne dich“ verzauberte mit poetischen Elementen, Johnny Ketzel vermag einfach sehr sensibel mit Worten zu spielen. Johnny Ketzel machte aber auch Mut zum eigenen Denken, rüttelte wie bei „Mogelpackung“ und „Jederzeit & immer“ auf. Als musikalischer Geschichtenerzähler bot er dem begeisterten Publikum tiefgründige Unterhaltung mit leichtem Augenzwinkern.

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