Mi., 03.02.2016

National Express Es hakt noch

Die Züge der National Express fahren auf der Linie RE 7 häufig mit Verspätung. Doch der Geschäftsführer des Unternehmens hat Besserung versprochen.

Die Züge der National Express fahren auf der Linie RE 7 häufig mit Verspätung. Doch der Geschäftsführer des Unternehmens hat Besserung versprochen. Foto: National Express

Greven - 

Viele Bahnfahrer aus Greven hatten sich gefreut. Gefreut darüber, dass es Mitte Dezember einen Wechsel bei den Betreibern der Bahnlinie RE 7 zwischen Krefeld und Rheine gab. Denn: Zu Bahnzeiten hatten die Züge dieser Linie ständig Verspätung oder fielen gar komplett aus. Jetzt wird die Linie vom britischen Unternehmen National Express bedient. Und: Die Situation ist nicht besser geworden.

Von Peter Beckmann

Fragt man die Reisenden am Grevener Bahnhof, meinen einige sogar, die Situation sei noch schlimmer geworden. Ausfälle, Verspätungen, zu kurze Züge, technische Probleme an den Zügen – die Liste der Klagen ist lang. Und: Dieser Eindruck ist nicht nur subjektiv.

Denn: „Die Linie läuft sicher nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Markus Rümke, Angebotsplaner des Zweckverband SPNV Münsterland (ZVM). Ob National Express aber einen schlechteren Service als die Deutsche Bahn biete, könne er noch nicht sagen. „Da gibt es noch keine Auswertungen.“ Rümke schränkte aber ein: „Die Linie RE 7 war immer schon eine schwierige Linie.“

Auch National Express-Geschäftsführer Wolfgang Schuster gesteht Probleme ein. „Der Start der Linie ist nicht so geglückt, wie wir uns das gewünscht haben“, sagte er im Gespräch mit WDR 5. „Wir haben den Kunden mehr versprochen, als wir momentan liefern.“

Als Gründe für die Probleme nannte er die frisch ausgebildeten Fahrzeugführer, die den Betrieb noch nicht so beherrschen würden und deshalb auf Nummer Sicher gingen. „Das kostet eben Zeit.“ Ein weiterer Grund sei, dass die Züge der National Express auf offenem Gelände geparkt seien und deshalb oft Ziel von Graffiti-Sprayern würden. Diese würde immer sofort entfernt, deshalb fielen auch schon mal Züge aus oder hätten weniger Wagen. Und nicht zuletzt habe es Probleme mit den Türen an den Triebwagen gegeben, die nicht schlössen.

Aber: Schuster gelobt Besserung. „Wir sind sehr daran interessiert, die Qualität zu verbessern.“ Nicht zuletzt aus finanziellen Gründen. Denn Verspätungen und Ausfälle führen zu sogenannten Pönalien – also Vertragsstrafen, die gezahlt werden müssen, wenn vertraglichen Verpflichtungen nicht oder nicht in vereinbarter Weise erfüllt werden.

Aber: An einer Besserung scheint National Express noch kräftig zu arbeiten. Denn gestern und vorgestern gab es ab Greven wieder regelmäßig Verspätungen – bis zu 35 Minuten. Doch: National Express hat noch 15 Jahre Zeit die Fehler zu beheben. Denn so lange läuft der Vertrag für die Linier RE 7.

Bei der Westfalenbahn, die zwei weitere Linien zwischen Münster und Rheine bedient, schneidet übrigens deutlich besser ab. „Da gibt es keine Auffälligkeiten“, sagte Rümke.

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