Mi., 10.02.2016

Karnevals-Finale Orden für eine Märchenerzählerin

Verleihung des Grünkohlordens: Gesellschaftspräsident Thomas Hermes übergibt die Grünkohlkette an Barbara Tillmann. Beobachtet wird er dabei unter anderem von Anneliese Meyer zu Altenschildesche, die ebenfalls Trägerin des Ordens ist.

Verleihung des Grünkohlordens: Gesellschaftspräsident Thomas Hermes übergibt die Grünkohlkette an Barbara Tillmann. Beobachtet wird er dabei unter anderem von Anneliese Meyer zu Altenschildesche, die ebenfalls Trägerin des Ordens ist. Foto: Rosi Bechtel

Reckenfeld - 

Geschichtenerzählerin Barbara Tillmann ist jetzt auch Trägerin des Re-Ka-Ge-Grünkohlordens.

Von Rosemarie Bechtel

Ja, Barbara Tillmann hat es verdient, im Kreise der Grünkohl-Ordensritter aufgenommen zu werden. Heimat und Brauchtum, genau das pflegt die Frau, die mit Gästen durch das Emsdettener Venn zieht und „schaurig schöne Geschichten“ über das Moor und Sagen aus Stadt und Land erzählt. Wer Barbara Tillmann schon einmal in dieser Rolle oder als Märchenerzählerin erlebt hat, der weiß, wie sie die Menschen in ihren Bann zieht.

Zur Einstimmung auf den Abend zeigte das Solomariechen der Re-Ka-Ge einen flotten Gardetanz, der die Gäste begeisterte.

In seiner Laudatio zeigte Vorjahres Ordensritter Ewald Schmedt Stationen aus dem Leben der neuen Ordensritterin auf. 1951 wurde sie, die die britische Staatsangehörigkeit hat, in Hannover geboren. Als kleines Kind kam sie viel in der Welt umher. 1958 zog die Familie dann nach Deutschland. Beruflich war sie als Sekretärin in verschiedenen Exportfirmen tätig. Mit Ehemann Hajo hat sie zwei Kinder, Sohn Roy und Tochter Pia, die vielen Lesern als Schauspielerin („Berlin Tag und Nacht“, „Köln 50667“) bekannt sein dürfte. Als Emsdettener Stadtprinzenpaar von 1994 sind Hajo und Barbara Tillmann im Karneval beheimatet.

Die Geehrte ist nicht nur in Emsdetten bekannt. 1999 erarbeitete sie einen Sagenspaziergang durch die Davert und absolvierte im gleichen Jahr die Ausbildung zur Märchenerzählerin. 2010 entstand der Kontakt zum Bibelfliesenmuseum, seither ist sie auch im Team Münsterland tätig. Mit all dem wie auch mit ihrem Einsatz als Museumsführerin beim Emsdettener Heimatbund, setzt sie sich für die Pflege von Heimat und Brauchtum ein.

Nachdem Re-Ka-Ge-Gesellschaftspräsident Thomas Hermes die Ordensketten überreicht hatte, bedankt sich Barbara Tillmann mit den Worten: „Geehrt werde ich hier und heut, bin nicht ganz so sicher ob mich das freut. Denn was ich mache, liebe ich sehr, verdiene ich dafür wirklich eine Ehr?“

Ihr persönlicher Dank galt vielen, vor allem ihrem Mann Hajo, der ihr den Rücken in vorderster Front frei hält. Seit 2014 ist sie Rentnerin. Aber: „Von wegen Ruhestand“, sagte der Ehemann lachend.

„Ich bedanke mich auch bei meinen Kindern, die oft als „Versuchskaninchen“ her halten mussten und bei allen Menschen, die mir ihre Ohren zur Verfügung stellen und sich vom gesprochenen Wort faszinieren lassen“, sagte Barbara Tillmann weiter. Mit einer Kostprobe ihres Könnens – der Geschichte vom „Zungenfleisch“ – faszinierte sie die Zuhörer. Was mit „Zungenfleisch gemeint ist, erklärte sich am Schluss des orientalischen Märchens: Die Menschen sollen miteinander reden und einander zuhören.

Der diesjährige Showtanz der Re-Ka-Ge Tanzgarde schien mit dem „Märchentanz“ auf die Geehrte zugeschnitten zu sein. „Einfach wunderbar“, zeigte sie sich begeistert, und der Applaus der vielen Abordnungen befreundeter Karnevalsgesellschaften bestätigten diese Aussage.

Dann durfte Barbara Tillmann den Worten der Gratulanten lauschen. Andreas Hajek (Ka-Ki-V) verband seine Gratulation mit dem etwas abgeänderten Gedicht „Oh schaurig ist`s übers Moor zu gehen…“ und zeigte sich dabei als aussagekräftiger Rhetoriker. Jo Schreiber (Emspünte) hatte gar den Froschkönig in die heutige Zeit versetzt. Dankesworte für die dritte Ordensritterin unter 39 männlichen Ordensrittern fand auch Bürgermeister Peter Vennemeyer.

Der hatte im Vorfeld vom Emsdettener Kollegen sehr viel über Barbara Tillmann erfahren. „Ohne diese Informationen hätte ich die Laudatio nicht halten können.“ Er gratuliert knapp zwei Stunden, bevor die Narrenkappen endgültig bis zum 11.11. im Schrank verschwinden müssen mit den Worten: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Doch eine Grünkohlritterin bleibt man ein Leben lang“.

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