Do., 11.02.2016

Neuerscheinung Von Zuneigung und frühem Tod

„Kleine Geschichten fürs Herz“ heißt der schmale Band, den Elisabeth Niemeyer veröffentlicht hat.

„Kleine Geschichten fürs Herz“ heißt der schmale Band, den Elisabeth Niemeyer veröffentlicht hat. Foto: Niemeyer

Greven - 

Elisabeth Niemeyer, die früher für die Grevener Zeitung geschrieben hat, hat nun die schönsten Geschichten, die sie verfasst hat, herausgegeben – und widmet sie Miriam Salomon-Zeitner und ihrem ebenfalls verstorbenen Kollegen Peter Jalufka, ihrem „Entdecker“.

Von Monika Gerharz

„Kleine Geschichten fürs Herz“ heißt der schmale Band – und hinter dem Titel steckt eine große Geschichte von Warmherzigkeit und Zuneigung und frühem Tod. „Miriam Salomon-Zeitner hat immer zu mir gesagt: „Ich brauche von Ihnen noch eine Geschichte fürs Herz“, erzählt Elisabeth Niemeyer. Die verstorbene Journalistin hatte für die Grevener Zeitung, die heute in der Zeitungsgruppe Münster erscheint, die Seniorenseite betreut, und Elisabeth Niemeyer, Jahrgang 1942, war eine ihrer Autorinnen. Sie hat, unterstützt von ihren Kindern, nun die schönsten Geschichten, die sie verfasst hat, herausgegeben – und widmet sie Miriam Salomon-Zeitner und ihrem ebenfalls verstorbenen Kollegen Peter Jalufka, „meinem Entdecker“. Sie hat den Schriftsteller beim Weihnachtsbaum-Kauf kennen gelernt und ihn gefragt, warum er seine Tanne nicht in ein Netz verpacken ließ. „Das hat er nicht so gern“, hat Jalufka geantwortet, man kam ins Gespräch, sprach übers Schreiben – und schon war auch Elisabeth Niemeyer für die Seniorenseite „verhaftet“. „Es ist eine Hommage für die beiden Menschen, die ich verehrt habe“, sagt die Autorin, die die Insel Zingst liebt und von einer Reise nach Sibirien träumt.

In dem Büchlein sind 16 Geschichten veröffentlicht, die alle um Themen kreisen, die ältere Menschen beschäftigen – um Einsamkeit und Tod, um dankbare Erinnerungen, um anrührende Begegnungen, um neue Aufbrüche. Wunderschöne Foto-Stillleben illustrieren sie in der gebundenen Ausgabe. Elisabeth Niemeyer, gelernte Krankenschwester, ist ehrenamtliche Mitarbeiterin beim ambulanten Hospizdienst der Malteser, für den sie auch Teile des Erlöses ihres Buches spenden wird. Sie schildert anrührend Besuche bei Todkranken – und erzählt von der Freude, die ein Kanarienvogel im Altersheim bereiten kann. Sie hat ein Talent, mit ganz wenigen Worten, in knappen Dialogen ganze Schicksale aufleuchten zu lassen. Ein Beispiel? „Jetzt war sie allein, mit drei Kindern. Dem Verstorbenen zur Ehre wurde ein Seelenamt gehalten, es wurden Totenzettel gedruckt – gefallen für Volk und Vaterland.“ Wenige Worte, doch die Fantasie, das Mitgefühl denkt sich eine ganze Geschichte dazu. „Deutsch war mein liebstes Fach“, erzählt die Autorin, die auf einem Bauernhof im Münsterland aufgewachsen ist. Aber lernen wollte sie lieber etwas Handfestes, vor ihrer Zeit als Zeitungsautorin hat sie nur selten geschrieben. „Alle meine Geschichten sind selbst erlebt“ versichert sie. Und das merkt man.

► „Kleine Geschichten fürs Herz“ von Elisabeth Niemeyer sind in der Buchhandlung Cramer&Löw und im Verlag „Epubli“ für 25,99 Euro (gebundene Ausgabe) und 13,99 Euro erhältlich.

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