Fr., 19.02.2016

Container für Jugendarbeit Darauf lässt sich aufbauen

Mit vereinten Kräften kamen die Helfer am Donnerstagnachmittag bei bestem Bauarbeiterwetter zügig voran.  

Mit vereinten Kräften kamen die Helfer am Donnerstagnachmittag bei bestem Bauarbeiterwetter zügig voran.   Foto: Oliver Hengst

Reckenfeld - 

Männer und Kinder aus Flüchtlingsfamilien packten selbst mit an, als es am Donnerstag darum ging, die Baugrube mit Schotter zu verfüllen. Verläuft alles planmäßig können dort schon kommende Woche Container für die Jugendarbeit aufgestellt werden.

Von Oliver Hengst

Schaufel für Schaufel dunkler Schotter wanderte in die Schubkarren. Karre für Karre landete schließlich in der Baugrube. Mit vereinten Kräften kamen die Helfer an der Alten Hauptschule zügig voran. Jürgen Otto, bei dem die Fäden zusammenlaufen, musste nicht lange bitten, rasch hatten sich etliche Flüchtlinge gefunden, die gerne mit anpackten. Weil sie wissen wofür: Wo der Schotter den Anfang machte, sollen noch in dieser Woche Sand und Pflaster folgen. „Wenn alles gut geht, können nächste Woche schon die Container durch die Firma Bolle aufgestellt werden“, erläutert Otto, der die Arbeiten ehrenamtlich koordiniert. Warum? „Ich bin pro Flüchtling. Man muss den Menschen in ihrer Not einfach helfen. Man kann ja kaum glauben, was manche von ihnen durchgemacht haben. Ich muss da einfach helfen. Ich kann nicht anders“, sagt er strahlend.

In dem rund 30 Quadratmeter großen Doppel-Container soll künftig Kinder- und Jugendarbeit stattfinden – auch, aber nicht nur für Flüchtlingskinder. Auch Hausaufgaben könnten dort erledigt werden – in etwas ruhiger Umgebung, als sie die provisorischen Flüchtlingsunterkünfte mitunter bieten können.

Mustafa Al Obaedi ist vor drei Monaten aus dem Irak geflüchtet und lebt nun in Reckenfeld. Auch er packte gestern mit an. „Ich mache das für meine Kinder und die Kinder meiner Freunde.“ Ndricim Ziri floh mit seiner Frau, die inzwischen ein Kind erwartet, aus Albanien. Sieben Monate ist das her. Er spricht bereits recht gut deutsch und meint: „Die Tage werden ohne Arbeit ganz schön lang.“ Er ist gelernter Krankenpfleger und träumt von einem solchen Job in Deutschland. „Aber das ist nicht einfach.“

Die früher als Büro-Provisorium genutzten Container aus dem Bestand der Firma Ahlert hat Bürgermeister Peter Vennemeyer vermittelt, wie Jürgen Otto bestätigt. Die engagierten Flüchtlingshelfer aus Reckenfeld griffen bereitwillig zu und mobilisierten weitere Unterstützer. Stückenschneider (Schotter) und Schwarz (Ausschachten) räumen Sonderkonditionen ein, Willy Otto stiftet das Pflaster, das an einem anderen Objekt nicht mehr gebraucht wird. Und ein Pflaster-Experte hilft beim Verlegen, bei dem wiederum einige Flüchtlinge als Zuträger gefragt sind.

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