Fr., 26.02.2016

Schrotträder am Bahnhof Reckenfeld Weg damit – gar nicht so einfach

Können die Besitzer dieser Zweiräder ihre Leezen mit vertretbarem Aufwand wieder fit machen? Diese Frage müssen Stadt-Mitarbeiter klären, bevor sie die Räder entsorgen lassen.

Können die Besitzer dieser Zweiräder ihre Leezen mit vertretbarem Aufwand wieder fit machen? Diese Frage müssen Stadt-Mitarbeiter klären, bevor sie die Räder entsorgen lassen. Foto: Oliver Hengst

Reckenfeld - 

Etliche Schrott-Räder stehen (liegen?) am Reckenfelder Bahnhof und versperren dort je einen der begehrten überdachten Stellplätze. Doch einfach entsorgen? Das ist gar nicht so einfach.

Von Oliver Hengst

Kein Sattel mehr, der Lenker verbogen, beide Reifen platt. Mit diesem Fahrrad (kann man das überhaupt noch so nennen?) ist seit Jahren niemand mehr gefahren. Ein Fall für den Schrotthändler. Gleiches gilt für das Zweirad direkt nebenan. Die Kette wird nur noch von Rost zusammengehalten. Selbst mit gutem Öl ist da nichts mehr zu machen. Weitere Exemplare dienten offenbar als Ersatzteillager für Diebe. Mal ist ein Reifen ausgebaut, mal nur der Reifen übrig und dafür der Rest weg.

Die Schrott-Räder stehen (liegen?) am Reckenfelder Bahnhof und versperren dort je einen der begehrten überdachten Stellplätze. Kein Einzelfall. Ein knappes Dutzend solcher Kandidaten wartet dort auf seinen letzten Gang zum Entsorger. Ärgerlich, denn in Reckenfeld ist jeder Platz belegt – anders als am Bahnhof Greven, wo es in der Regel noch freie Kapazitäten gibt.

Einmal im Jahr machen die Mitarbeiter der Technischen Betriebe „Tabula Rasa“. Dann werden die Bahnhöfe in Greven und Reckenfeld einer Grundreinigung unterzogen. Beete werden auf Vordermann gebracht, die Dächer der Fahrradstation gereinigt, Unkraut aus dem Pflaster entfernt. Im Zuge dieser Arbeiten werden dann auch schrottreife Fahrräder abgeräumt.

Wobei sich die Stadtmitarbeiter selbst enge Grenzen setzen, was als schrottreif einzustufen ist and was nicht. „Wir differenzieren da schon sehr. Man muss mit Fingerspitzengefühl vorgehen“, sagt Stadtsprecherin Manuela Bothe. Was für den Laien wie Schrott aussiehe, sei eventuell noch reparabel. „Nur wenn klar erkennbar ist, dass es nicht mehr mit vertretbarem Aufwand wiederherzurichten ist, wird es abgeräumt. Haben die Mitarbeiter Zweifel, bleibt es stehen.“ Wenn die Räder als klarer Fall für den Leezen-Friedhof identifiziert werden, lassen sich die Bauhof-Mitarbeiter auch nicht davon abhalten, dass das Rad – oder was von ihm übrig ist – möglicherweise noch angekettet ist. Rechtlich verkompliziert dies die Sache jedoch. Weshalb die Stadtmitarbeiter eben nur abräumen, wenn sie sich ihrer Sache auch ganz sicher sind.

Im Vorfeld eines Großreinemachens wird mit Aushängen am Bahnhof auf den nahenden Termin hingewiesen und darum gebeten, die Räder zeitweise anders zu parken. Kommen die Fahrradbesitzer der Bitte nicht nach, bleibt der Stadt nichts anderes übrig, als um die verwaisten Räder herumzu putzen. „Grundsätzlich sind Mitarbeiter der Technischen Betrieb mehrfach pro Woche an den Bahnhöfen. Die haben das im Auge. Wenn dort Fahrrad-Einzelteile herumliegen, nehmen die Kollegen die Sachen natürlich auch dann mit, wenn gerade keine große Reinigung ansteht“, sagt Bothe.

Die Zahl der Räder, die am Reckenfelder Bahnhof abgeräumt werden, beläuft sich nach ihren Angaben auf weniger als ein Dutzend pro Jahr.

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