Fr., 26.02.2016

Kinderreiches Greven Unverhoffter Kindersegen

Die Kita „Kinderland“ im Grevener Westen wird gerade um zwei weitere Gruppen erweitert. An vielen Einrichtungen sind jedoch keine weiteren Anbauten mehr möglich. Wohin also mit den vielen Kindern?  

Die Kita „Kinderland“ im Grevener Westen wird gerade um zwei weitere Gruppen erweitert. An vielen Einrichtungen sind jedoch keine weiteren Anbauten mehr möglich. Wohin also mit den vielen Kindern?   Foto: oh

Greven - 

Greven hat ein Luxusproblem: viele Kinder. Viel mehr als erwartet. Für die müssen Betreuungsplätze geschaffen werden.

Von Oliver Hengst

Die Stadt wächst und wächst. Auch die Zahl der Kinder, die in der Stadt leben, steigt – und das seit Jahren. Das schafft Luxusprobleme. Während andere Städte über die Nachnutzung leer stehender Kitas und Schule beraten müssen, hat Greven eine andere Aufgabe zu schultern: die Erweiterung der Kapazitäten – auch in den Kitas. Mit den Plänen für die kommenden Jahre beschäftigten sich am Donnerstag die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses.

Dank einiger Provisorien und viel organisatorischem Geschick ist es gelungen, erneut alle Kinder mit einem Platz in einer Kita oder in der Tagespflege zu versorgen. „Pläne sind das eine, das Leben ist aber anders“, sagte Cordula Beinker vom Jugendamt. „Die Kollegen bekommen fast täglich Anrufe von Eltern, die sagen: Wir ziehen aus Münster in die Wöste und brauchen einen Kitaplatz für unser Kind.“ Und natürlich müssten auch die Flüchtlingskinder versorgt werden. Aktuell füllen die Kinder aus Flüchtlingsfamilien rechnerisch dreieinhalb Kita-Gruppen und damit fast eine komplette Einrichtung.

„Wir haben pro Jahrgang im Schnitt rund 40 Kinder mehr als erwartet“, erläuterte Frank Hänel, im Rathaus für Bildung (und damit auch die Kitas) zuständig. Auch mit Blick auf die Schulen, die diese Jahrgänge bald besuchen, sei dies eine Herausforderung. Auch deshalb, weil der Trend zur Ganztagsbetreuung weiter steigt. In den Kitas buchten zuletzt rund 55 Prozent der Eltern ein 45-Stunden-Paket, weitere 33 buchten 35 Wochenstunden. „Für mich sind das alles Ganztagsplätze“, verdeutlichte Hänel. „Wenn dieses Zahlen auch auf die Schulen zukommen, haben wir noch einiges zu tun.“ Nicht zuletzt steigt auch der Bedarf vieler Eltern, ihre Kinder unter drei Jahren betreuen zu lassen. Ein Ende des Trends ist nicht absehbar – im Gegenteil: für die kommenden Jahre sehen die Prognosen je nach Altersklasse mindestens stabile, teilweise noch weiter steigende Kinderzahlen vor.

Was tun? „Für Greven rechts der Ems schlagen wir Ihnen eine Lösung vor, für links der Ems sind wir für Vorschläge offen“, sagte Hänel. Rechts der Ems ist der Neubau einer Kita vorgesehen (sh. separater Bericht). Im Grevener Westen und in Reckenfeld wird es zunächst nicht ohne weitere Provisorien und Übergangsgruppen gehen. Optionen, auch in diesen Wohnbezirken bestehende Kitas zu erweitern oder neue zu errichten, werden geprüft. Stadtweit gibt es in den Kitas derzeit 66 Gruppen, zwölf (!) weitere werden gebraucht. Allein in Gimbte gibt es keine Sorgen: „Dort ist die Situation zum Glück völlig unproblematisch“, sagte Cordula Beinker. „Nach der Kita können die Kinder dort ja direkt in die Jugendfeuerwehr wechseln“, scherzte Ausschussmitglied Andreas Hajek (CDU). Kita und Feuerwehr sind dort direkte Nachbarn.

Er sei erstaunt, dass es der Stadt Greven jedes Jahr aufs Neue trotz knapper Ressourcen gelinge, die vielen Kinder mit einem Betreuungsplatz zu versorgen, sagte Hans-Dieter Bez (CDU) anerkennend. „Es lohnt sich in Kinder zu investieren“, resümiert die Ausschussvorsitzende Monika Erben (SPD). Und Frank Hänel bekannte: „Die Aufgabe ist nicht leicht. Aber sie macht mehr Spaß, als sich mit Schließungen zu beschäftigen.“

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