Fr., 04.03.2016

Bezirksausschuss sagt Nein zum Asphalt Marienfriedweg: Schotter und neue Bäume

Keinen Asphalt, aber neue Bäume wird es an dieser Stelle geben.  

Keinen Asphalt, aber neue Bäume wird es an dieser Stelle geben.   Foto: oh

Reckenfeld - 

Soll der Marienfriedweg bis zum Ententeich asphaltiert werden, um Menschen mit einer Behinderung einen besseren Zugang zu ermöglichen? Der Bezirksausschuss Reckenfeld hat jetzt nein gesagt.

Von Oliver Hengst

Schluss, aus, vorbei: Der südliche Teil des Marienfriedweges erhält keinen asphaltierten Streifen, auf dem Nutzer von Rollatoren oder Rollstühlen den Ententeich sicher erreichen könnten. Das beschloss der Bezirksausschuss Reckenfeld am Donnerstagabend. Es gab lediglich eine Gegenstimme (Ernst Reiling) und zwei Enthaltungen (Reckenfeld direkt).

Der Ausschuss musste sich nochmals mit dem Thema befassen, weil es in der ersten Beratung versäumt worden war, den Senioren- und den Beirat für Menschen mit Behinderung einzubinden. Das ist nun nachgeholt worden – ohne Erkenntnisgewinn allerdings. Eine Stellungnahme der beiden Gremien lag am Donnerstag jedenfalls nicht vor.

Das Ansinnen, den Weg teilweise zu asphaltieren, ging auf einen Antrag von „Reckenfeld direkt“ zurück. Doch alles Werben war vergebens. Fritz Hesse (SPD) betonte, den Weg könne man „mit Schotter aufmöbeln“. Auch Wilfried Roth (FDP) ist gegen eine Asphaltierung. „Alle reden von Ökologie – aber demnächst ist alles versiegelt.“ Die wassergebundene Decke (gemeint ist letztlich feiner Schotter) könne so in Schuss gehalten werden, dass sie auch durch Menschen mit eingeschränkter Mobilität genutzt werden könne.

Franz-Josef Holthaus (CDU) hat sich von Senioren sagen lassen: „Da werden wir wohl mit fertig.“ Er befürchtet, dass ein Asphaltstreifen zur „Rallyestrecke“ für Rollerfahrer und Skater werden könnte. Den Hinwies auf die Kosten ließ Ernst Reiling, Fraktionschef von Reckenfeld direkt“ nicht gelten: „Der alte, der behinderte Mensch hat hier Vorrang.“

Einzig Olaf Wirl (Freie Wähler) argumentierte ebenfalls pro Asphalt: „Der Zustand ist jetzt katastrophal. Schlaglöcher wurden ausgebessert, das hielt aber nicht lange.“

Erfolgreicher war „Reckenfeld direkt“ mit einem anderen Antrag zur Marienfried­straße. Auf einem drei Meter breiten stadteigenen Streifen entlang der Straße (südlicher Teil) werden laut einstimmigem Beschluss auf der rechten Seite (Richtung Ententeich) etwa zehn bis 15 Bäume neu angepflanzt. So soll dieser Abschnitt einen Allee-Charakter erhalten. Die Kosten (15 000 Euro) sollen mit dem nächsten Haushalt bereitgestellt werden. Die Holthaus-Idee, Obstbäume zu pflanzen und die Früchte für die Allgemeinheit freizugeben, wurde von anderen Lokalpolitikern positiv bewertet. Einzig die Verwaltung geht Bedenken. Herunterfallende Früchte verschmutzen den Weg, den man doch eigentlich (siehe oben) von Barrieren frei halten wolle, sagt Rathaus-Vertreter André Kintrup.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

Mehr zum Thema

Anzeige

kfzmarkt.ms Anzeigen

Autos, Motorräder, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge aus Ihrer Region



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3847833?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F