So., 06.03.2016

Fördermittel für Reckenfeld beantragt Millionen für Integration?

Stadt, SC Reckenfeld und Lokalpolitik sind sich im Grunde einig, dass die Sportflächen am Wittlerdamm gebündelt werden sollen. Doch über den Fahrplan ist man sich uneinig. Eine Förderung könnte die Sache beschleunigen.  

Stadt, SC Reckenfeld und Lokalpolitik sind sich im Grunde einig, dass die Sportflächen am Wittlerdamm gebündelt werden sollen. Doch über den Fahrplan ist man sich uneinig. Eine Förderung könnte die Sache beschleunigen.   Foto: oh

Reckenfeld - 

Grundschulerweiterung, Sportplatzverlagerung, Sporthallen-Umbau - für diese Projekte hat die Stadt Greven Fördermittel aus einem Projekttopf für die Integration von Flüchtlingen beantragt. Eine Jury entscheidet im April.

Von Oliver Hengst

Die Stadt Greven macht sich Hoffnungen auf 15 Millionen Euro Fördermittel (unsere Zeitung berichtete). Zehn Projekte wurden angemeldet, drei davon aus Reckenfeld. Die Fördermittel liegen im Rahmen eines Sonderprogrammes „Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen“ bereit. Eine Jury entscheidet im April über deren Vergabe.

Bürgermeister Peter Vennemeyer rechnet nicht damit, dass alle Anträge erfolgreich sind. „15 Millionen: Das ist schon klar, die kriegen wir nicht. Wenn wir, ein, zwei oder drei Dinge durchbekommen, wäre das schon ganz günstig“, sagte er im Bezirksausschuss. Viele Kommunen hätten allerdings mangels Zeit und personeller Ressourcen auf einen Antrag verzichtet – was Grevens Chancen nicht schmälert. Zeit und Personal hatte Grevens Stadtverwaltung zwar auch nicht gerade im Überfluss, dennoch investierte man beides in der Hoffnung, dass es sich im wahrsten Wortsinne auszahlt.

Beantragt wurden Zuschüsse für folgende Projekte: Umwandlung der „Alten Sporthalle“ in der Ortsmitte in ein Begegnungszentrum (geschätzte Gesamtkosten: 927 000 Euro); Erweiterung der Erich-Kästner-Grundschule (1,4 Millionen Euro); Neuordnung der Sportflächen in Reckenfeld (5,2 Millionen Euro).

Vor allem die Sporthalle in der Ortsmitte war offenbar erklärungsbedürftig. Entsprechende Pläne sind auch Bestandteil eines Integrierten Handlungskonzeptes (iHK) für die Ortsmitte, das allerdings mangels Förderung bis heute nicht zum Tragen gekommen ist. Dass es nun eventuell losgelöst von den flankierenden Maßnahmen, die das iHK vorsieht, realisiert werden könnte, bereitet Bernd Sebastian (Grüne) Bauchschmerzen: „Mir würde das Gesamtkonzept an der Stelle fehlen.“ Durch die Unterbringung vieler Flüchtlinge in der Ortsmitte finde man dort auch eine andere Situation vor. Bürgermeister Vennemeyer entgegnete, dass es nach wie vor Ziel sei, das iHK und seine Einzelmaßnahmen umzusetzen. „Ich sehe keinen Grund, davon abzuweichen.“ Stadtplaner Christian Jakob meint, dass die Flüchtlinge in der Ortsmitte die Chancen auf Förderung erhöhen könnten. „Damit kann man punkten.“ Schließlich gehe es bei dem Sonderprogramm um eben ihre Integration. Und: Sollte es eine Förderung geben (mit entsprechenden baulichen Veränderungen an der Halle) könnte dies eine ganz neue Dynamik in Sachen Sportplätzeverlagerung in Gang setzen. „Es könnte sein, dass wir den SCR dann rasch umsiedeln müssen.“

Kein Freund der Sporthallen-Lösung ist nach wie vor Ernst Reiling (Reckenfeld direkt). Er plädierte schon immer für einen Neubau am Wittlerdamm. Fast wünscht er sich daher, dass es für die Alte Sporthalle kein Geld gibt. „Wenn wir unglücklicherweise dafür Geld kriegen, müssen wir schauen, ob wir es nicht besser zurückschicken.“

Zu beschließen hatte der Ausschuss hingegen nichts mehr. Durch ein Votum des Hauptausschusses tags zuvor waren die Förderanträge bereits auf den Weg gebracht worden.

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