Di., 08.03.2016

Gesamtschüler im Stadtarchiv Spannende Geschichte

Dr. Stefan Schröder zeigte den Schülern die vielfältigen Quellen zur Geschichte ihrer heimischen Textilindustrie.

Dr. Stefan Schröder zeigte den Schülern die vielfältigen Quellen zur Geschichte ihrer heimischen Textilindustrie. Foto: Privat

Greven - 

Im Rahmen von thematischen Führungen durch das Stadtarchiv Greven bot das Archivteam – Dr. Stefan Schröder und Angelika Haves – den Schülern aller fünf achten Klassen der Gesamtschule ein eindrucksvolles Bild der vielfältigen Quellen zur Geschichte ihrer heimischen Textilindustrie.

Wie veränderte die Industrielle Revolution das Leben der Menschen im Münsterland? Unter dieser Leitfrage erforschen Schüler der Gesamtschule Greven zurzeit die Geschichte der Firma Biederlack & Temming sowie der Grevener Baumwollspinnerei seit den 1880er Jahren.

Im Rahmen von thematischen Führungen durch das Stadtarchiv Greven bot das Archivteam – Dr. Stefan Schröder und Angelika Haves – den Schülern aller fünf achten Klassen ein eindrucksvolles Bild der vielfältigen Quellen zur Geschichte ihrer heimischen Textilindustrie. So konnten die Jugendlichen Baupläne der ersten Arbeiterwohnungen ebenso unter die Lupe nehmen wie zeitgenössische Arbeitsordnungen, Fotos aus dem Inneren der Fabriken, oder Zeitungsberichte, in denen unter anderem von Spannungen berichtet wird, wie sie entstanden, als Arbeiter sich gewerkschaftlich organisierten.

„Das Stadtarchiv Greven ist die zentrale Stelle für Forschungen zur Grevener Geschichte und steht allen Interessierten offen, unsere ältesten Archivalien reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück“, erklärt Dr. Schröder. „Für Schulklassen gehört die Arbeit zu historischen Themen wie Industrialisierung, Erster Weltkrieg oder Nationalsozialismus zum archivpädagogischen Programm. Gerne beraten wir daher die Schüler der Gesamtschule bei ihren Projekten.“ Und Dr. Peter Benken, Fachvorsitzender des Fachbereiches Gesellschaftslehre, fügt hinzu: „Geschichte wird für Jugendliche auf neue Weise fassbar, wenn sie – um nur ein Beispiel zu nennen – das Original einer alten Handschrift entziffern und selbst entdecken, wie hart ihre eigenen Altersgenossen vor 100 Jahren in den Fabriken arbeiten mussten.“ Daher seien außerschulische Lernorte wie das Stadtarchiv für den Unterricht so wichtig.

Um die Originalquellen im Unterricht weiter verwenden zu können, kamen gegen Ende des Besuchs die Smartphones der Schüler zum Einsatz, und es wurden Fotos erstellt. Gemeinsam mit den Fachlehrern Sabine Matzner und Holger Saatkamp ging es nun daran, aus den neu gewonnenen Erkenntnissen Präsentationen zu gestalten. Roland Hericks, ebenfalls Fachlehrer und didaktischer Leiter der Gesamtschule führt aus: „Durch die Bearbeitung des Originalmaterials zur industriellen Entwicklung Grevens haben die Schüler einen Einblick in die damalige Zeit bekommen und konnten örtliche Bezüge herstellen. Sie recherchierten auch wichtige Daten und Fakten, die sie in ihren weiteren Erarbeitungen einbringen können.“

Da das Projekt noch nicht in allen Klassen abgeschlossen ist, heißt es jetzt, Daumen drücken, dass das Begonnene gut weiterläuft – und natürlich den ein oder anderen Schüler-O-Ton vom ersten Ausflug in die historische Forschung einzufangen. So fanden Noah und Stefani den Besuch im Stadtarchiv sehr informativ, und Stefani begründete: „Es war spannend zu sehen, wie sehr sich Greven verändert hat.“ Nele wies auf die Aufgaben hin, die die Schüler bearbeitet haben: „Wir haben Teile der Geschichte der Grevener Baumwollfabrik mit den älteren Schriften herausgefunden.“

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