Sa., 12.03.2016

Vor 25 Jahren Polternder Pfarrer und Knatsch um Kunst

Gernot Möschel, hier im Bild mit Besuchern aus der Partnergemeinde in Ghana, legte sich vor 25 Jahren mit der Frauengemeinschaft an, kritisierte das fehlende Engagement für die Partnergemeinde in Afrika.

Gernot Möschel, hier im Bild mit Besuchern aus der Partnergemeinde in Ghana, legte sich vor 25 Jahren mit der Frauengemeinschaft an, kritisierte das fehlende Engagement für die Partnergemeinde in Afrika. Foto: pbe

Streit und Knatsch gab es auch schon vor 25 Jahren in Greven. Ein Blick in die Zeitung von März 1991.

Donnernde Worte: Nein, bequem ist dieser Martinus-Pfarrer beileibe nicht. Seinem Ruf kommt Gernot Möschel auch bei der wohl größten Organisation unterm Martinus-Dach nach: Bei der Frauengemeinschaft, die zu gemütlicher Kaffeetafel, Rückschau und Wahlen geladen hatte, donnert er los, kritisiert das fehlende Engagement für die Partnergemeinde in Ghana, mahnt auch zu theologischer Arbeit und erntet dafür viel Kritik der Frauen. Denen entgegnet er: „Es ist nicht meine Aufgabe, bequem zu sein.“ Als Diplomat hat sich der Pfarrer an diesem Nachmittag jedenfalls nicht entpuppt.

Knatsch um Kunstförderung: Als Freund und Förderer der Kulturinitiative konnte man vor 25 Jahren Stadtdirektor Klaus-Friedrich Peters eher nicht einstufen. Die Richtlinien jedenfalls zur Kulturförderung, die im Rathaus neu erarbeitet werden, sorgen für Protest bei KI und Kunstverein. Ein lediglich 15 prozentiger Mietzuschuss für das KI-Domizil würden wohl das Aus für den Verein bedeuten. „Sie machen da etwas kaputt“, kritisierte Grünen-Fraktionschef Hoppe folgerichtig.

Bürgerhaus: In der Politik ist derweil die Diskussion über ein Bürgerhaus eröffnet. Nach dem Kinderhauser Modell wäre das ein Millionengrab, befindet CDU-Fraktionschef Galen. Allenfalls einen Bürgersaal kann man sich in der Union vorstellen. Etwa am Parkdeck des Rathauses.

Burg Schöneflieth: Inzwischen hat die Archäologie Tabula rasa gemacht, Mauerreste der einstigen Burg sind unter einer Schicht von Sand und Erde versteckt und geschützt. Doch vor 25 Jahren sind an dieser Stelle noch Grundmauern zu erkennen. Allerdings in erbärmlichen Zustand. Manch einer träumt noch von der Rekonstruktion der alten Burg. Doch allein die kümmerlichen Reste zu restaurieren wird 150 000 Mark kosten. Die Denkmalschützer jedenfalls sehen akuten Handlungsbedarf.

Kunst am Rathaus: Den vertanen Chancen weint Hans Galen auch knapp 20 Jahre nach dem Bau des Rathauses noch nach. Für eine kleine Mark hätte man unter dem schwebenenden Parlamentstrakt Anfang der 70er Jahre eine Lichtinstallation des Künstlers Günther Uecker (Gruppe Zero) bekommen können, die bereits vor 25 Jahren einen Millionenwert gehabt hätte. Aktuell überlegt man 1990, was dort an Stelle dessen installiert werden kann.

Abschied von der Politik : Er konnte schroff sein, poltern, aber agierte stets geradeaus – Herbert Zeranka zieht sich aus familiären Gründen aus der Kommunalpolitik zurück. Ausschuss-Kollege Hans-Dieter Bez kommentiert den Politiker: „Ein alter Hase mit jungem Herz.“

Volksbank-Erweiterung: Kein einfaches Unterfangen. Auf Säulen über dem Parkplatz an der Ersatzstraße möchte die Volksbank ihr Gebäude um gut 400 Quadratmeter erweitern. Nach einer ersten Bau-Voranfrage kommen positive Signale aus dem Rathaus. Planungsamtschef Dr. Rolf Leroy begrüßt das Vorhaben auch deshalb, weil es an der arg zerfransten Ersatzstraße positive Akzente setzt.

Ulrich Reske

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