Di., 15.03.2016

Flächennutzungsplan Weiter mit Wind ohne Plan

 

  Foto: Peter Beckmann

Greven - 

Eigentlich wollte die Stadt Greven Konzentrationszonen für Windräder ausweisen, um zu verhindern, dass überall „Spargel“ gebaut werden. Doch das Verfahen gestaltet sich zu kompliziert. Es bleibt bei Windkraft ohne Grundsatzplan.

Von Peter Beckmann

Ob das wirklich alle verstanden haben? Michael Ahn von „Wolters und Partner“ hatte im Vorfeld seiner Ausführungen im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt schon gewarnt. „Das ist ein hoch komplexes Thema, das auch noch durch politische Wunschvorstellungen angereichert wird.“ Recht hatte er. Es war schon schwer zu verstehen, was es damit auf sich hat, dass das Verfahren zur Aufstellung des „sachlichen Teilflächennutzungsplanes Windenergie“ erst mal ruhen soll.

Um es vorweg zu sagen: Für die Windbauern, die am Vosskotten und in Guntrup/Bocholt diverse Windkraftanlagen planen, ändert sich erst mal nicht viel. Aber: „Es ist ein guter Schritt der Stadt, weil das Verfahren für uns dadurch zügiger und einfacher wird“, sagte Stephan Eilers, Geschäftsführer der „Bürgerwind Greven GmbH & Co. KG“.

Ursprüngliche Idee der Stadt war es, mit dem Teilflächennutzungsplan Windenergie eben diese zu steuern, damit nicht überall auf dem Stadtgebiet Windanlagen entstehen können. „Doch im Laufe des Flächen nutzungsplan-Verfahrens haben wir festgestellt, dass die Einschränkungen immer größer werden“, sagte Uwe Kunze, Fachbereichsleiter Bürgerdienste und Recht bei der Stadtverwaltung, auf Anfrage.

So kamen zum Schluss Ansprüche der Flugsicherung und Belange des Artenschutzes hinzu, „so dass am Schluss nicht mehr viel übrig blieb in Greven“, sagte Kunze. Letztendlich waren es nur – aber auch hier mit Einschränkungen – die Gebiete am Vosskotten und in Bockholt, auf denen die Bürgerwind GmbH sowieso schon Anlagen plante. „Da gibt es also nicht mehr viel zu steuern.“

Und: Die Erstellung des Teilflächennutzungsplanes kostete Geld und Zeit. Zeit, die die Windmüller in spe nicht unbedingt haben. Denn am 31. Dezember 2018 müssen Windkraftanlagen in Betrieb gehen, um noch nach den jetzigen Regelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vergütet zu werden.

Und deshalb soll das Verfahren um die Aufstellung des Teilflächennutzungsplanes ruhen, der alte Flächennutzungsplan aufgehoben werden. Mit der Konsequenz, dass dann das gesamte Stadtgebiet wieder für Windenergie frei wäre – theoretisch. Aber die oben genannten Beschränkungen gelten natürlich auch ohne die Nutzungspläne.

Und deshalb planen die Windmüller jetzt kräftig weiter. „Wir wollen in beiden Gebieten, am Vosskotten und in Bockholt, zwischen vier und sieben Anlagen bauen, je nachdem, was genehmigt wird“, sagt Eilers. Angestrebt sei, dass die Genehmigungen für die Windkraftanlagen, die eine Gesamthöhe zwischen 200 und 230 Meter haben werden, Ende des Jahres vorliegen. „Anfang bis Mitte 2017 könnte dann mit den Bauarbeiten begonnen werden“, sagte Eilers. Für jede Anlage wird mit einer Bauzeit von rund einem Jahr gerechnet.

Finanziert werden die Anlagen zunächst einmal über die beiden GbR („Bürgerwindpark Vosskotten-Aldrup GbR“ und „WP Greven Grundeigentümer GbR“). „Wir treten da quasi in Vorleistung“, verdeutlicht Eilers. Aber: jeder Interessent habe später die Möglichkeit, sich an dem Windpark zu beteiligen. „Doch dafür müssen wir zunächst ein von der Bafin geprüftes Prospekt vorlegen, in dem das ganze Projekt ganz genau beschrieben ist“, verdeutlicht Eilers.

Aber: So ein Prospekt kann natürlich erst erstellt werden wenn klar ist, wie viele Anlagen zu welchem Preis gebaut werden dürfen. „Aber mögliche Investoren können schon jetzt auf unserer Homepage ihr Interesse anmelden.“

Leserkommentare

Google-Anzeigen
Anzeige

immomarkt.ms Anzeigen

Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3870951?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F