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Di., 15.03.2016

Kraniche ziehen nordostwärts Vögel des Glücks über Greven

Kraniche mal in Keilformation mal ungeordnet: Derzeit fliegen die Vögel in ihre Brutgebiete. Greven liegt dabei fast immer auf ihrem Weg..

Kraniche mal in Keilformation mal ungeordnet: Derzeit fliegen die Vögel in ihre Brutgebiete. Greven liegt dabei fast immer auf ihrem Weg.. Foto: dpa

Greven - 

Die Kraniche sind aus ihren Überwinterungsgebieten in Spanien und Frankreich auf dem Weg in die Brutgebiete im nordöstlichen Europa. Vogelzüge mit mehreren hundert Exemplaren ziehen derzeit über Greven hinweg. In Deutschland brüten die meisten Vögel in Mecklenburg-Vorpommern.

Von Thomas Starkmann

Ihr lautes Trompeten ist unüberhörbar. Wer es hört, lässt den Blick unweigerlich gen Himmel schweifen. Und wenn der sich wie zuletzt in einem prächtigen Blau präsentiert, lassen sich dort die keilförmigen Formationen der Kranichtrupps leicht ausmachen. Meist fliegen sie zielstrebig in nordöstlicher Richtung, manchmal wirken sie aber auch desorientiert und die Formation scheint sich kurzfristig aufzulösen.

In den vergangenen Tagen waren Kraniche über Greven besonders häufig zu beobachten. Denn ab Mitte Februar bis in den April hinein sind die Vögel unterwegs. Mal sind es nur 40 oder 50 Tiere, oft sind die Trupps aber mehrere hundert Vögel stark.

Auch Leser unserer Zeitung haben Bilder geschickt, auf denen die Kranichformationen in luftiger Höhe deutlich zu erkennen sind. Die enorme Flügelspannweite und die über die Schwanzfedern hinausragenden Beine unterscheiden sie von Gänsen. „Die Vögel sind aus den Überwinterungsgebieten in Spanien und Frankreich auf dem Weg in die Brutgebiete“, sagt Robert Tüllinghoff, Ornithologe bei der Biologischen Station Kreis Steinfurt. Die Brutgebiete liegen vor allem im nordöstlichen Europa. In Deutschland brüten die meisten Vögel in Mecklenburg-Vorpommern.

Aber nicht überall kann man die Vögel des Glücks so gut beobachten wie in Greven. Schon im gar nicht so weit entfernten Emsland sind die Chancen deutlich geringer. Denn die Vögel haben bestimmte Zugkorridore, auf denen sie fliegen. Und einer davon führt auch über den Kreis Steinfurt und Greven. Dort haben sich die Chancen, Kraniche zu sehen, in den letzten Jahren deutlich verbessert. „Das liegt daran, dass sich die Diepholzer Moorniederung zu einem bedeutenden Rastplatz entwickelt hat“, sagt Tüllinghoff. Die Zehntausende Kraniche, die dort landen, um im Moor zu schlafen und auf den abgeernteten Maisäckern der Umgebung nach Nahrung zu suchen, fliegen nicht selten via Greven

Aber auch im Kreis Steinfurt selbst nächtigen immer wieder einzelne Trupps, beispielsweise im Recker Moor oder im Emsdettener Venn. „Die Vögel kommen erst in der Dämmerung zu den Schlafplätzen, das kriegt man deshalb nicht immer mit“, sagt Tüllinghoff. Doch der Ornithologe hegt durchaus die Hoffnung, dass es nicht mehr lange dauert, bis ein Kranichpaar zum ersten Mal im Kreis Steinfurt zur Brut schreitet. „Das Emsdettener Venn wäre dafür ein potenzielles Gebiet“, lautet seine Vermutung. Und das wäre ja gar nicht weit weg von Greven.

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