Mo., 28.03.2016

Die Kirchen an Ostern Den Aufstand wagen

Die Kirchen in Greven: Pfarrer Klaus Lunemann und Diakon Werner Gerling beim Entzünden der Osterkerze vor der Martiunuskirche in der Osternacht. Pfarrerin Petra Leschke beim Ostersonntagsgottesdienst in der Christuskirche.

Die Kirchen in Greven: Pfarrer Klaus Lunemann und Diakon Werner Gerling beim Entzünden der Osterkerze vor der Martiunuskirche in der Osternacht. Pfarrerin Petra Leschke beim Ostersonntagsgottesdienst in der Christuskirche. Foto: Jannis Beckermann

Greven - 

Klare Worte von der Kanzel – das gab es an den Ostertagen in den katholischen und der evangelischen Kirche.

Von Jannis Beckermann

Dramaturgisch betrachtet gilt es als ein Höhepunkt des Osterfestes. Die Entzündung der Osterkerze am Feuer vor der Kirche als Symbol für das „Licht Christi“. Schweigen von Glocken und Orgeln. Das Kirchenschiff von St. Martinus allein erhellt durch Kerzenlicht. Diese traditionelle Osternachtsliturgie am Karsamstag markierte auch in diesem Jahr wieder den Auftakt der Osterfeierlichkeiten in Grevens Kirchen.

Mit diversen Gottesdiensten begingen die Gemeinden das Osterfest, das nach christlichem Verständnis an die Auferstehung Jesu Christi von den Toten erinnert. Dominierendes Thema in den Predigten war das Hoffnungsmotiv in Zeiten von Terror und Gewalt.

Martinuspfarrer Klaus Lunemann verband seine Osterbotschaft mit dem Karfreitag und dessen Erlebnis der Trauer. Mordende Terroristen, Rüstungsexporte, aber auch alltägliches Sterben naher Menschen – all das seien reale Todeserfahrungen, die man nicht verdrängen dürfe. „Ostern ist eine Einladung, uns nicht von den Mächten des Dunklen und Bösen einschüchtern zu lassen“, so Lunemann wörtlich. Es gelte, den Aufstand zu wagen für ein Leben in Würde und Gerechtigkeit.

Bezug nahm er wie weitere seiner Amtskollegen auf die Situation der Flüchtlinge, die Hilfe benötigten, um neuen Lebensmut fassen zu können. „Jeder braucht andere Menschen, die den schweren Stein vom Grab wälzen, in dem wir uns oft schon zu Lebzeiten befinden“, sagte er in der Osternacht, an die sich wie in jedem Jahr eine nächtliche Agapefeier bei Wein und Brot anschloss.

Ähnliche Botschaften transportierten Geistliche in den evangelischen Gottesdiensten wie zum Beispiel Pfarrerin Petra Leschke am Ostersonntag in der Christuskirche. Ostern bedeute, sich von Belastendem zu befreien. „Es regiert nicht mehr Angst, sondern Mut, nicht mehr Zorn, sondern Hoffnung“, erklärte sie den Gläubigen in den Kirchenbänken.

Die waren in der Christuskirche im Gegensatz zu den katholischen Messen am Sonntag weniger gut gefüllt. Besser besucht zeigten sich indes die Karfreitagsliturgien, die bei den protestantischen Kirchen traditionell einen höheren Stellenwert genießen.

Was Protestanten wie Katholiken einte, waren derweil die diversen Musikgruppen und Chöre, die die Gottesdienste mitgestalteten. Für weniger traditionsbewusste Kirchgänger boten die Gemeinden zudem verschiedene Alternativ-Programme an. Besonders für Familien waren vor allem die Feiern am gestrigen Ostermontag gestaltet.

Jugendliche kamen bereits am Karfreitag bei einem besonderen Crossover-Kreuzweg in der Jugendkirche auf ihre Kosten. Mehrere

Dutzend Fahrrad-affine Kirchgänger erkundeten zudem den Kreuzweg per Rad (siehe weiterer Bericht auf dieser Seite).

Leserkommentare

Google-Anzeigen
Anzeige

kfzmarkt.ms Anzeigen

Autos, Motorräder, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge aus Ihrer Region



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3896317?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F