Di., 18.10.2016

Kaffeehaus-Projekte in Greven Kaffee gefällig?

Im Niederort möchte Clemens Verlage ein Kaffeehaus errichten.

Im Niederort möchte Clemens Verlage ein Kaffeehaus errichten.

Greven - 

An vielen Standorten in Greven gibt es Projekte mit dem – kurz- oder langfristigen – Ziel, dort ein Café zu etablieren. Ein Kaffee-Experte allerdings wirft das Handtuch.

Von Ulrich Reske

Ein Café-Barista in Greven? Ob das wohl gut geht? Ging nicht, um das Ende der Geschichte vorweg zu nehmen. Sharam Stenkamp verwöhnte Greven nicht mal ein Jahr mit seinen besonderen Bohnen-Köstlichkeiten an der Bergstraße. Ein attraktives Jobangebot in Berlin, aber auch der Ärger darüber, „dass die Stadt Greven zu viele bürokratische Hemmnisse etwa bei der Außengastronomie in der Innenstadt aufbaut“, waren schlussendlich zwei triftige Gründe, Greven adieu zu sagen. „Die Stadt ist nicht zukunftsträchtig“, lautet sein Resümee.

Clemens Verlage kommt gerade aus dem Rathaus, um eben diese bürokratischen Dinge zu regeln. Er will an der Martinistraße ein Grevener Kaffeehaus errichten. Schon länger gähnt in dem kleinen Haus südlich des Modehauses Ahlert ein Loch. Schaufenster weg, Baustelle eingerichtet. Eigentlich hatte Verlage das Kaffee bereits zum Kirmeswochenende Ende August eröffnen wollen. Doch der Toiletteneinbau, die Herrichtung des Ladenlokals zu einem barrierefreien Café hatten deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant. Einen neuen Eröffnungstermin gibt es nicht. Nur so viel: „Noch in diesem Jahr“. Verlages Wunsch, durch das Café auch den Niederort gastronomisch zu beleben, funktioniert zunächst einmal nicht. „Da gibt es noch Gespräche mit der Stadt“, deutet er vorsichtig Konflikte an. Draußen allerdings wird man gleichwohl sitzen können, denn das durch den Schaufensterabriss überdachte Entree soll entsprechend genutzt werden

Ursprünglich wollte Verlage bereits im vergangenen Jahr sein Glück als Kaffeehaus-Betreiber suchen. Im ehemaligen Haus van der Forst, heute K 1, auf der Kirchstraße hatte er sich bereits eingerichtet. „Persönliche Gründe“ ließen das Projekt im stilvoll umgebauten Haus vi-a-vis der Martinuskirche allerdings scheitern. Seitdem sind die eingerichteten Räume geschlossen. Dass sich auch dort in Bälde eine wie immer auch geartete Kaffee-Gastronomie auftut, scheint sicher. Doch Eigentümer Oliver Sünneke hält mit seinen Informationen noch hinterm Berg. „Kein Kommentar.“

Und noch zwei weitere Kaffeehaus-Projekte stehen in Greven in der Pipeline. „Nichts Neues“, winkt Mode-Mann Christian Ahlert ab. Gleichwohl bleibt seine Idee realistisch, ein kleines Kaffeehaus in direkter Nachbarschaft des Modehauses mit Zugang zum Niederort zu bauen.

Und auch auf dem neuen Montargisplatz zwischen Rathaus und dem Neubau wartet ein leer stehendes Ladenlokal auf Belebung. Immer wieder waren die Räumlichkeiten im Neubau der Rathaus-Passage im Gespräch für eine gastronomische Nutzung. Was aber tatsächlich werden soll, ist weiter unklar. Eigentümer Georg Schoo war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Aus Berlin, wo in manchen Szene-Vierteln wie dem Prenzlauer Berg Kaffee-Lädchen in 100-Meter-Distanzen aus dem Boden wachsen, gibt Barista Sharam Stenkamp seiner alten Standortgemeinde Greven einen guten Rat: „Ihr müsst hier mehr an das junge Publikum denken.“ Sagt´s und brüht einen frischen Kaffee am Berliner Nordbahnhof.

Leserkommentare

Google-Anzeigen
Anzeige

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4377536?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F