Mi., 19.10.2016

Ems-Renaturierung Baustellenbrücke über die Ems?

Die Stromschnellen bei Burg Schöneflieth soll es bald nicht mehr geben – sie hindern Fische am Aufstieg in den Oberlauf der Ems.

Die Stromschnellen bei Burg Schöneflieth soll es bald nicht mehr geben – sie hindern Fische am Aufstieg in den Oberlauf der Ems. Foto: Peter Beckmann

Greven - 

Die Ems-Renaturierung im Bereich Greven-Süd rückt näher. Möglicherweise wird für die Zeit der Bauarbeiten eine provisorische Brücke über den Fluss geschlagen.

Von Monika Gerharz

Eigentlich sollten an der Schöneflieth jetzt schon die Bagger und Lkw rollen. Doch mit der Emsrenaturierung in diesem Bereich dauert es doch länger als ursprünglich gedacht. „Die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren werden derzeit zusammengestellt“, sagte Dr. Hannes Schimmer, bei der Bezirksregierung zuständig für das Emsauenschutzkonzept, auf Anfrage dieser Zeitung. „Wir hoffen, dass wir diesen Monat ins Verfahren eintreten können.“ Das aber dauert seine Zeit; außerdem müssen die Bauarbeiter auf Brutzeiten Rücksicht nehmen. Doch ab Spätsommer 2018 wird wohl gebuddelt – die nötigen Grundstücke sind (fast) alle gesichert.

Los geht es möglicherweise mit einem Brückenbau vom Münsterdamm. Die Stichstraße, die zwischen Sportplätzen und Setex in die Aue führt, könnte als Baustraße genutzt und dann über eine Rampe über den Deich und eine Brücke über die Ems hinweg fortgeführt werden. „Damit ginge die Baustellenzufahrt nicht direkt bei den Anwohnern am Aldruper Weg vorbei“, sagt Hermann Berling, der das Vorhaben zusammen mit Planungsbüros im Detail bearbeitet. „Denn die Belastung wäre schon enorm.“ Entschieden sei allerdings noch nicht endgültig, ob diese Planung zum Tragen komme, es gebe noch andere Varianten, die den Aldruper Weg als Zufahrt in den Mittelpunkt stellten. Aber auch unter Kostenaspekten sei die Brückenlösung durchaus interessant. „Das muss aber noch mit den Genehmigungsbehörden abgestimmt werden“, sagt Berling.

Die Vorbereitungsmaßnahmen sind dem gewaltigen Bauvorhaben durchaus angepasst: Die Ems wird wie berichtet zwischen der Stromschnelle bei Schöneflieth und dem Wehr bei Setex ein ganz neues Gesicht bekommen. Zwei Jahre werden die Bauarbeiten voraussichtlich dauern, in dieser Zeit wird der Ems ein neues Bett gegraben. Die Stromschnellen sollen verschwinden, ins neue Flussbett sollen 21 Becken als Sohlegleiter eingebaut werden, die den Anstieg des Flusses so sacht machen, dass Fische kein Problem mit dem Aufstieg flussaufwärts haben. In der Nähe des Freibads wird es künftig einen Altarm geben. Bei Hochwasser wird er überflutet sein, so dass zwischen der heutigen Ems und der neuen Trasse eine kleine Insel entsteht. Ein Auwald am Ufer, Tümpel, Totholz, Sandbänke und vieles mehr im jetzigen Emsbett, das nur noch bei Hochwasser überflutet würde, sollen den Fluss zu einem Paradies für Vögel, Amphibien und viele andere Lebewesen machen. „Der Fluss wird optisch breiter wirken, und er erhält viel mehr Struktur“, sagt Berling. Und das wird auch den Menschen gefallen.

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