Fr., 27.01.2017

Heimatverein plant Projekt mit alten Postkarten Schmuckkästchen statt Schandfleck

Herbert Runde vor der alten Ansicht der Münsterstraße: Die Kamera verzerrt allerdings die Ausmaße. Denn die Ansicht, die an der Alten Post angebracht ist, ist nur ungefähr drei mal eineinhalb Meter groß. Aber sie gibt einen guten Eindruck von Alt-Greven. Authentisch: Die Krakelschrift im Himmel.

Herbert Runde vor der alten Ansicht der Münsterstraße: Die Kamera verzerrt allerdings die Ausmaße. Denn die Ansicht, die an der Alten Post angebracht ist, ist nur ungefähr drei mal eineinhalb Meter groß. Aber sie gibt einen guten Eindruck von Alt-Greven. Authentisch: Die Krakelschrift im Himmel. Foto: Monika Gerharz

Greven - 

Meist sind sie ein Schandfleck: Die Verteilerkästen in der Stadt. Das soll sich jetzt ändern. Unter der Federführung des Heimatvereins sollen sie sich in Schmuckkästchen verwandeln, auf denen alte Greven-Ansichten zu sehen sind.

Von Monika Gerharz

Im besten Falle sind sie langweilig, im schlimmsten Fall mit üblen Schmierereien verziert und ein Schandfleck : Die vielen Verteilerkästen der Energieversorger und der Teledienstleister in der Stadt. Das soll sich jetzt ändern. Der Heimatverein, unterstützt von Greven Marketing, der Stadt, den Stadtwerken und von Sponsoren, plant, nach und nach alte Postkarten zu digitalisieren, sie zu vergrößern, auf dünne Alufolie drucken zu lassen und diese auf die Kästen aufzuziehen. Auch andere Schmuddelecken könnten auf diese Weise gestaltet werden, so dass ein Spaziergang durch Greven zugleich eine Zeitreise in die Vergangenheit des „größten Dorfs im Münsterland“ werden könnte. „Man kann sich sogar vorstellen, dass ganze unansehnliche Fassaden so gestaltet werden“, verweist Herbert Runde vom Arbeitskreis Bilddokumente des Heimatvereins auf die Möglichkeiten. „Das wäre ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt.“

An Grevens „Alter Post“, wo der Heimatverein sein Domizil hat, kann jetzt besichtigt werden, wie eine solche Postkarte wirkt. Wer die Perspektive geschickt wählt und die Umgebung ausblendet, hat das Gefühl, in der Zeit zurück zu springen und im Jahr 1905 zu landen, dem Jahr, aus dem die Postkarte stammt. Das nächste Projekt, die Gestaltung des Verteilerkastens an der Alten Post, ist kurz vor der Vollendung. „Wir warten auf mildere Temperaturen, denn wir brauchen sechs bis sieben Grad, um die Alufolien anbringen zu können“, erläutert Runde. Allein im Innenstadt-Bereich haben die Initiatoren zwölf Verteilerkästen im Blick, die schnell in Schmuckkästchen verwandelt werden könnten. Über Greven verteilt sind es bestimmt hunderte, etwa zwei Drittel davon gehören den Stadtwerken und der Stadt. Greven Marketing hat mit diesen Eigentümern einen Rahmenvertrag geschlossen, der die Nutzung regelt.

Außerhalb der Kernstadt könnten diese Verteilerkästen auch zur „Leinwand“ für Kunstprojekte des Gymnasiums werden, Kunstlehrerin Susanne Hagemann-Poltronieri sitzt mit am „Runden Tisch“, der das Projekt organisiert. „Die Einzelhändler legen allerdings Wert darauf, dass in der Innenstadt alte Greven-Ansichten verwendet werden“, erläutert Peter Hamelmann, Geschäftsführer von Greven Marketing, den Wunsch nach einer gewissen Einheitlichkeit

Die Idee für das Projekt ist schon viele Jahre alt, ist aber lange an den Kosten gescheitert. Jetzt aber hat der Heimatverein über persönliche Beziehungen eine Firma in Halle/Westfalen aufgetan, die die Aluminiumfolien sehr günstig bedruckt. „Das können sich auch Nachbarschaften leisten, wenn jeder fünf Euro springen lässt“, sagt Runde und hofft, dass das Vorhaben zum Bürgerprojekt wird.

Möglich ist das allerdings nur dadurch, dass die Leute vom AK Bilddokumente des Heimatvereins ihren Beitrag ehrenamtlich leisten. „An der Vorlage für den Druck von der alten Post habe ich bestimmt 40 Stunden gearbeitet“, erläutert Runde die Dimension. Stockflecken mussten entfernt, ungenaue Kolorierungen verbessert werden, und mit vielen Photoshop-Tricks ist es jetzt gelungen, aus der kleinen Postkarte ein großes Plakat zu zaubern. Beim nächsten Mal geht es wohl flotter von der Hand, vermutet Runde, denn der Faktor Erfahrung spielt natürlich eine große Rolle. Trotzdem: „Wir wünschen uns, dass noch mehr Bürger, die Spaß an der Bildbearbeitung haben, mitmachen. Gearbeitet werden kann auch zu Hause“, sucht Runde Unterstützung.

► Info: Heimatverein Greven, Herbert Runde, ✆ 0 25 71 / 5 69 97 80.

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