Do., 18.05.2017

Neues Buch im Heimatverein Gedenkstätten damals und heute

Die Ergebnisse jahrelanger Recherche-Arbeit, vieler Gespräche und Nachforschungen in öffentlichen und privaten Archiven sind in das Buch eingeflossen, das Hans Dieter Bez (rechts) und Karl Christian Schaefer nun vorstellten.

Die Ergebnisse jahrelanger Recherche-Arbeit, vieler Gespräche und Nachforschungen in öffentlichen und privaten Archiven sind in das Buch eingeflossen, das Hans Dieter Bez (rechts) und Karl Christian Schaefer nun vorstellten. Foto: oh

Greven - 

19,90 Euro für knapp 200 Seiten vollgepackt mit mühsam recherchierten Informationen – ein lohnendes Angebot für alle, die sich für Gedenkstätten und Gedenktafeln in Greven interessieren. Oder zumindest bereit sind, sich darauf einzulassen.

Von Oliver Hengst

Das „schwierige Thema“ entbehrt nicht einer gewissen Brisanz, weiß Autor Hans-Dieter Bez. „Man musste schon sehen, dass man den richtigen Ton findet“, sagt er. Dass er sich darum bemühte zeigt auch: Es ging ihm vor allem um eine sachliche Darstellung der Situation. Was gab es, was gibt es in Greven an Gedenkstätten und Tafeln? Was ist erhalten geblieben, was verschollen? Nicht mehr, nicht weniger hat Bez zusammengetragen.

Mit-Autor Karl Christian Schaefer kümmerte sich nicht nur um technische Fragen und Layout, sondern steuerte auch selbst ein Kapitel bei, in dem er eine Einordnung des Themas vornimmt. Sein zentrales Anliegen ist vor allem, den Bedeutungswandel von Gedenkstätten zu beleuchten.

Wichtig ist ihm vor allem dies: Grund, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, sei nicht etwa ein Faible für Militaristisches – sondern das genaue Gegenteil. „Militaristisches Denken ist uns fremd“, betont er. Es gehe viel mehr darum, sich zeitgemäß und kritisch mit Denkmalen und den Intentionen auseinanderzusetzen und das „durchaus angestaubte Denken der 60er und 70er Jahre“ zu hinterfragen.

Wofür standen Denkmäler zu jener Zeit, als sie errichtet wurden, wofür stehen sie heute? Diese Frage ist natürlich geprägt von Einflüssen des jeweiligen Zeitgeistes. Allein zwischen den oft synonym verwendeten Begriffen Mahnmal, Denkmal und Ehrenmal liegen in Wahrheit Welten.

„Man muss die Denkmale immer im Kontext der Zeit sehen, in der sie entstanden“, betont Schaefer. Die ältesten noch erhaltenen Denkmale seien damals ausschließlich den Siegern von Kriegen gewidmet gewesen, nach dem Ersten Weltkrieg dann den Toten (und zwar ausschließlich den deutschen). Erst nach dem zweiten Weltkrieg habe man Denkmale errichtet, die an alle Opfer von Krieg und Gewalt erinnern.

Das Vorwort schrieb die Bundestagsabgeordnete Anja Karliczek. Diese hielt im Rahmen des Volkstrauertages in Reckenfeld eine Rede, deren Manuskript – natürlich von der Abgeordneten abgesegnet – die Einleitung des Buches bildet. „Diese Rede passte zum Buchprojekt wie die Faust aufs Auge“, sagt Schaefer. Es gelte, so führte Karliczek aus, Schlüsse aus der Vergangenheit zu ziehen, und darüber nachzudenken, welche Werte uns heute eigentlich wichtig seien. Durch die Erinnerung an schwierige und barbarische Zeiten werde bewusst, wie wertvoll das Leben und wie notwendig es sei, das friedliche Miteinander aktiv zu bewahren.

Das Buch ist in einer ersten Auflage von 100 Exemplaren in der Schriftenreihe des Heimatvereins herausgebracht worden. Ebendort ist es auch käuflich zu erwerben, zudem in der Buchhandlung Cramer&Löw sowie bei den beiden Autoren.

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