Fr., 19.05.2017

Marktplatz Eine Gasse soll‘s richten

Premiere am Tag des Ortstermins: Tische und Stühle sollen künftig so platziert werden, dass auf dem glatten Pflaster eine Gasse für Rollatoren-Nutzer frei bleibt.  

Premiere am Tag des Ortstermins: Tische und Stühle sollen künftig so platziert werden, dass auf dem glatten Pflaster eine Gasse für Rollatoren-Nutzer frei bleibt.   Foto: oh

Greven - 

Kompromiss beim Marktplatzstreit: Am Café Mandala sollen die Tische künftig so gestellt werden, dass Passanten das besonders fußgängerfreundlichen Pflasterstreifen am Rand auch nutzen können.

Von Oliver Hengst

Dass sie sich mitten in einer Ausschusssitzung befanden, in der die Redebeiträge (eigentlich) festen Regeln zu folgen haben – das war den älteren Damen und Herren herzlich egal. Nun hatten sie mal die unverhoffte Gelegenheit, den Politikern und Stadtoberen ihre Meinung zum Thema Marktplatz zu sagen, da ließen sie sich auch vom Protokoll nicht davon abhalten. Schauplatz der ungeplanten Begegnung war am Donnerstagsnachmittag eben jener Marktplatz, um den es ging. Dort trafen sich die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt zum vorgelagerten Ortstermin. Erst ein, zwei Senioren, dann immer mehr gesellten sich spontan hinzu – flugs war der Ausschuss umringt.

„Da komme ich mit dem Rollator einfach nicht rüber“, sagte ein älterer Herr über das Pflaster in der Ortsmitte. Speziell an Markttagen sei das wegen der dann zusätzlich störenden Kabel ein Ding der Unmöglichkeit. „Ich kriege keine Möhren, keine Kartoffeln, keine Zwiebeln.“ Eine Rollator-Nutzerin forderte, nachträglich einen breiten Streifen glatten Pflasters als „Querungshilfe“ einzubauen. Ein Rollator sei ihr bereits kaputt gegangen, so dass sie teuren Ersatz habe kaufen müssen.

Dass einige Politiker auf die attraktive Gesamtwirkung verwiesen, provozierte ebenfalls den Widerspruch der Gäste: „Die reden sich das schön“, zischte eine Seniorin bissig. Als die Ausschuss-Vorsitzende Christa Waschkowitz-Biggeleben ( CDU) höflich aber bestimmt an die Rede-Regeln einer Ausschusssitzung erinnerte, kam auch das nicht gut an. „Wenn sie in zehn Jahren vielleicht selbst einen Rollator braucht, muss man sie noch mal dran erinnern.“ Die Vorsitzende (die diese Spitze nicht vernommen hatte) bekundete, dass die Neugestaltung „auf jeden Fall eine Aufwertung des Platzes“ sei.

Was beim Ortstermin deutlich wurde: Mit dem Betreiber des Café Mandala ist ein Kompromiss erzielt worden. Tische und Stühle werden jetzt (zumindest an Nicht-Markttagen) so aufgestellt, dass eine Gasse frei bleibt. Bürgermeister Peter Vennemeyer betonte später bei der Fortsetzung der Sitzung im Rathaus: „Wir wollen eine Belebung des Platzes, wir wollen dort Gastronomie.“ Man dürfe auch die Interessen des Wirtes nicht außer Acht lassen.

Zudem mahnte er eine Versachlichung der Debatte an. „Es ist in den letzten Wochen sehr viel über einen noch nicht fertiggestellten Platz gesprochen worden.“ Noch würden Restarbeiten erledigt, auch das Kabel-Problem sei inzwischen weitgehend gelöst. „Wir haben einen attraktiven Platz bekommen und sollten uns darüber freuen.“ Das Pflaster stelle „eine deutliche Verbesserung gegenüber dem vorherigen Zustand“ dar. Ähnlich argumentierte Andreas Hajek (CDU): „Der Platz hat wirklich gewonnen. Wir sollten stolz darauf sein.“

Aloys Wilpsbäumer, für städtische Infrastruktur zuständig, erläuterte, dass man das alte Pflaster so neu verlegt und verfugt habe, dass es spürbar glatter sei. Aber: „Wir reden hier über 30 000 Steine. Und jeder davon ist ein Unikat. Das was sie hier sehen, ist das, was mit dem Material möglich ist.“ Ganz ohne Unebenheiten könne man Kopfsteinpflaster nicht verlegen. Man habe ausgeführt, was von der Politik beschlossen worden sei. Er empfahl, sich den alten Zustand in Erinnerung zu rufen und vergleichsweise mal die Schul-Gasse (Jansen/Cramer&Löw) zu testen.

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