Fr., 19.05.2017

„Fiege-Hochhaus“ Leuchtturm für die Ecke

Blick aus Richtung Süd-Westen: Im Vordergrund die neue Bebauung am Kaups Esch, dahinter der Sechsstöcker, den die Familie Fiege gerne errichten möchte.

Blick aus Richtung Süd-Westen: Im Vordergrund die neue Bebauung am Kaups Esch, dahinter der Sechsstöcker, den die Familie Fiege gerne errichten möchte. Foto: Schlüter Architekten

Greven - 

Die Pläne für das „Fiege-Hochhaus“ sollen weiterverfolgt werden. Das hat jetzt eine Mehrheit im Planungsausschuss beschlossen.

Von Oliver Hengst

Mehrheitlich grünes Licht für den Fiege-Sechsstöcker am Grünen Weg: Die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) machten am Donnerstag mit Stimmen vornehmlich aus dem rot-rot-grünen Lager den Weg für die Einleitung eines Bauleitverfahrens frei. Die CDU stimmte überwiegend gegen das Projekt auf dem Areal, das als Fiege-Keimzelle gilt.

Die Einleitung des Verfahrens sei indes noch kein Baubeschluss, im Gegenteil, wie mehrere Ausschussmitglieder betonten. Man stehe ganz am Anfang des Verfahrens und werde im Laufe des Abwägungsprozesses natürlich auch die Bedenken von Anwohnern berücksichtigen sowie Fakten zu Schattenwurf und anderen Dingen bewerten müssen. Trotz der Beteuerungen sahen etliche Anwohner (die zahlreich im Ratssaal erscheinen waren) ihre Felle bereits davon schwimmen. Ihre Befürchtung: Nun, wo der Dampfer zu Wasser gelassen ist, ist er nicht mehr aufzuhalten.

Schon in der vorgeschalteten Fragestunde machten sie ihrem großen Unmut Luft. Angelika Krins gab an, dass sich die Nachbarn mit den geplanten zweistöckigen Häusern am Kaups Esch durchaus abfinden könnten, mit dem Sechsstöcker am Grünen Weg hingegen nicht.

Etliche Anwohner äußerten ihre Sorge, dass dem Sechsstöcker im Eckbereich bald weitere Hochhäuser folgen würden. Der grüne Weg sei jedoch nur ein „besserer Feldweg“, wie Ralf Mischendahl betonte. „Die Straße hat sicherlich nicht die Breite, um rechts und links solche Gebäude zu errichten.“ Uwe Kunze von der Stadtverwaltung erwiderte, dass zwischen geplantem Fiege-Haus mit 19 Metern Höhe und der Pauline-Bünhove-Straße maximal zweistöckige Gebäude vorgesehen seien. „Und mehr auch nicht.“

In der anschließenden Debatte der Politik sprach Dr. Christian Kriegeskotte ( SPD) klar von einem „solitären Standort“. Es gehe nicht darum, den Grünen Weg in Gänze so zu bebauen. Das Areal sei „ein schwieriges Thema, das viele Emotionen geweckt hat.“ Die Linie zwischen Befürwortern und Gegner gehe nach seiner Einschätzungen quer durch alle Fraktionen. In der SPD halte man den Sechsstöcker mehrheitlich für „vorstellbar“.

Ganz anders sieht das die CDU. Andreas Hajek machte Vertrauensschutz für die Anwohner geltend, die im Glauben an flache Bebauung im Umfeld (so sieht es der geltende Bebauungsplan vor) Grundstücke gekauft hätten. „Diese Kubatur geht deutlich darüber hinaus“, begründete er das Nein der CDU. Für Wolfgang Hoppe (Grüne) wäre ein Turm dagegen „eine echte Bereicherung“ und eine „schlüssige Lösung für den Eckbereich, der jetzt nicht gerade ein Hingucker ist“.

Die Stadt hatte in der Sitzung vorgeschlagen, den Weg für den Sechsstöcker frei zu machen. Man habe bei etlichen Bewohnern Vorbehalte ausräumen können. Es gebe noch „einen harten Kern, der das kritisch sieht“, so Uwe Kunze. Man wolle den Eckbereich betonen. „Die Kreuzung verträgt einen Leuchtturm.“

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