Mo., 19.06.2017

Schautag der Modellpiraten Fernweh nach Wind und Wellen

Mal düst eine Rennboot rasant übers Wasser, mal zieht ein Frachter tuckernd seine beschaulichen Runden: Jeder Modellpirat hat seine Vorlieben – ein vielfältiges Hobby.

Mal düst eine Rennboot rasant übers Wasser, mal zieht ein Frachter tuckernd seine beschaulichen Runden: Jeder Modellpirat hat seine Vorlieben – ein vielfältiges Hobby. Foto: Stefan Bamberg

Reckenfeld - 

30 Jahre Modellpiraten - da kommt einiges an Erfahrung und an Modellen zusammen. Auf dem Luhns-Teich präsentierten die Mitglieder der Gruppe einige ihrer schönsten Exemplare.

Von Stefan Bamberg

Der Bastler an sich, er hat ja die Ruhe weg. Und redet Tacheles. Das Schönste an einem Abend im Hobby-Keller? An einem lauen Sommertag am Wasser? „Da geht mir keiner auf den Sack“, raunt ein erfrischend direkter Tüftler um die 50. „Da kann ich einfach mal abschalten.“ Seine Frau, vermutet der raue Kerl mit den feinen Fingern, finde das wohl auch ganz gut.

Wenn aber Bastler auf Bastler trifft, kann es richtig gesellig werden. Da wird gefachsimpelt. Erörtert, was die neuesten Trends taugen. Und na klar, auch einfach mal privat geklönt. Wie am Wochenende rund ums Gewässer bei der ehemaligen Firma Luhns. Die „Modellpiraten“ Emsdetten-Greven haben zum großen Schaufahren eingeladen – vier Jahre Pause (wegen Umbauarbeiten) sind genug. Finden offenbar auch die Gäste: „Rekord!“, freut sich Markus Reidegeld, der Vorsitzende. „Über 200 Modelle, knapp 100 Kapitäne, sogar aus Holland und der Schweiz.“ Und – um die erfreuliche Statistik zu komplettieren: 30 Jahre. Drei Jahrzehnte „Modellpiraten“, großes Tüftler-Tennis seit 1987.

Markus Reidegeld war damals einer dieser maritimen Münsterländer, die einfach mal anfingen zu basteln. Jugendliche, die eine Freizeit-Beschäftigung suchten. Lang, sehr lang ist das her – mit der Zeit haben sie sich in Reckenfeld ein kleines Reich geschaffen, zählen derzeit 38 Mitglieder. Klar, sie sind älter geworden – aber neugierig geblieben: „Die Leidenschaft verschwindet nie“, glaubt Reidegeld. Und das Fernweh nach Wind und Wellen wohl auch nicht. Seemann, Deine Heimat ist der Steg. Dort stehen sie, die Fernsteuerung fest im Griff, den Blick nach vorn gerichtet.

Sie steuern Nachbauten moderner Kreuzfahrt-Riesen, Seenotrettungskreuzer, ranzige Kutter, sogar U-Boote. „Da hat fast jeder sein eigenes Faible“, weiß Reidegeld. Wer Eindruck bei – insbesondere kleinen Fans – machen will, setzt auf Tempo und Krach. Rennboote, rund 100 Sachen schnell und mit umweltfreundlichen Ölen betrieben, wirbeln Publikum und Wasser auf.

Doch auch in der Luft ist was los: Drohnen feiern Premiere in Reckenfeld. Nur Schiffe? Pah, das wäre ja wohl sowas von 2016! Überhaupt, die Technik: „Man darf gespannt sein, was in nächster Zeit so alles passiert“, sagt Reidegeld. Modelle, die sich per Smartphone lenken lassen? Gibt es längst. Vielleicht, hofft Reidegeld, ließen sich damit auch wieder mehr junge Leute für den Modellbau begeistern. Ein bisschen wie damals also, wie 1987. Ein bisschen „Modellpiraten 2.0“? Wer weiß. . .

Fotostrecke: 30 Jahre Modellpiraten Emsdetten-Greven

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