Trend zum E-Bike
Steuerlicher Schwung für Elektro-Radler

Greven -

Die Erzieherin fährt die Kindergarten-Kinder vorweg, Tourengruppen sorgen für gleichmäßiges Tempo bei allen, und einen „Dienstwagen“ neuer Art gibt es auch ab: E-Bikes in allen Variationen sind im kommen. Seitdem das „Jobrad“-Modell Steuer spart, hat der Trend noch einmal zugelegt.

Sonntag, 25.06.2017, 15:06 Uhr

Montessori-Kinder im Lastenrad mit Verena Petring an den Pedalen. Aber die Erzieherin schiebt den Kindertransporter mit der Kraft des Stroms voran.
Montessori-Kinder im Lastenrad mit Verena Petring an den Pedalen. Aber die Erzieherin schiebt den Kindertransporter mit der Kraft des Stroms voran. Foto: Günter Benning

Auf dem Emsdeich hebt Verena Petring Fina in ihr Gefährt, dann Anastasia, Jonathan und Charlotta auch noch. Vier Kinder der Montessori-Kita Bambini. Dann steigt die Erzieherin in den Sattel und strampelt gelassen die drei Kilometer zurück. „Kein Problem“, lacht sie, „das ist ein E-Bike.“

Ob Lastenrad, Kita-Chopper oder gestyltes Mountain-Bike – die Stromkraft revolutioniert im Moment die mobile Welt. „Für die Kinder“, sagt Petring, „ist so ein Ausflug ein Höhepunkt“. Die Kita überlege, ein zweites Lastenrad anzuschaffen.

Wenn Peter Hamelmann , Vorsitzender von Greven Marketing Anrufe wegen des Verleihrad-Parks der Stadt bekommt, werden E-Bikes „am häufigsten angefragt“. 50 normaler Räder kann er anbieten, dazu vier Motorbikes. „Die werden zur Gleichmachung der Truppe eingesetzt.“

Dank der Kraft des zweiten Motor-Herzens trauen sich auch ältere Radler an längere Routen, sagt Hamelmann. Von Greven nach Rheine – kein Problem. Von einem Radler hörte er, dass er mit seiner 80-jährigen Mutter von Meppen nach Emden fuhr. Der Sohn ohne, die Mutter mit Strom: „Sie hat das gut durchgehalten.“

Bei Elmar Homann brummt das E-Bike-Geschäft besonders in diesem Jahr. Der Fahrradhändler weiß auch die Erklärung: „Das Job­rad hat uns sehr geholfen.“ Räder können wie Firmenwagen abgesetzt werden.

Die Formalitäten dafür sind überschaubar. „Mittlerweile“, so Homann, „machen da auch kleinere Firmen mit.“ Für den Jobrad-Kunden stückelt sich der Kaufpreis in monatliche Leasingraten. So fällt oft die Angst vor teuren Investitionen.

Homann sieht es beim Zubehör. So gebe es etwa von Bosch ein 400 Euro teures Display, das besonders trendy sei. „Ich habe gedacht, das will doch keiner“, sagt der Fachmann. Aber dann hat er alle verkauft.

Peter Hamelmann von Greven Marketing hat auch festgestellt, dass einige sehr gut informierte Mieter die Räder nur mal für ein, zwei Tage testen wollen: „Die sind gut informiert und wollen nur wissen, ob Front- oder Hinterradantrieb besser ist.“

Gerne würde er weitere E-Bikes für seine Mietflotte bestellen. Aber gutes Rad ist teuer. Und die vorhandenen verdankt er einer Spende der Grevener Stadtwerke.

Die übrigens haben auch zwei Räder fürs Radhaus gestiftet. Eilige Dienstwege werden damit zügig abgeradelt. Auch Bürgermeister Peter Vennemeyer hat schon eine längere Testtour damit absolviert.

„Seit es das Jobrad gibt“, sagt Händler Elmar Homann, „kommen auch jüngere Radler.“ Beschwerden habe es noch nie gegeben. Und die größte Sorge, irgendwann einmal saftlos in der Landschaft liegenzubleiben, zerstreut er: „Die modernen Batterien halten eigentlich immer 120 Kilometer.“ So weite Radtouren mache kaum einer.

Während der Fahrradmechanikermeister den neuen Trend erklärt, schiebt der Grevener Franz Schwer ein neues Rad vorbei: „Für meine Frau“, sagt er, „aber wir haben das geregelt – sie muss immer hinter mir fahren.“

Schwer trampelt lieber ohne Strom. Elmar Homann lacht: „Meistens kommen die Männer sechs Wochen nach ihren Frauen und wollen auch ein E-Bike.“

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