Mi., 23.08.2017

Terrorschutz Mobile Straßensperren aus Greven halten auch 7,5 Tonnen-Lkw problemlos auf

Funktioniert auch für große Lkw: Die Straßensperre aus mobilen Elementen der Grevener Firma Indutainer sind leicht zu befüllen und schalten Angreifer wirkungsvoll aus.

Aufprall auf die Wassercontainer: Die mobilen Sperren aus Greven halten beim Test in Bielefeld auch einen 7,5-Tonner auf. Foto: Indutainer

Greven - 

Wie schützt man sich vor Attentätern wie in Spanien? Die Grevener Indutainer GmbH hat dazu eine Lösung entwickelt.

Von Günter Benning

Die Bilder sprechen für sich: Ein 7,5-Tonner rast auf eine Wand von sechs Containern zu. Beim Aufprall spritzen Wasserfontänen. Nachher steht der Lkw mit zerstörter Schnauze auf dem Testfeld. Fahrunfähig. Im Ernstfall hätten die „ Indutainer“ aus Greven einen terroristischen Angriff wie in Barcelona gestoppt.

Geschäftsführer Martin Siegbert produziert mit seiner kleinen Indutainer GmbH für gewöhnlich Verpackungen für die Chemieindustrie. Flexibel müssen sie sein, sicher, dickwandig. Aus einem Material, das höchste Belastungen aushält.

Aufbauzeit 30 Sekunden

„Die erste Nachfrage, ob wir nicht eine Straßensperre machen könnten“, so Siegbert, „kam von der Feuerwehr in Bad Homburg.“ Das System Indutainer IBC war geboren – übrigens patentrechtlich geschützt.

Greven mobile Du

Nach dem Aufprall: Der Lkw ist nicht mehr fahrtüchtig. Die Gefahr wäre gebannt. Foto: Indutainer

Die Straßensperre ist denkbar simpel: Sechs faltbare Container, die miteinander verbunden und mit jeweils 1500 Liter Wasser gefüllt sind. Siegbert: „Das reduziert den logistischen Aufwand, der bei starren Containern, mit Sand gefüllten Big Bags oder Betonklötzen besteht, erheblich.“ Zudem kann man bei den Wassersäcken eine Rettungsgasse für Einsatzkräfte bilden.

Die Aufbauzeit mit einer Person betrage 30 Sekunden, erklären die Grevener. Allerdings muss natürlich noch viel Wasser nachfließen. Zusammengelegt können bis zu acht Indutainer IBC in einem Pkw-Kombi angeliefert werden.

Sicher auch für Umstehende

Mittlerweile ist das System mehrfach getestet worden, zuletzt bei der DEKRA in  Bielefeld. DEKRA-Unfallsachverständiger Uwe Hagemann: „Sehr positiv ist, dass sich beim Aufprall des Fahrzeugs auf die mobile Straßensperre kaum lose Bauteile gelöst haben, die Personenschäden verursachen könnten. Die zweite Sicherheitswand wurde nicht in Anspruch genommen.“

Der Test der Sperre unter realen Bedingungen in der Bielefelder Crash-Anlage wurde mit einem unbesetzten, mit Kamera und Messgeräten ausgestatteten 7,5 Tonner durchgeführt. Der Laster wurde von einem Seil gezogen und fuhr autonom mit rund 50 Stundenkilometern auf das Hindernis zu.

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Das Wasser in den Sperren erhöht dabei die Sicherheit für alle Umstehenden. Martin Siegbert: „Es wird keine Energie an starre Barrieren weitergegeben, die wie beim Billardspielen beschleunigt werden können und eine zusätzliche Gefahrenquelle darstellen.“

In einigen Tagen erwarten die Grevener ein DEKRA-Zertifikat. Siegbert: „Somit ist es unseres Wissens die erste von einem unabhängigen und anerkannten Prüfinstitut geprüfte mobile Straßensperre.“

Drei Fragen an Martin Siegbert

Sind Ihre mobilen Sperren schon marktreif?

Siegbert, Geschäfts­führer der Grevener Indutainer GmbH: Die großen Lkw-Sperren wird es in acht bis zehn Wochen ­geben. Bisher hatten wir nur Sperren gegen Zwei-Tonnen-Lkw.

Für wen sind die Sperren gedacht?

Siegbert: Wir beliefern Städte, die Veranstaltungen ab 500 Personen aufwärts absichern wollen.

Sind die Sperren vor mutwilliger Zerstörung geschützt?

Siegbert: Sie haben eine Wandstärke von zwei bis zweieinhalb Zentimetern. Das ist sehr stichfest und feuerbeständig. Natürlich kann man mutwillige Zerstörung nicht ausschließen. Die fällt aber direkt auf, weil das Wasser austritt.

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