Mi., 20.09.2017

Ems-Renaturierung Buddeln für Mensch und Natur

Zwischen Hallenbad und Nordwalder Straße überarbeiten Mitarbeiter der Bezirksregierung derzeit das westliche Ufer. Die östliche Ufer-Seite (Beach) übernimmt eine beauftragte Firma.  Rund 500 000 Euro sind für diesen Bereich veranschlagt.

Zwischen Hallenbad und Nordwalder Straße überarbeiten Mitarbeiter der Bezirksregierung derzeit das westliche Ufer. Die östliche Ufer-Seite (Beach) übernimmt eine beauftragte Firma.  Rund 500 000 Euro sind für diesen Bereich veranschlagt. Foto: Oliver Hengst

Greven - 

Die Bagger buddeln. Die Ems wird breiter. Die Renaturierung soll auch für mehr Strand-Feeling sorgen.

Von Oliver Hengst

Die beiden Radfahrer spekulieren, was da wohl zu ihren Füßen entstehen mag.„Ein Regenrückhaltebecken oder sowas.“ Nun – nicht ganz. Ein Baustellen-Schild soll bald Klarheit schaffen. Die Baustelle ist aber schon jetzt nicht zu übersehen: Schweres Gerät bewegt tonnenweise Erde und Sand. Eine Riesen-Sache.

Alles für die Natur. Der Mensch soll profitieren, aber natürlich auch die Tier- und Pflanzenwelt: Mit der laufenden Renaturierung der Ems wird der Fluss aus seinem engen Bett befreit – zumindest stellenweise.

„Die Ems wird großzügig aufgeweitet. Auf der Beach-Seite wird zudem eine flache Uferböschung hergestellt“, erklärt Projektleiter Hermann Berling von der Bezirksregierung. Die münstersche Behörde hat bei der Maßnahme den Hut auf. Auf der westlichen Seite (Biederlack), wo die Arbeiten schon seit rund zwei Wochen laufen, setzt die Bezirksregierung eigene Mitarbeiter ein. Auf der Beach-Seite wird ein beauftragtes Unternehmen tätig.

Die abgeflachte Beach-Böschung solle für mehr „Strandfeeling“ sorgen, sagt Berling. Man kann das Wasser von der Freizeitfläche aus nicht nur besser sehen, sondern auch besser erreichen. Zudem wird ein barrierefreier Weg gebaut: eine Rampe wie sie bereits auf der stadtzugewandten Seite des Deiches zu finden ist.

Am westlichen Flussufer wird es künftig so genannte Sekundär-Auen geben – also ebene Flächen, die etwa eineinhalb bis zwei Meter unter dem jetzigen Niveau liegen und so gezielt dem Hochwasser ausgesetzt sind. Weiden, Erlen und weiteres Gehölz, das mit diesen Bedingungen klar kommt, sollen dem Ufer Halt geben. An manchen Stellen sorgen Steine für Stabilität. Auch Tot-Holz wird eingebaut. Und auch einige der 2016 gerodeten Weiden werden wieder angepflanzt. „Die sind nicht verloren, nur zwischengelagert“, sagt Berling.

An der breitesten Stelle soll die Ems künftig über 30 Meter breit sein. Auch ein Art „Altarm“ entsteht, der nahezu keine Strömung aufweist – gute Bedingungen für Fische und Kleinstlebewesen, die dort besser Nahrung finden.

Im Zuge der Bauarbeiten wird auch ein Nadelöhr beseitigt: In Höhe der Brücke Nordwalder Straße (wo der Pegel gemessen wird) liegt bislang die engste Stelle. Durch stauendes Wasser lagerte sich immer wieder Sand ab, der von Zeit zu Zeit entfernt werden musste.

„Wenn wir mit all dem fertig sind, kann die Natur sich entwickeln. Dann kann die Ems schalten und walten – natürlich in gewissen Grenzen“, sagt Berling. Das Ziel sei es, im Dezember mit der Renaturierung durch zu sein – wenn denn kein Hochwasser dazwischen kommt.

Die Bauarbeiten nutzt die Stadt Greven, um zugleich eine „Notentlastung“ für das Regenrückhaltebecken zwischen Deich und Bundesstraße zu bauen. „Im Moment kann mehr zulaufen als ablaufen“, erklärt Klaus Rading, bei der Stadt für das Thema Abwasser zuständig. 2014, als Teile der Innenstadt absoffen, sei genau dies der Fall gewesen. Über zwei Rohre, die durch den Deich gestochen werden, soll künftig ein Ablauf garantiert werden. „Wir werden zeitnah damit anfangen und hoffen, dass wir spätestens im März damit fertig sind.“

Verzögert hat sich indes die Renaturierung der Ems im Bereich Schöneflieth / Setex. Eigentlich sollte es auch dort in diesem Jahr losgehen. Daraus wird nichts. „Es hat sich durch verschiedene Faktoren verzögert“, berichtet Hermann Berling. Der wichtigste: die Eigentumsverhältnisse. Er rechnet damit, dass die Bauarbeiten dort 2018, eventuell auch erst 2019 beginnen.

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