Di., 21.11.2017

Schüler gründen Genossenschaften Die Geschäftemacher der Schulen

Die Genossenschaftler mit Lehrern, Sponsoren und dem Landeskoordinator Volker Beckmann (vorne 2.v.l.) sowie Kirstin Gembalies-Wrobel von der Verbraucherzentrale (vorne, 3. v.l.)

Die Genossenschaftler mit Lehrern, Sponsoren und dem Landeskoordinator Volker Beckmann (vorne 2.v.l.) sowie Kirstin Gembalies-Wrobel von der Verbraucherzentrale (vorne, 3. v.l.) Foto: Günter Benning

Greven - 

Sie dealen in der Schule. Aber nur mit gesunden Snacks und so Sachen wie Erdbeerjoghurt. In Greven trafen sich Schülergenossenschaften aus dem ganzen Land.

Von Günter Benning

„Man lernt etwas fürs Leben“, sagt Louise Ney. Das sollte man in der Schule ja sowieso. Aber die Geschäftsführerin der Schülergenossenschaft „Auszeit“ an Grevens Gesamtschule, meint es etwas anders. Sie lernt nämlich beim Brötchenschmieren, Joghurt-verkaufen, Geldzählen und Bilanzieren das echte Leben kennen. Und nicht die Schul-Theorie. Gestern trafen sich in der Mensa ihrer Schule junge Genossenschaftler aus der ganzen Region, um ihre Erfahrungen auszutauschen.

Schülergenossenschaften – das ist ein Projekt der Landesregierung. Volker Beckmann, Landeskoordinator, und Kirstin Gembalies-Wrobel von der Verbraucherzentrale hatten Genossenschaften aus dem ganzen Land eingeladen, aus Löhne, Remscheid, Emmerich, Stadtlohn und Geseke. Überall machen Schüler, was in alten Zeiten die Hausmeister machten: kleine Geschäfte mit gesunden Happen.

Für Landeskoordinator Beckmann ist es deshalb auch ein Projekt, „das die Nachhaltigkeit fördern soll“.

Lukas Berstermann ist Geschäftsführer der EssBar an der Anne-Frank-Realschule: „Das macht wirklich Spaß“, sagt er. Und die Schüler-Genossen machen sogar kleine Gewinne. Die werden fleißig reinvestiert, zum Beispiel in eine neue Verkaufshütte. „Wenn man anfängt“, sagt Berstermann etwas sehr Wahres, „kauft man erst mal Billiges ein.“ Später kann man die Qualität dann aufstocken.

Erfahrung wird nicht nur in der Schule gesammelt. Bei der Volksbank betreut Veronika Wermelt die Schulgenossenschaften. Weil‘s ja auf der Welle der Bank-Genossenschaft liegt. Wermelt ist in beiden Grevener Aufsichtsräten vertreten: „Die machen im Jahr so 20 000 bis 30 000 Euro Umsatz. Und einen Gewinn von 1000 bis 2000 Euro.“

Also, mit richtigen Gewerbetreibenden können sich die aktiven Schüler nicht vergleichen. Zumal sie in der Gesamtschule ihren Umsatz mit 40 Mitarbeitern machen. In der Realschule sind es immerhin noch 25. Dafür erreichen sie etwas, was ihnen Landeskoordinator Beckmann bescheinigt: „Hier bekommen Schüler Kompetenzen – und sie werden endlich mal ernst genommen.“

In den Workshops ging es gestern um Themen wie Buchführung und Marketing.

Wenn die neue Gesamtschule-Mensa fertig ist, die nächstes Jahr gebaut wird, entsteht auch gleich ein neuer Schülerbetrieb: ein Café in der alten Mensa.

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