Do., 07.12.2017

Auf Diebestour in Reckenfeld Milde Strafe für dreisten Fahrraddieb

 

  Foto: BilderBox.com

Reckenfeld - 

Ein Grevener wurde in Reckenfeld beim Fahrrad-Diebstahl erwischt und stand jetzt vor Gericht. Die Strafe fiel milde aus – aber ein weiterer Prozess wartet schon.

Von Matthias Lehmkuhl

Ein 23 Jahre alter Mann aus Greven stand wegen Diebstahls von zwei Fahrrädern und wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht Steinfurt. Allerdings verurteilte ihn das Gericht nur wegen des Diebstahls, weil zwei von drei Zeugen nicht zum Prozess erschienen waren.

Dem acht Mal wegen Diebstahls, Körperverletzung, Bedrohung und Fahrens ohne Führerschein vorbestraften Angeklagten wurde vorgeworfen, in der Nacht zum 2. Mai in Reckenfeld zunächst ein abgeschlossenes Fahrrad aus einem Kellerraum und anschließend ein nicht abgeschlossenes an einer Bushaltestelle entwendet zu haben. Einen Monat vorher soll der 23-Jährige – ebenfalls in Reckenfeld – während eines Streits Ohrfeigen verteilt und Pfefferspray eingesetzt haben. Die beiden vermeintlichen Opfer blieben jedoch dem Prozess fern. Deshalb muss der Angeklagte sich auf einen weiteren Prozesstermin einstellen.

„Von dem Fahrrad aus dem Keller weiß ich nichts“, sagte der 450 Euro-Jobber, der ursprünglich damit rechnete, von einem Pflichtverteidiger unterstützt zu werden. Klarheit verschaffte ein 25 Jahre alter Polizeibeamter, der ausführlich den Tathergang vor sieben Monaten schilderte. Er sei mit einem Kollegen zu einer Ruhestörung gerufen worden. Dabei sei ihnen der Angeklagte aufgefallen, wie er aus einem Kellereingang mit einem Fahrrad auf den Schultern zu fliehen versuchte. „Als wir ihn verfolgten, hatte er Baken und Blumenkübel auf die Straße geschmissen. Außerdem zeigte er uns den Mittelfinger“, sagte der Ordnungshüter aus. Das Rad habe der Täter dann auf der Flucht zurückgelassen. „Wir haben es dem Eigentümer zurückgebracht.“

Kurze Zeit später entdeckten die Polizeibeamten den jungen Mann an einer Bushaltestelle, wie er ein offensichtlich unabgeschlossenes Fahrrad mitnahm und damit wegfuhr. „Ich wollte nur nach Hause“, erinnerte sich der 23-Jährige, den die Polizisten dann aber schnappten. Ein Alkoholtest ergab mehr als 1,5 Promille. Anschließend brachten die Beamten den Dieb nach Hause. „Das kommt mir aber spanisch vor“, entsann sich der Beschuldigte daran aber nicht mehr.

Die Staatsanwältin forderte eine fünfmonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung und die Zahlung von 600 Euro. Die Richterin verurteilte den Grevener zu vier Monaten auf Bewährung, zusätzlich 120 Stunden gemeinnützige Arbeit und bemerkte anschließend: „Sie können die Arbeitsstunden auch in eine Geldauflage umwandeln, wenn sie die Zeit nicht aufbringen aber den Betrag aufwenden können.“

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