Do., 07.12.2017

Adventskalender: 24 Stunden in Greven Regeln werden einfach ignoriert

Kita- und Schul-Eltern kommen sich hier regelmäßig ins Gehege. Ein Halteverbot wird ignoriert, Gehwege werden zugeparkt, Busse fahren verbotswidrig durch die ehemalige Wendeschleife. Das wurde beim Ortstermin (kleines Bild) deutlich.  

Kita- und Schul-Eltern kommen sich hier regelmäßig ins Gehege. Ein Halteverbot wird ignoriert, Gehwege werden zugeparkt, Busse fahren verbotswidrig durch die ehemalige Wendeschleife. Das wurde beim Ortstermin (kleines Bild) deutlich.   Foto: oh

Greven - 

Morgens um sieben ist im Schulzentrum die Hölle los, wenn Eltern ihre Kita- und Schulkinder absetzen. Dagegen regt sich jetzt Widerstand.

Von Oliver Hengst

Morgens um sieben, die Kita Kinderland an der Teichstraße hat gerade geöffnet. Wer es einrichten kann, bringt sein Kind jetzt – bevor gleich das große Verkehrs-Chaos ausbricht. Spätestens, wenn es auf halb acht zugeht, wird es kritisch. Autos, Busse, Radfahrer, Fußgänger strömen aus allen Himmelsrichtungen auf die Kita und das Schulzentrum zu. Mitunter wird gerast, oft im Haltverbot geparkt. Rücksichtnahme? Mangelware. Wie an vielen andern Kitas und Schulen. „Und nachmittags wiederholt sich das“, sagt Kita-Mutter Karin Kemper. Da seien die Gehwege zugeparkt, viele Eltern warteten darauf, ihre Schulkinder in Empfang nehmen zu können. „Und ich muss meinem kleinen Kind dann erklären, warum wir auf die Straße ausweichen müssen, obwohl wir Fußgänger sind.“

Mit der Situation wollen sich die Kita-Eltern nicht abfinden. Sie hatten deshalb zum Ortstermin geladen. Für Lokalpolitiker, Stadtvertreter und die Presse gab es Kaffee und Brötchen – aber auch Infos und glasklare Forderungen. 100 Kinder, darunter rund 30 unter drei Jahren, besuchen die Kita, rechnete Jana Holocher vom Elternbeirat der Einrichtung vor. Sie äußerte unter anderem den Wunsch nach Zebrastreifen und Temposchwellen. „Wenn uns mal ein Kind von der Hand rutscht, wird es gefährlich“, sagte sie. Die Situation sei vor allem morgens sehr unübersichtlich, Fahrzeuge, die den Parkplatz ansteuerten oder in Richtung Wöste unterwegs seien, würden zwangsläufig direkt vor dem Kita-Eingang hergeleitet.

Zebrastreifen (nicht zulässig) und Schwellen (nicht wirksam) konnte der städtische Verkehrsplaner André Kintrup nicht versprechen. Aber eine andere Verkehrsführung sei durchaus vorstellbar – und das sehr kurzfristig. Man könne die Teichstraße für den durchgehenden Verkehr Richtung Wöste öffnen, so dass die Fahrzeuge nicht über die ehemalige Wendeschleife geleitet werden müssten. Damit könne man 90 Prozent des Verkehrs von der Kita fernhalten. „Da wäre ich schon mal sehr froh, wenn das umgesetzt würde“, sagte Kita-Leiterin Tina Deipenbrock.

Apropos Wendeschleife: Diese Funktion hat sich erübrigt, Busse dürfen sie – eigentlich – nicht mehr durchfahren. Der Ortstermin zeigte: Nicht alle halten sich daran. Auch das Halteverbot wird mitunter konsequent ignoriert. „Geregelt ist das alles, man müsste sich nur daran halten“, sagte Kintrup, der dem Ordnungsamt einen Hinweis geben will. „Manche packen Sie nur, wenn Sie ihnen ins Portmonee greifen.“ Weitere Entlastung soll der Umbau der Straße bringen, der aber Jahre dauern wird. Man müsse maßvoll vorgehen und Schritt für Schritt.

Kintrup appellierte auch an die Eltern, selbst einen Beitrag zu leisten. „Eltern gefährden Kinder, das ist das Problem“, sagte er zur Situation an dieser und an vielen anderen Schulen. Er beobachte bisweilen Szenen, „da fasse ich mich an den Kopf, als Verkehrsplaner, aber auch als Vater.“ Sein Wunsch: Die Kinder nicht bis vor die Tür fahren. „Lassen Sie sie laufen. Die können das.“ Sie müssten lernen, mit der Situation umzugehen. Und die ganz Kleinen? Die könne man an die Hand nehmen und mit ihnen einige hundert Meter gehen. „Die fünf Minuten müssen drin sitzen.“

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