Gut für die Nase – schlecht für die Bauern
Gülle-Silvester droht ins Wasser zu fallen

Greven -

Eigentlich soll das Düngen am 1. Februar wieder anfangen. Aber, weil es so nass ist, durfte das Probleme mit sich bringen.

Samstag, 27.01.2018, 06:01 Uhr

Theoretisch ab dem 1. Februar dürfen die Landwirte die Gülle ausbringen. Aber dafür sind die Böden momentan zu nass, die Aussichten versprechen noch mehr Regen.
Theoretisch ab dem 1. Februar dürfen die Landwirte die Gülle ausbringen. Aber dafür sind die Böden momentan zu nass, die Aussichten versprechen noch mehr Regen. Foto: Ingo Wagner

Der 1. Februar ist der Stichtag – im Volksmund Gülle-Silvester genannt. Ab diesem Tag dürfen die Landwirte wieder den so genannten „Wirtschaftsdünger“ – sprich eben Gülle – auf die Felder verteilen. Theoretisch, denn in der Praxis sieht es zur Zeit nicht danach aus. Denn: „Die Böden sind im Moment komplett wassergesättigt, wir kommen mit unseren Fahrzeugen erst gar nicht auf die Äcker drauf“, erklärt Ortslandwirt Matthias Langkamp .

Und das ist nicht unproblematisch. Denn in einer so genannten Veredlungsregion fällt viel Gülle an und die Gülle-Behälter laufen langsam aber sicher voll. „Wir dürfen im Sommer ja auch nicht mehr so viel Gülle ausbringen“, verdeutlicht Langkamp.

Bislang bekommen die Landwirte die Gülle-Lagerung noch hin. „Da werden auch Güllebehälter von Höfen genutzt, die keine Tierhaltung mehr haben“, erklärt Langkamp. Aber: „Langsam aber sicher wird es eng.“ Eine weitere Möglichkeit dem Problem Herr zu werden sei die Separierung. „Da werden die Feststoffe von den flüssigen Stoffen getrennt. Die Feststoffe können dann anders gelagert werden.“ Auch der Export der Gülle in Regionen mit wenig Tierhaltung sei genau so wenig möglich. „Die haben natürlich das gleiche Problem mit nassen Böden.“

In Greven gebe es nur wenige Böden, die vielleicht nicht ganz so nass sind. „In Bereichen mit ganz viel Karnickelsand zieht das Wasser ganz schnell wieder ab.“ Aber der Großteil der Äcker stehe tatsächlich unter Wasser.

Langfristig müsse man sich Gedanken über mehr Lagerkapazitäten machen. „Entweder jeder Landwirt für sich, oder mehrere Landwirte in einer Gemeinschaftsaktion“, sagt Langkamp. Momentan bleibe aber nur die Hoffnung auf ein wenig Frost. „Natürlich sind die ganz nassen Äcker dann immer noch nicht befahrbar, aber bei den nicht ganz so nassen böte sich dann die Gelegenheit ein wenig von der Gülle loszuwerden.“

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