Firma Bleco Apparatebau
Eine ständige Metamorphose

Reckenfeld -

Im Herzen Reckenfelds, direkt hinter einem Wohngebiet an der Industriestraße ist die „Bleco Apparatebau GmbH“ beheimatet. „Uns kennt hier kaum jemand, und es weiß auch kaum einer, was wir hier produzieren“, erklärt Geschäftsführer Werner Patten.

Dienstag, 13.02.2018, 19:02 Uhr

Anlagenbau made in Reckenfeld: Geschäftsführer Werner Patten vor dem Kombiturm, einer Haube, mit der gleichzeitig Luft angesaugt und ausgeblasen werden kann und für die Bleco Apparatebau das Patent besitzt.
Anlagenbau made in Reckenfeld: Geschäftsführer Werner Patten vor dem Kombiturm, einer Haube, mit der gleichzeitig Luft angesaugt und ausgeblasen werden kann und für die Bleco Apparatebau das Patent besitzt. Foto: wkt

Doch das ist auch kein Wunder, denn die Kunden von Bleco Apparatebau sind keine Endverbraucher, sondern andere Unternehmen beispielsweise aus der Textilindustrie oder aus der Heizung-Sanitär-Klima-Branche. Als der Vater des heutigen Inhabers, der Heizungs- und Lüftungsbaumeister Werner Patten senior, das Unternehmen 1963 an diesem Standort unter dem Namen Bleco gründete, war der Name Programm: „Bleco ist zusammengesetzt aus dem Wort BLEch und dem altdeutschen Begriff COnstruktion“, erläutert Werner Patten die Idee seines Vaters.

Bestand das Produktprogramm anfangs vorrangig aus lufttechnischen Komponenten für den Ofenbau, so erweiterte sich das Spektrum schnell um Rohrleitungs- und Luftkanalsysteme für die heimische Textilindustrie. Als Werner Patten junior 1992 als junger Diplom-Ingenieur in den Betrieb eintrat, stand er bereits nach einem halben Jahr vor einer veränderten Unternehmenssituation: Sein Vater verstarb unerwartet im Alter von nur 62 Jahren, und der heimischen Textilindustrie ging es nicht mehr gut.

Der damals 24-jährige Ingenieur stellte sich der Herausforderung und führte das Unternehmen mit seinen damals zehn Mitarbeitern weiter. Heute sind bei Bleco 15 Mitarbeiter beschäftigt, und das Unternehmen „hat sich einer ständigen Metamorphose unterzogen“, wie der Geschäftsführer den Wandel gerne bezeichnet.

Zum einen wurden neue Kundengruppen wie zum Beispiel Lackieranlagenhersteller, Kompressoranlagenhersteller oder Gießereien erschlossen. Zum anderen wurde die Produktpalette um Absaug- und Filtertechnik sowie den Bereich Schallschutz mit Schallschutzkabinen oder Schallschutzwänden erweitert.

Der größte Wandel jedoch war in der Technik zu sehen: Vom reinen Komponenten-Hersteller und damit Zulieferer für den Anlagenbau wurde Bleco zum Anbieter von Komplettlösungen für lufttechnische Anlagen mit einem hohen Maß an eigenen Konzeptionen und Entwicklungen sowie möglichst vielen selbst gefertigten Komponenten aus der Reckenfelder Produktion und wenigen Zukäufen. „Durch diese große Fertigungstiefe erreichen wir eine gute Wertschöpfung für unser Unternehmen“, betont Patten.

So verfügt das Reckenfelder Unternehmen über einige Patente wie den Kombiturm, den man des Öfteren auf den Dächern von Produktionshallen sehen kann. „Der Name Kombiturm leitet sich davon ab, dass mit dieser Haube gleichzeitig Luft angesaugt und ausgeblasen wird“, erklärt der gebürtige Münsteraner, der in Greven aufgewachsen ist. Das Bleco-Engineering reicht mittlerweile bis nach Indonesien, wo eine komplette Anlage für einen internationalen Tabak-Konzern geplant wird. Zusätzlich engagiert sich das Unternehmen seit 2017 stark im Bereich Forschung und Wissenschaft mit einem Konsortium zur thermischen Energierückgewinnung aus Abwärme.

Und vor Ort in Reckenfeld? Dort wird ein neuer Unternehmensstandort in ganz Greven gesucht. Am alten, fast 8000 Quadratmeter großen Standort, stößt man mit der relativ alten Bausubstanz an seine Grenzen. „Daher sind wir gerade in der Ideenfindung, was wir mit diesem Grundstück machen können und vor allem dürfen, denn momentan sieht der Bebauungsplan dort nur Gewerbe vor“, erklärt der 49-Jährige, „Dabei wären die Anwohner sicherlich glücklich, wenn der Schwerlastverkehr aus ihrem Wohngebiet verschwinden würde.“

 

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