Anmeldewoche
Bleibt die Lostrommel im Schrank?

Greven -

Die vergleichsweise geringe Nachfrage nach Plätzen in den fünften Klassen, die die Gesamtschule Greven im Sommer neu bildet, wirft die Frage auf, wie die anderen weiterführenden Schulen in Greven abschneiden. Dass es erstmals ein Auswahlverfahren am Gymnasium gibt, ist war denkbar, nach Einschätzung des Schulleiters Dr. Volker Krobisch aber „nicht wahrscheinlich“.

Sonntag, 18.02.2018, 19:02 Uhr

Beim Tag der offenen informierten sich die künftigen Fünftklässler am Gymnasium. Doch wie viele melden sich an?  Schulleiter Dr. Volker Krobisch geht davon aus, dass es keinen Anmeldüberhang gibt.
Beim Tag der offenen informierten sich die künftigen Fünftklässler am Gymnasium. Doch wie viele melden sich an?  Schulleiter Dr. Volker Krobisch geht davon aus, dass es keinen Anmeldüberhang gibt.

Der Jahrgang sei mit weniger als 350 Kindern relativ schwach. „Ich sehe daher im Moment keine Notwendigkeit, in Panik auszubrechen“, sagt Krobisch .

Seine Rechnung: 120 Kinder (überwiegend aus Greven) seien an der Gesamtschule angemeldet worden. Er rechnet dort noch mit Nachmeldungen von Kindern, die in Saerbeck nicht zum Zuge kamen. Gehe man von 100 Anmeldungen an der Anne-Frank-Realschule (maximal vierzügig) aus, bleibe eine Potenzial von rund 130 Grevener Kindern für das Gymnasium (wie die Gesamtschule maximal fünfzügig).

Hinzu kommen auswärtige Kinder. Deren Zahl ist zwar schwer kalkulierbar, geht aber tendenziell deutlich zurück. Auch am Gymnasium. Dort habe man, so Krobisch vor drei Jahren noch 16 Anmeldungen aus Saerbeck erhalten, im Folgejahr nur eine, im vergangenen Jahr dann drei. Auch der Anteil der Schüler aus Nordwalde sei zurückgegangen. Dazu habe auch eine „Kirchturmspolitik“ beigetragen, also der politische Beschluss, Grevener Kinder im Rahmen des rechtlich vorgegeben Rahmens bei der Aufnahme zu bevorzugen.

„Wir werden also auch in diesem Jahr keinen starken Zuzug aus anderen Kommunen haben“, sagt Krobisch. Rechne man somit auf die potenziell 130 Grevener Kinder nochmals 10 oder 20 Auswärtige hinzu, komme das Gymnasium mit der Fünfzügigkeit genau hin.

Und wenn nicht? „Bisher haben wir keine Lostrommel gebraucht“, sagt Krobisch. Das Ziel sei, dass es dabei bleibe. Falls es doch mehr Anmeldungen geben werde, als Plätze zur Verfügung stehen, werden man versuchen über Beratungsempfehlungen einzugreifen. Sprich: Man werde Eltern von Kindern mit Realschulempfehlung und entsprechendem Notenbild nahelegen, eine andere Schule für ihr Kind auszuwählen. Eine allgemein gültige Vorgabe gebe es aber nicht. „Wir schauen uns jeden Einzelfall an.“

Auch, weil es in den Grundschulen mitunter zu stark differierenden Schulformempfehlungen komme, trotz gleicher Noten. Im Zweifel werde man empfehlen, die Erprobungsstufe dafür zu nutzen, wofür sie laut Krobisch da ist: Herauszufinden, ob das Gymnasium die richtige Schulform für das Kind ist.

Dass ein Anmeldeüberhang zumindest möglich ist, betonte auch die Stadt als Schulträger in ihrer Pressemitteilung zu den Anmeldterminen. Dort heißt es: „Die Stadt Greven weist (...) darauf hin, dass die Kapazitäten an den Schulen nicht erhöht werden können. Die Zügigkeiten der Schulen bleiben unverändert. Es ist daher denkbar, dass auch am Gymnasium Augustinianum ein Anmeldeüberhang entsteht und damit nicht alle angemeldeten Kinder aufgenommen werden können.“

Das Gymnasium selbst betonte bei der Ankündigung der Anmeldwoche ausdrücklich, „dass Anmeldungen aus Gemeinden ohne Gymnasium wie Nordwalde und Saerbeck bei einem möglichen Auswahlverfahren gleichberechtigt mit den Anmeldungen aus Greven behandelt werden“.

Kindern, die in der nun startenden Anmelderunde leer ausgehen sollten, steht es frei, doch noch eine Anmeldung an der Gesamtschule Greven abzugeben. Deren Leiter Ingo Krimphoff betonte jüngst gegenüber unserer Zeitung: „Wenn es (...) zu Ablehnungen kommen sollte, sind diese Schüler bei uns natürlich herzlich willkommen. Wir freuen uns auf die Schüler.“

► Die Anmeldewoche am Gymnasium und an der AFR starten heute. Details zu Terminen und mitzubringenden Dokumenten auf http://augustinianum.org und www.afr-greven.de.

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