Brutale Schlägerei
Wenn die Ehre verletzt wird

gREVEN/Ochtrup -

Eine Fehde zwischen zwei albanischen Familien endete am 7. April 2012 in Ochtrup in einer Massenschlägerei mit schweren Geschützen. Der Urheber wurde bereits im Jahre 2015 beim Schöffengericht in Rheine zu einem Jahr und zehn Monaten mit Bewährung verurteilt. Jetzt standen die Angehörigen aus Greven, Emsdetten und der Schweiz vor dem Schöffengericht.

Sonntag, 25.02.2018, 19:02 Uhr

Sie sollen nach einem Schuss in der Ochtruper Wohnung, Schlägen und Tritten Waffen wie Schlagstöcke, Baseballschläger, Knüppel mit Nägeln und andere aus ihrem Bulli geholt und damit auf die Ochtruper Familie eingeschlagen haben. Das führte zu schwersten Verletzungen. Die Verhandlung fand aus Platzgründen im Amtsgericht Münster statt. Nach sechs Verhandlungstagen sprach die Richterin des Schöffengerichts Rheine am Freitag das Urteil.

Einen Freispruch gab es für einen Angeklagten aus Greven, dem eine Tatbeteiligung nicht sicher nachgewiesen werden konnte. „Nur einer der Zeugen hat gesagt, dass er einen andere festgehalten haben soll. Andere Zeugen haben gesagt, dass er sich nicht eingemischt habe“, erklärte die Richterin den Grund. Drei Brüder aus Emsdetten wurden wegen gemeinschaftlicher, gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr und sechs Monaten mit Bewährung verurteilt. Zwei weitere Angeklagte aus Greven und der Schweiz bekamen wegen ihrer Beteiligung an der Massenschlägerei je ein Jahr mit Bewährung. Drei Monate wurden allen wegen der großen Zeitverzögerung zwischen Tat und Urteil erlassen. Zudem wurden ihnen Geldauflagen an die Geschädigten erteilt, von denen drei als Nebenkläger auftraten. Einer der Schwerverletzten ist durch Schläge auf den Kopf mit einer erheblichen Gehirnschädigung für sein Leben gezeichnet und pflegebedürftig, wie es der Prozess gegen den Vater der Braut im Jahre 2015 schon ergab. Die Staatsanwaltschaft hatte jetzt den Freispruch für den Grevener und für jeden weiteren Angeklagten zwei Jahre mit Bewährung beantragt.

Der Streit in Ochtrup war eskaliert, als der Vater der Braut dem Ex-Bräutigam vorwarf, in der Zeit zuvor nur dreimal den intimen Kontakt zu seiner Tochter gesucht zu haben, worin er ein Indiz für eine Rivalin sah. „Wir können ja keine Kamera in ihrem Schlafzimmer aufstellen“, soll einer der Brüder aus der Ochtruper Familie gesagt haben. Das empfand der Vater als ehrverletzend und soll mit den Worten: „Tötet ihn“ seine Söhne und weitere Angehörige zum Kampf aufgerufen haben. Diesen Sachverhalt hätten alle Parteien gleich geschildert, sagte die Richterin in der Urteilsbegründung und fügte hinzu: „Für uns ist das schwer nachvollziehbar. Das mag zwar ehrverletzend sein, ist aber kein Grund für einen derartigen Angriff“.

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