Welt-Down-Syndrom-Tag
„Ein Stück mehr er selbst“

Greven -

Sie lachen, sie weinen, sie sind warmherzig und trotzig. Eine Bilderausstellung im Rathaus ist Kindern mit dem Down-Syndrom gewidmet.

Donnerstag, 22.03.2018, 08:03 Uhr

Nick (Mitte) kann witzig sein. Seine Mutter Sabine Holtgrefe hat beim Interview mit Schulleiterin Hilke von Osten (l.) viel zu lachen.
Nick (Mitte) kann witzig sein. Seine Mutter Sabine Holtgrefe hat beim Interview mit Schulleiterin Hilke von Osten (l.) viel zu lachen. Foto: bn

Nick (13) ist von allem etwas mehr. Findet jedenfalls sein Mutter, Sabine Holtgrefe aus Greven: „Etwas fauler, etwas trotziger. Aber auch etwas warmherziger und sorgenvoller. Und: Etwas mehr er selbst.“

Nick hat Trisomie 21, oder Down-Syndrom. Bei ihm ist das 21. Chromosom in seinen Erbanlagen dreifach vorhanden. Das führt zu verschiedenen Formen von Behinderung.

Es führt aber offenbar nicht zu schlechter Laune, wie man am Welt-Down-Syndrom-Tag (21.3.) im Rathaus sehen konnte. Dort eröffnete die Schule in der Widum aus Lengerich eine Ausstellung mit Fotos von Trisomie-21-Kindern. Viele Grevener gehören zu den Besuchern der Förderschule. Die Bilder zeigen Kids, die spielen, sporteln, reiten, schwimmen und zur Kommunion gehen. Eigentlich ganz normal.

Ausstellung über Trisomie 21

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  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

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  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

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  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
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    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning
  • Eine Ausstellung mit Bildern von Kindern mit Down-Syndrom wurde am Mittwoch, 21.3., im Grevener Rathaus eröffnet.

    Foto: Günter Benning

Denn Behinderung, findet Andreas Bennemann, Vater von vier Kindern, entsteht eher aus der Reaktion der Umwelt. Sein Sohn Leo (14) könne sehr witzig sein. Das Familienauto ist auf ihn zugelassen – weil 100 Prozent Schwerbehinderte keine Steuern zahlen. Er hat, findet sein Vater, nur einen Fehler: „Er ist Bayern München Fan.“

Dass es in der Realität junger Eltern nicht leicht ist, mit der Diagnose Trisomie 21 zu leben, weiß der Gynäkologe Dr. Lothar Noling.

90 Prozent der positiven Diagnosen führen zu einer Abtreibung. Viele Eltern machen sich Vorwürfe, dabei bleibe die Gen-Mutation „eine Laune der Natur“.

„Persönlich“, sagt er, „habe ich manchmal die Möglichkeit der Früherkennung verflucht.“ Sie sei in den vergangenen Jahren noch einmal deutlich sicherer geworden.

Aber Down-Syndrom-Kinder seien genauso wie andere auch: „Sie lachen und weinen wie andere Kinder. Das Problem ist nicht das Kind, das Problem liegt in der umgebenden Gesellschaft.“

Diplom-Sozialarbeiterin Maria Dirks-Kortemeyer von der Grevener Lebenshilfe machte deutlich, was eigentlich Normalität bedeutet. Sie tauschte sich im gut besuchten Rathausfoyer mit Heike Schwering aus. Sie hat das Down-Syndrom und war vor 22 Jahren Schülerin der Schule in der Widum.

Dirks-Kortemeyer: „Wir beide gehen morgens zur Arbeit, wir beide machen dreimal im Jahr Urlaub. Ich muss nachmittags bügeln, Heike füttert die Hühner.“ Wo sie sich allerdings unterscheiden: Heike Schwering braucht immer einen Chauffeur, wenn sie zu den Treffen der Lebenshilfe fahren will: „Meine Mutter kann nicht Autofahren.“ Und der öffentliche Nahverkehr erlaube es nicht, abends etwas länger auszugehen. Demnächst will sie einen Antrag an den Kreis stellen, um daran etwas zu ändern.

Musikalisch untermalt wurde die Ausstellungseröffnung von zwei Ensembles der Schule in der Widum. Vier Schüler spielten die Veeh-Harfe. Die hat Landwirt Hermann Veeh für seinen Sohn Andreas erfunden, der mit Down-Syndrom auf die Welt kam. Klingt gut und ist einfach zu spielen. Andächtig lauschte Bürgermeister Peter Vennemeyer der Musik: „So eine wollte ich auch schon mal spielen lernen.“

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